Preiserhöhung für Xbox Live Gold zurückgenommen: Microsoft macht sich lächerlich

DrWindows

Redaktion
Preiserhöhung für Xbox Live Gold zurückgenommen: Microsoft macht sich lächerlich
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Am Freitagnachmittag hatte Microsoft angekündigt, die Preise für Xbox Live Gold in den USA um 100 Prozent zu erhöhen. Für den deutschen Markt fiel die Erhöhung weniger drastisch aus, dennoch gab es auch hierzulande heftige Kritik. Nun hat Microsoft eine 180-Grad-Wendung hingelegt: Die Preise bleiben, wie sie sind, und noch mehr: Für Free-to-Play Games ist künftig keine Gold-Mitgliedschaft mehr nötig.

Im aktualisierten Blogpost schreibt man, dass man einen Fehler gemacht habe und dafür zurecht kritisiert wurde, artig bedankt man sich am Ende auch noch für das Feedback. In den sozialen Medien sehe ich, dass einige Gamer sich für den Schritt bedanken und sich freuen, wie gut Microsoft auf Feedback reagiert.

Ich kann beim besten Willen nicht dankbar sein. Im Gegenteil, ich bin richtig sauer. Wie dumm kann man sich eigentlich anstellen? Hatte man ernsthaft geglaubt, die VERDOPPELUNG des bisherigen Preises im Heimatland würde von den Usern achselzuckend zur Kenntnis genommen werden?

Für mich gibt es im Grunde nur zwei Versionen dieser Geschichte: Entweder, der Ablauf der Ereignisse war von Anfang an so geplant, dann war es ein selten dämlicher PR-Stunt. Oder aber, man hat wirklich gedacht, man könne das einfach so lautlos über die Bühne bringen – dann war es nur dämlich.

Unter dem Strich bleibt: Unveränderte Preise für Xbox Live Gold, und das wohl für sehr lange Zeit, weil Microsoft diese ganz sicher so bald nicht mehr anfassen wird, und ein gleichzeitig insgesamt attraktiveres Xbox-Ökosystem, in dem man kostenlose Spiele wirklich kostenlos spielen kann.

Also insgesamt eine ausnahmslos gute Sache, wäre sie nicht in eine Kommunikation eingebettet, die selbst für Microsofts Verhältnisse noch derart stümperhaft war, dass es mich für den Moment einfach nur fassungslos zurücklässt.


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G

Gelöschtes Mitglied 115491

Gast
Guter Artikel. (y)
Lächerlich trifft es wirklich ganz gut.

"Oder aber, man hat wirklich gedacht, man könne das einfach so lautlos über die Bühne bringen...".
Ist das bei Microsoft nicht häufig der Fall?
 

Gajus-Julius

treuer Stammgast
Die Qualität eines Unternehmens sinkt mit der Größe

Mit der Baubranche fing es Mitte der 90er Jahre vorigen Jahrhunderts an. Zum Schluss kamen auf einen Ingenieur mindestens 10 Mitarbeiter in der Verwaltung, die ihn führten bzw. kontrollierten. Ergebnis: Westliche Baukonzerne waren zum Schluss nicht mehr überlebensfähig, weil sie viel zu teuer waren. Halb Dubai z.B. wurde von südafrikanischen Baufirmen errichtet. In deren Leitung sitzen meist ehemalige Hochtiefler oder deutsche Manager von Strabag oder Holzmänner.

Mit den Banken ging es weiter. Wichtig waren nur noch Gewinnmaximierung und Steuervermeidung. Vernünftige und Innovative Produkte für die Kundschaft sucht man vergebens. Ergebnis: Keine deutsche Bank ist letztlich international wettbewerbsfähig und muss früher oder später vom Staat gestützt werden.

Nun trifft es die IT-Branche. Microsoft mit einer Marge von mehr als 60% des Umsatzes muss sich mehr um Steuervermeidung und Gewinnmaximierung kümmern (die Aktionäre wollen das so sehen) als um eine seriöse kundenbezogene Produktpolitik.

Ich möchte nicht wissen, wieviel Betriebswirte und andere Vollpfosten bei Microsoft auf einen Entwickler kommen. Man kann auch sagen: Der Erfolg frisst seine Kinder. Zum Schluss wird es Microsoft wie IBM ergehen: Ein paar tausend Mitarbeiter kümmern sich um die Verwaltung des Anlagevermögens und der Rest wird an Drittfirmen vergeben oder zu OpenSource erklärt.

Microsoft hat seine beste Zeit längst hinter sich.

G.-J.
 

ChristophW80

treuer Stammgast
Die Qualität eines Unternehmens sinkt mit der Größe

Mit der Baubranche fing es Mitte der 90er Jahre vorigen Jahrhunderts an. Zum Schluss kamen auf einen Ingenieur mindestens 10 Mitarbeiter in der Verwaltung, die ihn führten bzw. kontrollierten. Ergebnis: Westliche Baukonzerne waren zum Schluss nicht mehr überlebensfähig, weil sie viel zu teuer waren. Halb Dubai z.B. wurde von südafrikanischen Baufirmen errichtet. In deren Leitung sitzen meist ehemalige Hochtiefler oder deutsche Manager von Strabag oder Holzmänner.

Mit den Banken ging es weiter. Wichtig waren nur noch Gewinnmaximierung und Steuervermeidung. Vernünftige und Innovative Produkte für die Kundschaft sucht man vergebens. Ergebnis: Keine deutsche Bank ist letztlich international wettbewerbsfähig und muss früher oder später vom Staat gestützt werden.

Nun trifft es die IT-Branche. Microsoft mit einer Marge von mehr als 60% des Umsatzes muss sich mehr um Steuervermeidung und Gewinnmaximierung kümmern (die Aktionäre wollen das so sehen) als um eine seriöse kundenbezogene Produktpolitik.

Ich möchte nicht wissen, wieviel Betriebswirte und andere Vollpfosten bei Microsoft auf einen Entwickler kommen. Man kann auch sagen: Der Erfolg frisst seine Kinder. Zum Schluss wird es Microsoft wie IBM ergehen: Ein paar tausend Mitarbeiter kümmern sich um die Verwaltung des Anlagevermögens und der Rest wird an Drittfirmen vergeben oder zu OpenSource erklärt.

Microsoft hat seine beste Zeit längst hinter sich.

G.-J.
Stimmt grundsätzlich. Ich will nicht ständig erwähnen wie toll Apple ist, allerdings vergleiche ich die Produktpolitik der beiden Firmen schon sehr lange. Und eines ist trotz der Größe Apples ganz anders:
Apple hat mit jedem seiner Produkte (egal ob Hardware oder Software) eine Vision und Plan. Wenn ein Produkt veröffentlicht wird, dann kann man sich absolut sicher sein, dass es noch viele Jahre weiter geht und ständig verbessert wird. Und noch eines: ALLE Entscheidungen trifft Cook und niemand anderes. Bei MS bin ich mir nicht sicher, ob der CEO überhaupt weiß, was seine Firma soll alles macht und gerade entwickelt. Das bestes Beispiel ist die gerade eben zurückgezogene Preiserhöhung von Xbox live. Also planloser kann man es nicht machen. Wusste Nadella überhaupt davon? Wer hat das zu verantworten? Warum sollte der Preis erhöht werden? Einfach Plan- und Führungslos dieser Konzern.
 

Krischan1981

gehört zum Inventar
Kann man sich ja denken wo die Reise hin gehen sollte, zum Games Pass. Aber als ich das gelesen habe fand ich es schon komisch, niemand erhöht den Preis um 50%, 25% währen schon viel gewesen. Eine moderate Erhöhung hätte gut gelappt das hätten Sie in den nächsten 2 Jahren dann nochmal gemacht und das Thema währe durch gewesen. Aber so kennen und lieben wir doch unser Microsoft, Sie lernen es einfach nicht.
 

mh0001

gehört zum Inventar
Ich würde mal sagen, das der CEO seinen Laden nicht im Griff hat. Eine Erhöhung der Preise lässt sich nur mit einer wesentlichen Verbesserung und Erweiterung des Services begründen.
Fairerweise muss man sagen, dass das nicht ganz stimmt.
Die Inflation darf man nicht vergessen. Eine jährliche Preiserhöhung um ein paar Prozent entsprechend der Inflationsrate ist "natürlich". Die Preise immer auf der gleichen Zahl zu lassen würde in der Praxis einer Senkung über die Jahre entsprechen.

Wenn man also 10 Jahre lang den Preis nicht anpasst, entspricht das schon einer deutlich verringerten Vergütung, wo man eigtl keine andere Wahl mehr hat als gegenzusteuern, aus wirtschaftlicher Sicht. Da sind dann natürlich keine 100% mit zu rechtfertigen, aber vielleicht 10-15% wären durchaus im Rahmen dessen, was die Leute aufgrund der Inflation heute auch mehr verdienen im Vergleich zu vor 10 Jahren.
 

Mitsunari

kennt sich schon aus
Fairerweise muss man sagen, dass das nicht ganz stimmt.
Die Inflation darf man nicht vergessen. Eine jährliche Preiserhöhung um ein paar Prozent entsprechend der Inflationsrate ist "natürlich". Die Preise immer auf der gleichen Zahl zu lassen würde in der Praxis einer Senkung über die Jahre entsprechen.

Wenn man also 10 Jahre lang den Preis nicht anpasst, entspricht das schon einer deutlich verringerten Vergütung, wo man eigtl keine andere Wahl mehr hat als gegenzusteuern, aus wirtschaftlicher Sicht. Da sind dann natürlich keine 100% mit zu rechtfertigen, aber vielleicht 10-15% wären durchaus im Rahmen dessen, was die Leute aufgrund der Inflation heute auch mehr verdienen im Vergleich zu vor 10 Jahren.
Nur gab es mit dem Wegfallen des Jahresabos schon vor kurzem indirekt eine Preiserhöhung für viele.
 

Pixelschubse

gehört zum Inventar
Fairerweise muss man sagen, dass das nicht ganz stimmt.
Die Inflation darf man nicht vergessen. Eine jährliche Preiserhöhung um ein paar Prozent entsprechend der Inflationsrate ist "natürlich". Die Preise immer auf der gleichen Zahl zu lassen würde in der Praxis einer Senkung über die Jahre entsprechen.

Wenn man also 10 Jahre lang den Preis nicht anpasst, entspricht das schon einer deutlich verringerten Vergütung, wo man eigtl keine andere Wahl mehr hat als gegenzusteuern, aus wirtschaftlicher Sicht. Da sind dann natürlich keine 100% mit zu rechtfertigen, aber vielleicht 10-15% wären durchaus im Rahmen dessen, was die Leute aufgrund der Inflation heute auch mehr verdienen im Vergleich zu vor 10 Jahren.
Gegen Preiserhöhungen zur Anpassung an die Inflationsrate gibt es durchaus ein schlüssiges Argument:
die Summe vom Ertrag ist maßgebend.
Wachsende Zahl an Käufern (Abonnenten) gleicht bei stabilem Währungskurs Inflationsrate locker aus.
 

Gajus-Julius

treuer Stammgast
Stimmt grundsätzlich. Ich will nicht ständig erwähnen wie toll Apple ist, allerdings vergleiche ich die Produktpolitik der beiden Firmen schon sehr lange. Und eines ist trotz der Größe Apples ganz anders:
Apple hat mit jedem seiner Produkte (egal ob Hardware oder Software) eine Vision und Plan. Wenn ein Produkt veröffentlicht wird, dann kann man sich absolut sicher sein, dass es noch viele Jahre weiter geht und ständig verbessert wird. Und noch eines: ALLE Entscheidungen trifft Cook und niemand anderes. Bei MS bin ich mir nicht sicher, ob der CEO überhaupt weiß, was seine Firma soll alles macht und gerade entwickelt. Das bestes Beispiel ist die gerade eben zurückgezogene Preiserhöhung von Xbox live. Also planloser kann man es nicht machen. Wusste Nadella überhaupt davon? Wer hat das zu verantworten? Warum sollte der Preis erhöht werden? Einfach Plan- und Führungslos dieser Konzern.
Apple versus Microsoft

Apple hat eine andere Aktionärsstruktur als MS. Und damit eine gänzlich andere Struktur des Boards (Vorstands) Bei Apple ist Cook der wirklich Alleinherrschende. Bei MS sieht das anders aus. Hier gibt es in erster aber auch zweiter Reihe eine Menge von Figuren, deren Hausmacht von einzelnen Großaktionären (i.d.R. Pensionsfonds) geschützt und gefördert wird. Und so sieht es in sehr vielen Großunternehmen aus. IBM ist ein Paradebeispiel.

Den Sonderfall Apple mit größtenteils Golf-Araber als Großaktionäre (H.R.H Prince Al-Waleed Bin-Talal Al-Saud war der größte Aktionär bevor ihm der Kronprinz das Vermögen abgepresst hat, indem er seinen Halbbruder in ein Edelknast werfen ließ) gibt es weltweit nur einmal. Aber auch das ist gut so. Cook wird nicht ewig leben und er kann sich anstrengen wie er will, sein(e) Nachfolger(in) wird ihm nie das Wasser reichen können.

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei...

G.-J.
 

skalar

gehört zum Inventar
Martin, du machst hier einen Definitionsfehler. Bei dir zuhause handelt es sich um ein Individuum, beim Beispiel von MS handelt es sich um ein Konsortium. Während beim Individuum das zwischenmenschliche Vertrauen eine große Rolle spielt, handelt es sich beim Konsortium um eine geschäftliche Bindung. Dabei spielen weniger Sympathien eine Rolle, sondern eher der Erwerb eines Produktes, zu einem bestimmten Preis. Versuche, wie bei MS, sind eher als ein Stimmungsindikator zu bewerten. Stimmungen sind in der Wirtschaft sehr wertvoll, da diese Trends aufzeigen können. Das bedeutet einen Informationsgewinn und Information/ Wissen ist Macht...
 
Zuletzt bearbeitet:

Mister1302

treuer Stammgast
In der Praxis wird sie mir danach weniger Vertrauen entgegenbringen. Und das ist auch genau der Schaden, der hier angerichtet wurde.

Also hatte ich doch recht als man mir hier vorgeworfen hatte, dass MS nicht mehr und nicht weniger vertrauenswürdig ist als Sie es in der Vergangenheit waren. Die packen was an und vergeigen es, sie bringen was und stellen es ein und sind dem Consumer gegenüber noch genau so unfähig gegenüber wie sonst auch...
 

ntoskrnl

gehört zum Inventar
Nur gab es mit dem Wegfallen des Jahresabos schon vor kurzem indirekt eine Preiserhöhung für viele.
Ja, das war/ist schon eine ordentliche Erhöhung um 33% von 60€ auf 80€ pro Jahr.


Im US Blog steht allerdings etwas Interessantes:

New and existing members can continue to enjoy Xbox Live Gold for the same prices they pay today. In the US, $9.99 for 1-month, $24.99 for 3-months, $39.99 for 6-months and $59.99 for retail 12-months.

d.h. die 12 Monate gibt es weiterhin, zumindest "Retail".


In der deutschen Version steht davon leider nichts.
 

Martin

Webmaster
Teammitglied
12 Monate Gold gibt es in Deutschland schon seit Mitte 2020 nicht mehr bei Microsoft, sondern nur noch im Einzelhandel. Hatten wir auch in den News, ich finde es nur grade selbst nicht mehr 😁
 

Trevor

music is passion
Preiserhöhung für Xbox Live Gold zurückgenommen: Microsoft macht sich lächerlich
Entweder, der Ablauf der Ereignisse war von Anfang an so geplant, dann war es ein selten dämlicher PR-Stunt. Oder aber, man hat wirklich gedacht, man könne das einfach so lautlos über die Bühne bringen – dann war es nur dämlich.
...wir erinnern uns an so Kusselkopp Actionen wie: wir holen mal eben teure Twitcher zu Mixer und dann machen wir den Laden dicht nach ein paar Monaten.
Hinweis: Der Artikel wird möglicherweise nicht vollständig angezeigt, eingebettete Medien sind in dieser Vorschau beispielsweise nicht zu sehen.

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quisel

gehört zum Inventar
Der Vergleich am Ende ist dann doch wirklich absurd. Preiserhöhungen sind, allein schon inflationsbedingt, die absolute Regel. Dass Microsoft da sehr lange die Zähne zusammengebissen hat, fällt ihnen nun eben auf die Füße. So what, muss man eben abwägen.
Wenn wir es unbedingt bei dem schwer hinkenden Vergleich belassen wollen: wer unbedingt Monogamie leben will (ich verzichte dankend und genieße lieber🤡) und sich das dann plötzlich anders überlegt,... naja. Im Zweifel muss man die Dinge eben auch neu ausverhandeln. Menschen öffnen ihrer Beziehungen durchaus, wenn es ihnen zielführender erscheint.

Dass man sich in Seattle wenigstens in der Spieleabteilung gegenüber seiner Privatkundschaft gegenüber ausnahmsweise gegenüber ausnahmsweise nicht ganz so arrogant verhält, wie wir es gewohnt sind, sehe ich da als positives Zeichen.

Mund abwischen, weiterzocken!
Apple hat mit jedem seiner Produkte (egal ob Hardware oder Software) eine Vision und Plan. Wenn ein Produkt veröffentlicht wird, dann kann man sich absolut sicher sein, dass es noch viele Jahre weiter geht und ständig verbessert wird.
Wie zufrieden bist du bislang mit AirPower?
Nein.
 
Zuletzt bearbeitet:
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