Am Puls von Microsoft

Reolink TrackFlex Floodlight Wi-Fi Überwachungskamera im Test

DrWindows

Redaktion
Reolink TrackFlex Floodlight Wi-Fi Überwachungskamera im Test
von Daniel Ollesch
Reolink TrackFlex Floodlight WiFi Testbericht


Mit der TrackFlex Floodlight Wi-Fi kombiniert Reolink eine schwenkbare Überwachungskamera mit zwei kräftigen Flutlichtern, eine 4K-Weitwinkelkamera, ein zusätzliches Teleobjektiv, automatisches Tracking und eine lokale Erkennung von Personen, Fahrzeugen und Tieren.

Meine Erfahrungen mit der TrackFlex waren insgesamt gut. Sie lief in meinem Test genauso zuverlässig wie meine anderen Reolink-Kameras und fügte sich ohne große Eingewöhnung in das vorhandene System ein. Einen wichtigen Unterschied gibt es allerdings: Diese Kamera besitzt keinen Akku und lässt sich auch nicht mit einem Solarpanel betreiben. Sie benötigt einen festen Stromanschluss. Das sollte man vor dem Kauf und vor allem vor der Wahl des Montageortes wissen. Ein Modell, das mit Akku läuft und von einem Solarpanel mit Strom versorgt wird, hatte ich hier getestet: Reolink Altas PT Ultra

Reolink TrackFlex Floodlight WiFi

Reolink TrackFlex Floodlight Wi-Fi – Lieferumfang​


Zum Lieferumfang gehören die Kamera mit vorinstallierter Montageplatte, ein USB-C-Kabel für die Einrichtung, Schrauben und Dübel, Kabelverbinder, ein Inbusschlüssel, ein Überwachungsaufkleber und die Anleitung. Eine microSD-Karte liegt nicht bei.

Die Kamera lässt sich vor der eigentlichen Montage zunächst per USB-C mit Strom versorgen. Dadurch konnte ich sie in Ruhe in der Reolink-App einrichten, mit dem WLAN verbinden und aktualisieren, bevor sie an ihren endgültigen Platz kam. Für den normalen Betrieb reicht USB-C allerdings nicht aus. Danach wird die TrackFlex fest an das Stromnetz angeschlossen.

Hier liegt auch der größte Unterschied zu akkubetriebenen Modellen wie der Reolink Altas PT Ultra. Es gibt kein Nachladen und kein Solarpanel, dafür muss am Montageort eine passende Stromleitung vorhanden sein. Reolink sieht einen Anschluss an 100 bis 240 Volt vor.
Der feste Anschluss schränkt die Wahl des Montageortes ein, hat im Alltag aber auch einen Vorteil: Die Kamera kann dauerhaft laufen und bei Bedarf rund um die Uhr aufzeichnen, ohne dass man sich Gedanken über den Akkustand oder mehrere graue Tage ohne ausreichend Sonne machen muss.

Reolink TrackFlex Floodlight WiFiReolink TrackFlex Floodlight WiFi Testbericht

Groß, stabil und für eine feste Montage gedacht​


Kompakt ist die TrackFlex nicht. Die beiden Flutlichter sitzen über dem beweglichen Kameramodul und machen sofort deutlich, dass dieses Modell nicht unauffällig in einer Ecke verschwinden möchte. Mit rund 1,2 Kilogramm braucht sie eine solide Befestigung. Das Gehäuse ist nach IP66 gegen Staub und Wasser geschützt und damit für den Außeneinsatz vorgesehen.

Die Montageplatte ist durchdacht, trotzdem sollte man sich vorher genau überlegen, wohin die Kamera soll. Eine ausreichend hohe Position mit freier Sicht, damit das Tracking, der Zoom und der Diebstahlschutz sinnvoll zusammenspielen, wird empfohlen. Hängt die Kamera zu niedrig oder direkt neben einer Wand, verschenkt man einen Teil ihrer Beweglichkeit.

Die beiden LED-Flächen lassen sich getrennt ausrichten. So kann man beispielsweise eine Einfahrt und den Bereich vor einer Tür gleichzeitig beleuchten. Wegen des festen Stromanschlusses ersetzt die TrackFlex an einem geeigneten Platz praktisch eine vorhandene Außenleuchte.

Zwei Objektive für Überblick und Details​


Die TrackFlex verwendet zwei Objektive. Die Weitwinkelkamera zeichnet mit 4K beziehungsweise acht Megapixeln auf und deckt horizontal 104 Grad ab. Das zweite Objektiv ist für den engeren Bildausschnitt zuständig. Beide Ansichten können in der Reolink-App gleichzeitig angezeigt werden; der kombinierte Hybrid-Zoom vergrößert bis zu sechsfach.

Der Kamerakopf lässt sich um 355 Grad schwenken und um 50 Grad neigen. Drei PIR-Sensoren überwachen zusammen einen Bereich von 270 Grad, also auch Zonen, auf welche das Objektiv gerade nicht zeigt. Wird dort eine Bewegung erkannt, kann sich die Kamera in diese Richtung drehen und das erkannte Objekt verfolgen.

Im Alltag funktionierte das Tracking bei mir gut. Personen und Fahrzeuge wurden zuverlässig erkannt, und die Kamera folgte den Bewegungen so, wie ich es bereits von anderen Reolink-Modellen kenne. Bei sehr schnellen Richtungswechseln dauert es einen kurzen Moment, bis das Motiv wieder scharfgestellt ist.

Die Bildqualität ist bei Tageslicht hervorragend. Die Weitwinkelansicht liefert den Überblick, während die Teleansicht Details näher heranholt, ohne dass man nur einen digital vergrößerten Ausschnitt der Hauptkamera betrachtet. Genau diese Kombination ist für größere Einfahrten, Höfe oder Gärten interessanter als für einen kleinen Eingangsbereich direkt vor der Haustür.

Reolink TrackFlex Floodlight WiFi

Flutlicht und Nachtsicht​


Die zwei Flutlichter erreichen zusammen bis zu 3.000 Lumen. Helligkeit und Farbtemperatur lassen sich in der App anpassen, von 3.000 Kelvin in Warmweiß bis 6.500 Kelvin in Kaltweiß. Das Licht kann dauerhaft, nach Zeitplan, von der Umgebungshelligkeit abhängig oder nur bei einer erkannten Bewegung eingeschaltet werden.

Auf voller Leistung ist das Flutlicht wirklich strahlend hell. Für meinen Geschmack muss es nicht konstant mit 100 Prozent arbeiten. Eine etwas niedrigere Helligkeit reicht meist aus und ist für Nachbarn deutlich angenehmer. Positiv finde ich die einstellbare Farbtemperatur: Warmweiß wirkt eher wie eine normale Außenbeleuchtung, während Kaltweiß den überwachten Bereich möglichst deutlich ausleuchtet.

Sobald das Flutlicht aktiv ist, zeichnet die Kamera nachts in Farbe auf. Ohne eingeschaltete Beleuchtung arbeitet sie mit Infrarotlicht und liefert ein Schwarz-Weiß-Bild; die angegebene IR-Reichweite beträgt bis zu 30 Meter. Im Gegensatz zur Altas PT Ultra besitzt die TrackFlex keine ColorX-Nachtsicht, die auch bei wenig Umgebungslicht ohne sichtbares Flutlicht farbige Bilder erzeugt.

Das ist kein grundsätzliches Problem, man sollte den Unterschied aber kennen. Die TrackFlex macht die Nacht nicht unauffällig zum Tag. Sie schaltet dafür schlicht zwei sehr kräftige Lampen ein. Das funktioniert, ist aber deutlich sichtbar und nicht für jeden Montageort die beste Lösung. Das sollte man vor dem Kauf bedenken.

Die App – vertraut und umfangreich​


Wer bereits eine Reolink-Kamera besitzt, findet sich sofort zurecht. Die TrackFlex taucht wie die anderen Geräte in der Reolink-App auf. Dort lassen sich Livebild, Auflösung, beide Kameraansichten, Flutlicht, Tracking, Sirene, Gegensprechen, Zeitpläne und Benachrichtigungen steuern.

Die Erkennung von Personen, Fahrzeugen und Tieren läuft lokal auf der Kamera. Dadurch können Benachrichtigungen gefiltert werden, ohne dass für die Grundfunktionen ein Cloud-Abo nötig ist. Reolink bietet mit ReoNeura außerdem eine textbasierte Suche an, über die sich Aufnahmen beispielsweise nach einer Person oder einem Fahrzeug durchsuchen lassen. In anderen Tests fiel diese Suche noch unterschiedlich aus: Sie kann passende Szenen schnell finden, liegt bei der automatischen Verschlagwortung aber nicht immer richtig.

Für mich bleibt die normale Objekterkennung im Alltag wichtiger als die KI-Suche. Sie arbeitet vertraut und sorgt dafür, dass nicht jede Bewegung eines Astes sofort dieselbe Aufmerksamkeit bekommt wie eine Person vor dem Haus. Ganz vermeiden lassen sich Fehlalarme bei Wind, Schatten oder ungünstigen Erkennungszonen trotzdem nicht.

Speicherung ohne Cloud-Zwang​


Aufnahmen können lokal auf einer microSD-Karte mit bis zu 512 Gigabyte gespeichert werden. Zudem unterstützt die TrackFlex Reolink NVRs, den Reolink Home Hub sowie FTP beziehungsweise NAS über RTSP und ONVIF. Eine kostenpflichtige Cloud ist für den normalen Betrieb somit nicht zwingend erforderlich.

Wer nur die microSD-Karte verwendet, sollte die Kamera ausreichend hoch montieren. Der Kartenschacht sitzt am Kameramodul hinter einer Gummiabdeckung. Wird die Kamera gestohlen oder die Karte entnommen, sind damit natürlich auch alle Aufnahmen weg. Ein Home Hub, NVR oder externer Speicher ist deshalb die bessere Wahl, wenn die Videos nicht ausschließlich an der Kamera liegen sollen. Ich selbst nutze zu Hause den Home Hub und habe damit gute Erfahrungen gemacht.

Nachteile der Reolink TrackFlex Floodlight Wi-Fi​


Der feste Stromanschluss ist je nach Einsatzort Vorteil oder Nachteil. Für eine dauerhafte Überwachung ist er praktisch, mit der Freiheit einer Akku- und Solarkamera hat er jedoch nichts zu tun. Ohne vorhandene Außenleitung wird die Installation aufwendiger und im Zweifel kommt noch ein Elektriker hinzu.

Etwas schade finde ich, dass die Kamera trotz der festen Stromversorgung ausschließlich per WLAN ins Netzwerk eingebunden wird. Wi-Fi 6 mit 2,4 und 5 GHz funktionierte in meinem Test zuverlässig, einen Ethernet- oder PoE-Anschluss gibt es aber nicht. Wer ohnehin ein Kabel verlegt, hätte vermutlich gern die Wahl zwischen WLAN und einer festen Datenverbindung. Auch wenn ich im Garten über WLAN‑Verstärker alles gut versorgt habe, gäbe es die Möglichkeit, dieses Signal zu stören und damit auch die Übertragung der Kamera zum z.B. Home Hub.

Einen automatischen Patrouillenmodus besitzt die TrackFlex ebenfalls nicht. Es lassen sich zahlreiche feste Positionen speichern, die Kamera fährt diese aber nicht selbstständig nacheinander ab. Die drei seitlichen PIR-Sensoren gleichen diesen Punkt teilweise aus, weil sie Bewegungen außerhalb des aktuellen Bildes erkennen und den Kamerakopf dorthin drehen können.

Bei den Privatsphäre-Zonen muss man besonders sorgfältig arbeiten. Eine schwenkbare Kamera kann schließlich je nach Position ganz andere Bereiche erfassen. Nach der Montage sollte man deshalb alle relevanten Blickrichtungen prüfen, besonders wenn Nachbargrundstücke oder öffentliche Wege in der Nähe liegen.

Reolink TrackFlex Floodlight WiFi

Fazit​


Die Reolink TrackFlex Floodlight Wi-Fi hat bei mir einen guten Eindruck hinterlassen. Bildqualität, Bewegungserkennung, Tracking und App funktionierten zuverlässig und auf dem Niveau, das ich von meinen anderen Reolink-Kameras kenne. Das Dual-Objektiv ist sinnvoll, wenn nicht nur der Bereich direkt vor der Kamera, sondern eine größere Fläche überwacht werden soll. Mit den beiden Flutlichtern ersetzt das Gerät an der passenden Stelle zugleich eine kräftige Außenbeleuchtung.

Der wichtigste Punkt bleibt der feste Stromanschluss. Wer eine flexible Kamera mit Akku und Solarpanel sucht, ist hier falsch. Wer dagegen bereits eine Stromleitung an Einfahrt, Garage oder Hauswand besitzt und dauerhaft aufzeichnen möchte, bekommt eine leistungsfähige Lösung ohne verpflichtendes Cloud-Abo.

Kritisieren kann man den fehlenden LAN-Anschluss, den nicht vorhandenen Patrouillenmodus und die Farbnachtsicht, die sichtbares Flutlicht benötigt. Für meinen Einsatzzweck überwogen dennoch klar die Vorteile. Die TrackFlex läuft stabil, liefert gute Aufnahmen und integriert sich sauber in ein vorhandenes Reolink-System. Mehr sollte eine Überwachungskamera im Alltag eigentlich nicht verlangen – außer eben eine Steckdose, beziehungsweise in diesem Fall gleich einen festen Stromanschluss.

Die Reolink TrackFlex Floodlight Wi-Fi kostet ca. 250€ bei Amazon und auch bei Reolink im eigenen Store.



Disclaimer: Enthält Affiliate-Links. Das Testmuster wurde mir vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Der Beitrag Reolink TrackFlex Floodlight Wi-Fi Überwachungskamera im Test erschien zuerst auf Dr. Windows.


Hinweis: Der Artikel wird möglicherweise nicht vollständig angezeigt, eingebettete Medien sind in dieser Vorschau beispielsweise nicht zu sehen.

Artikel im Blog lesen
 
Oben