Am Puls von Microsoft

Physische Discs sterben aus: Microsoft arbeitet an einer Lösung zur Rettung des Spiele-Bestands

DrWindows

Redaktion
Physische Discs sterben aus: Microsoft arbeitet an einer Lösung zur Rettung des Spiele-Bestands
von Martin Geuß
Xbox Bootlogo 2026


Der „Silberling“ ist ein Auslaufmodell. Spiele werden mehr und mehr digital vertrieben, der Entfall optischer Laufwerke in den Konsolen ist vorprogrammiert. Microsoft arbeitet einem Bericht zufolge an einer Lösung, damit der Bestand an physischen Spielen dieser Entwicklung nicht zum Opfer fällt.

Obwohl der Kauf per Download inzwischen die Regel ist, gibt es noch immer Spieler, die ein gekauftes Spiel gerne in den Händen halten wollen. Die Industrie nimmt darauf vorhersehbar keine Rücksicht. Sony hat gestern angekündigt, die Produktion von Spielediscs Anfang Januar 2028 einzustellen.

Vor dem Hintergrund explodierender Kosten sucht auch Microsoft nach Lösungen, wie man insbesondere die kommende Konsole „Project Helix“ kostengünstiger produzieren kann. Dabei steht die Idee im Raum, auf ein optisches Laufwerk zu verzichten.

Versuche, die Spieler für Konsolen ohne Laufwerk zu begeistern, waren bislang wenig erfolgreich. Das liegt daran, dass alle älteren Spiele, die man auf Disc besitzt, mit einer solchen Konsole nutzlos sind.

Wie TheVerge berichtet, ist es wahrscheinlich, dass Microsoft dem Vorstoß von Sony folgt und ebenfalls keine physischen Discs mehr anbietet. Mit einem „Disc-to-Digital“-Programm sollen Spieler aber dennoch alle(?) Spiele auf eine Konsole ohne Laufwerk mitnehmen können. Derzeit läuft dem Vernehmen nach ein Testbetrieb mit Spielediscs für Xbox Series X und Xbox One. Silberscheiben für die Ur-Xbox oder die Xbox 360 sind zumindest vorerst außen vor.

Die Funktionsweise: Man legt eine kompatible Disc ein und startet die Digitalisierung. Daraufhin erhält man eine digitale Lizenz, die im Microsoft-Konto hinterlegt wird, genau wie bei einem digitalen Kauf. Zusatzfeatures wie Play Anywhere oder Cloud-Streaming lassen sich mit der digitalisierten Lizenz ebenfalls nutzen.

Die Lizenz bleibt allerdings mit der physischen Disc verknüpft. Wie genau Microsoft das sicherstellen möchte, ist nicht bekannt. Verkauft man die Disc, erlischt die digitale Lizenz, sobald sie der neue Eigentümer in seine Konsole einlegt. Ein weiterer Vorteil: Selbst wenn man den Zugriff auf sein Microsoft-Konto verlieren sollte, kann man die vorhandene Disc verwenden, um sie mit einem neuen Konto zu reaktivieren. Vorausgesetzt, man hat dann noch eine Konsole, in die man sie einlegen kann.

Der Beitrag Physische Discs sterben aus: Microsoft arbeitet an einer Lösung zur Rettung des Spiele-Bestands erschien zuerst auf Dr. Windows.


Hinweis: Der Artikel wird möglicherweise nicht vollständig angezeigt, eingebettete Medien sind in dieser Vorschau beispielsweise nicht zu sehen.

Artikel im Blog lesen
 
Gab es das nicht auch schon früher? Bei Software wie CorelDraw war/ist es doch oft so das man im Cover einen Link und Lizenscode hat wo man dann einen digitalen Download starten konnte wenn man kein Laufwerk hat.
 
Wäre sehr kundenfreundlich und man bekommt gratis noch die Windows Version obendrauf via Play Anywhere.
Wenn Sony die physische Sammlung nicht digitalisieren lässt, wäre das ein weiterer starker USP für Xbox.
 
Wäre sehr kundenfreundlich und man bekommt gratis noch die Windows Version obendrauf via Play Anywhere.
Wenn Sony die physische Sammlung nicht digitalisieren lässt, wäre das ein weiterer starker USP für Xbox.
Es ist doch genau das, was Microsoft quasi zur Einführung von der Xbox One tun wollte, weswegen diese Discs vermutlich auch schon eine eindeutige ID haben. Vor 13 Jahren gab es dafür einen extrem Backlash, inkl. einer extremen Schelte von Sony deswegen auf deren E3-Präsi. Und da wusste man noch nicht einmal die genauen Pläne von Microsoft, da die noch verworfen wurden, bevor eine exakte Kommunikation dazu möglich war. Ob Microsoft eine Verleihsperre einbauen wollte wusste man da auch nicht, vll. wars so, vll. nicht.

In meinen Augen die kundenfreundlichste Aktion wäre halt einfach 'ne Konsole mit Laufwerk anzubieten, fertig. Optionen zu haben ist immer das Beste für uns Kunden. Es werden bis heute noch DVDs und Blurays von aktuellen Filmen angeboten, obwohl die Zielgruppe dafür auch extrem klein ist.

Genauso kann ich mir heute eine aktuelle Bravo Hits CD auf dem großen A kaufen, habe die CD morgen für mein Auto in der Hand (weils noch keine aktuellen Schnittstellen hat) und habe gleichzeitig das Album noch kostenlos dazu komplett digital (DRM frei). Sowas stelle ich mir unter kundenfreundlich vor. Wie groß diese Zielgruppe in Zeiten von Spotify ist, kann man sich ja denken, trotzdem gibt es diese Option weiterhin seit Jahren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann zahlt sich die Aktion von 2013 14 Jahre später für Microsoft doch noch aus. 😂
XBOX kann ein Disc to digital Programm anbieten, mit allen Vorzügen.
Playstation offenbar nicht. Sonst hätten sie das mittlerweile verkündet um die kochende Kundschaft zu beruhigen. Ist natürlich auch Mist, wenn die bestehende Bibliothek für die PS6 wertlos wird.
Ganz ehrlich, Sony baut soviel Mist, man könnte viel mehr Kapital daraus schlagen.
 
Obwohl der Kauf per Download inzwischen die Regel ist, gibt es noch immer Spieler, die ein gekauftes Spiel gerne in den Händen halten wollen. Die Industrie nimmt darauf vorhersehbar keine Rücksicht. Sony hat gestern angekündigt, die Produktion von Spielediscs Anfang Januar 2028 einzustellen.

Vor dem Hintergrund explodierender Kosten sucht auch Microsoft nach Lösungen, wie man insbesondere die kommende Konsole „Project Helix“ kostengünstiger produzieren kann. Dabei steht die Idee im Raum, auf ein optisches Laufwerk zu verzichten.

Optische Laufwerke für Konsolen kosten nicht die Welt und die Verkäufe der letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Konsolennutzer lieber die Disc-Variante kaufen, die vielleicht 100€ mehr kostet. Und die Herstellung von Blu-rays kostet auch fast nichts.

Ein aktueller AAA-Titel auf Disc kostet sagen wir mal 60-70€ und als Download das Gleiche oder minimal weniger und in den Spieleabos sind die begehrten, aktuellen Top Spiele oft erst viel später verfügbar. Will der Kunde den neuen Titel zocken, muss er ihn kaufen. Viele kaufen sich also die Disc, spielen den Titel durch und verkaufen sie wenige Wochen später weiter. Das will man anbieterseitig unbedingt eindämmen, um den Gewinn hoch zu halten. Einen Download, den ich einmal auf meinem Account eingelöst habe, kann ich nicht mehr weitergeben.

Für die Kunden ist diese Entwicklung unschön, auch wenn es absehbar war. Zumindest ist es für die Umwelt besser.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kaufe auch nur noch digital bei Spielen, trotzdem fände ich es schade, wenn die Discs verschwinden würden. Meine Blu-ray-, DVD- und Audio-CD-Sammlung gebe ich aber niemals auf.
 
Vermutlich bezog es sich eher auf die Konsolen und nicht auf die Spiele.
 
Oben