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Willkommen in der KInflation: Wie der Hype um Künstliche Intelligenz alles teurer macht

DrWindows

Redaktion
Willkommen in der KInflation: Wie der Hype um Künstliche Intelligenz alles teurer macht
von Martin Geuß
Der KI-Hype macht alles teurer


Die Preise für Arbeitsspeicher, SSDs und andere Hardware-Komponenten haben sich in den vergangenen Monaten vervielfacht. Aber das ist nur der Anfang. Der Hype um Künstliche Intelligenz und das Wettrüsten der Tech-Konzerne sorgen dafür, dass unser aller Leben teurer wird. Und das auch in Bereichen, die damit so gar nichts zu tun haben.

Rund um den Globus schießen derzeit die KI-Rechenzentren wie die Pilze aus dem Boden. Tech-Größen wie Microsoft, Google und Amazon liefern sich ein Wettrennen. Wo das Ziel liegt, weiß noch niemand so genau. Aber alle Teilnehmer an diesem Rennen wollen vorn dabei sein und glauben, es sich nicht leisten zu können, auch nur eine Sekunde abzuwarten. Da wurde eine gigantische Geldverbrennungsmaschine angeworfen, ohne zu wissen, ob sie sich eines Tages bezahlt macht. Und solange das niemand weiß, rennen alle auf Verdacht mit voller Geschwindigkeit weiter.

Die alte Grundregel von Angebot und Nachfrage hat zunächst die Preise für Arbeitsspeicher explodieren lassen. Ein kleines Beispiel: Im April 2025 kaufte ich 32 GB RAM für meinen NAS-Server. Kostenpunkt: knapp 60 Euro. Das exakt gleiche Modul kostet derzeit 300 Euro. Beim Arbeitsspeicher ist die Teuerung am auffälligsten, sie wirkt sich allerdings auch auf andere Hardwarekomponenten aus. Grafikkarten, SSDs, Mainboards – überall steigen die Preise, wie Kollege Günter Born vor einigen Tagen zusammengefasst hat.

In der Folge davon steigen auch die Preise für Smartphones und PCs. Die Angst vor galoppierenden Preisen treibt die Kunden aktuell in die Geschäfte, nach dem Motto: Schnell noch zugreifen, bevor man es sich nicht mehr leisten kann. PC-Hersteller Acer meldet ein Umsatzplus von 40 Prozent, Dell hat ebenfalls 39 Prozent zugelegt. Gleichzeitig warnen alle Hersteller davor, dass steigende Preise zu sinkenden PC-Absätzen führen.

Der Teuerung im Technik-Bereich kann man noch einigermaßen leicht entgehen. Geplante Anschaffungen kann man in der Hoffnung verschieben, dass sich die Preise wieder normalisieren. Oder man schraubt seine Ansprüche etwas zurück und kauft dann eben das günstigere Modell.

Die Teilnehmer an dem oben genannten Wettlauf warten aber nicht darauf, dass ihre KI-Ambitionen Früchte tragen. Sie legen die Kosten bereits jetzt auf ihre Produkte um. Nicht nur die Hardware selbst, auch die Software-Dienste steigen im Preis. Demzufolge werden auch die damit verbundenen Dienstleistungen teurer. Und weil wir in Zeiten leben, in denen nichts mehr ohne IT läuft, schlägt die durch das KI-Wettrüsten generierte Teuerung früher oder später in nahezu allen Lebensbereichen auf.

Selbst im Brot von Eurem Bäcker um die Ecke steckt vielleicht bald jede Menge KI. Und sei es nur im Preis.

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Im April 2025 kaufte ich 32 GB RAM für meinen NAS-Server
Da bist du noch gut weggekommen, war wohl kein DDR5. Ich hatte letzten Sommer 2x16GB DDR5 TridentZ Neo cl30 6000MHz EXPO für ca 125 Euroten gekauft - Anfang Februar dieselbe Typnummer ~650 Euroten
Ähnlich mit 2x16GB DDR5 Patriot Viper Venom 6000 EXPO - letzten Sommer 89 € , im Januar 450 !
Gegen Ende Februar hat sich der Preis mal kurz stabilisiert. Mitlerweile geht der Zinnober aber wieder los.
Gottseidank war die Erneuerung einiger PC im September 2025 auf AM5 erledigt. Hätte ich mir jetzt so nicht leisten wollen.
 
Da wurde eine gigantische Geldverbrennungsmaschine angeworfen, ohne zu wissen, ob sie sich eines Tages bezahlt macht. solange das niemand weiß, rennen alle auf Verdacht mit voller Geschwindigkeit weiter.
und immer wieder: Hauptsache es vorwärts, die Richtung ist egal.

Wessen Geld wird da eigentlich verbrannt? Das existiert doch eigentlich nur als Luftnummern sprich wahnwitzige Kredite im Kreisverkehr. Leihst du mir, leih ich dir.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Webwatcher

Der Markt regelt schon.
ot:
Ohne einen Vergleich machen zu wollen, der in moralische Diskussionen geht. Ich war vor einiger Zeit nicht schlecht überrascht, als ich zu Sklaverei recherchierte und die Zahlen sah, ab wann die Lieferungen in die Höhe gingen: bei Marktöffnung und der Erlaubnis für freie Händler, sich daran zu beteiligen. Der Vergleichspunkt zu hier ist, dass auch damals ein Wettrennen stattfand und alle dort mitmachen durften, wo vorher nur wenige staatlich kontrollierte Aktiengesellschaften tätig waren (Kompanien), die etwas mehr prestigeorientiert als profitorientiert waren (deren Bestehen hing besonders vom politischen Willen ab, bei kleineren Händlern hing es vom Profit ab).

Damals wurde kein Maß genommen für menschliches Leid, heute keines für umweltliche Schäden und auch nicht für wirtschaftliche Kollateralschäden.

Es ist etwas frustrierend, wenn man so auch blickt auf die beiden Ölpreiskrisen in den 1970ern. Weil dort auch das alte wirtschaftliche Erklärmodell Keynesianismus versagte, denn es blickte nur auf die Nachfrageseite und wollte mit Geld die Ölkrise lösen (Problem lag aber beim Angebot). Das Modell wurde ersetzt durch ein neoliberales Modell, das seither nur die Angebotsseite betrachtet und vom Sparen redet und zugleich den Staat komplett aus der Wirtschaft halten will (außer in Krisen, da greift man auf das alte Modell zurück, bevor Großstrukturen der Wirtschaft zusammenbrechen, deswegen wird heute auch fancy-pancy von synthetischen Modellen geredet).
 
...

Wessen Geld wird da eigentlich verbrannt? Das existiert doch eigentlich nur als Luftnummern sprich wahnwitzige Kredite im Kreisverkehr. Leihst du mir, leih ich dir.
Banken. Sie leihen zuletzt. Und wenn sie in Gefahr geraten und zu wichtig sind, springt der Lender of Last Resort ein, also geht es ins Staatsdefizit über. An sich nicht zwangsläufig ein Problem, aber wir hören oft vom "ausgeglichenen Haushalt" oder "Staatsausgaben müssen entsprechen den Steuereinnahmen", und wenn man so spielen will (Gesetze machen sich nicht allein, Schuldenbremse ist nicht durch Zufall da), dann wird gekürzt. In Deutschland würgt man dadurch die Wirtschaft aber weiter ab, weil wir kaum Wachstum haben.
 
Es stellt sich die Frage, ob die Errichtung der Rechenzentren tatsächlich erforderlich ist. Es ist denkbar, dass diese Maßnahmen lediglich aus Angst vor einem Rückstand in der KI-Entwicklung ergriffen werden. Diese Bedenken sind jedoch nicht völlig unbegründet. Technikunternehmen, die die aktuelle Entwicklung verpassen, werden in Zukunft mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sein. Folglich dürften viele aktuelle Entscheidungen von einem gewissen Grad an Panik geprägt sein. Zusätzlich trägt der Konflikt mit dem Iran zur weiteren Verteuerung bei. Insgesamt ist diese Entwicklung besorgniserregend, wobei der Konflikt mit dem Iran sogar ein menschliches Desaster darstellt. So weit dürfte es eigentlich niemals kommen.
 
Banken. Sie leihen zuletzt. Und wenn sie in Gefahr geraten und zu wichtig sind, springt der Lender of Last Resort ein, also geht es ins Staatsdefizit über.

So war es bisher.
Kleinere Banken, die in eine Schieflage gerieten, wurden von größeren Banken geschluckt. Und das Ergebnis nannte sich "too big to fail".
Doch Kritiker spotteten schon damals, dass es am Ende ein "too big to save" ist.

Aktuell sind bei den KI-Schulden alle US-amerikanischen Tech-Giganten beteiligt. Und die Banken verleihen nur allzu gerne das Geld an die Tech-Giganten.

Und wie soll die KI denn profitabel werden? Indem sie jeden Menschen ersetzen kann? Womit sollen denn dann die Menschen das Geld erwirtschaften, mit dem sie die KI bezahlen?

Und was passiert, wenn die Schulden schneller zum Problem werden, als die KIs profitabel werden?
Dann gegen die US-amerikanischen Tech-Giganten kaputt und China springt ein, die nicht alles auf Schulden bauen.
 
Indem sie jeden Menschen ersetzen kann? Womit sollen denn dann die Menschen das Geld erwirtschaften, mit dem sie die KI bezahlen?
Genau das frag ich mich schon lange. Wenn nur noch Klempner&Co einen Job haben, der aber auch nicht mehr rentabel ist, wenn die Kunden die Rechnung nicht bezahlen können. Die white-color jobs sollen ja angeblich in 18 Monaten fast völlig auf der Abschussliste stehen

[sarkasmus]müssen halt ihre Kragen blau färben oder Frührentner werden....
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wie soll die KI denn profitabel werden? Indem sie jeden Menschen ersetzen kann? Womit sollen denn dann die Menschen das Geld erwirtschaften, mit dem sie die KI bezahlen?
Genau, das ist das Problem. KI, genauer gesagt, spezialisierte KI, wird so einige Menschen ersetzen. Allerdings hat man bei fortschreitender Technik sich nie darum geschert, wie viele Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Wenn sich der Einsatz von KI rechnet, wird KI eingesetzt werden. Dass die Menschen, welche durch KI freigesetzt werden, sich viel weniger leisten können als zuvor, wird man erst merken, wenn die Gewinne sinken, was dann in der heutigen Milchmädchenrechnung zu noch mehr Automation führt. Ein Teufelskreis.
 
Jetzt kommen garantiert die Beschwichtigungen:
Das hat es früher auch schon gegeben, dass Berufszweige redundant wurden. Hier sind aber nicht nur Zweige sondern ganze Bäume bis hin zu Wäldern und wie dieser Kahlschlag verkraftet werden soll, steht nicht auf der Agenda der KI-Profiteure.

Nachtrag:
https://edition.cnn.com/2026/03/02/business/ai-tech-jobs-layoffs
Das ist so einer der Beschwichtiger: alles halb so wild, nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird....
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube nicht, dass diese riesigen Rechenzentren gebaut werden, damit die Sekretärinnen dieser Welt ihren Job verlieren oder damit sich User in Foren über ChatGPT und Co. entrüsten können.

Die ganze Sache hängt wohl ein paar Etagen höher, wie der jüngste Streit zwischen Trump und Anthropic zeigt. Es geht um das gigantische Zusammenführen von verstreuten Daten für die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden sowie um die Entwicklung "intelligenter" Waffen, bis hin zu autonomen Waffen. Da besteht schon jetzt ein Wettlauf zwischen den USA und China. Wir Consumer sind nur die Dödel, die dieses Wettrüsten durch Mondpreise für Hardware mitfinanzieren.

 
Die heutige Zeit lässt mich glauben, dass viele Dystopien (Erzählungen über unerwünschte Zukunft) aktuell real werden...

Zwei Absätze aus dem Artikel:
"Selbst die Fortschrittgläubigen <Autoren> zweifelten zunächst an den technischen Möglichkeiten. Erst als ihre Vorstellungen von der Realität eingeholt wurden, bestand ein Grund, die technische Weiterentwicklung und ihre Tendenzen anzugreifen."

"Eine dystopische Gesellschaft ist oft charakterisiert durch eine diktatorische Herrschaftsform oder eine Form repressiver sozialer Kontrolle. Typische Charakteristika einer Dystopie: Dem Individuum ist durch mechanisierte Superstaaten jegliche Freiheit genommen, die Kommunikation der Menschen untereinander ist eingeschränkt oder anderweitig gestört, unethische Großunternehmen haben weitreichende Kontrolle oder das Bewusstsein der eigenen Geschichte oder eigener Werte ist gekappt."
 
So war es bisher.
Kleinere Banken, die in eine Schieflage gerieten, wurden von größeren Banken geschluckt. Und das Ergebnis nannte sich "too big to fail".
Doch Kritiker spotteten schon damals, dass es am Ende ein "too big to save" ist.

Aktuell sind bei den KI-Schulden alle US-amerikanischen Tech-Giganten beteiligt. Und die Banken verleihen nur allzu gerne das Geld an die Tech-Giganten.

Und wie soll die KI denn profitabel werden? Indem sie jeden Menschen ersetzen kann? Womit sollen denn dann die Menschen das Geld erwirtschaften, mit dem sie die KI bezahlen?

Und was passiert, wenn die Schulden schneller zum Problem werden, als die KIs profitabel werden?
Dann gegen die US-amerikanischen Tech-Giganten kaputt und China springt ein, die nicht alles auf Schulden bauen.
Da gibt es keine Fragen. So war es und so bleibt es, solange das Geldsystem nicht neu geregelt wird. Es hat sich seit 2017 nicht geändert: Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess.

Erst mal also brauchen Geschäftsbanken weder Zentralbankguthaben noch Einlagen der Kunden, um die Kredite zu erzeugen, die bei Rückzahlung wieder vernichtet werden, dass nur für die Banken die Gewinne aus Zinsen bleiben. Am Ende bleibt auch, dass etwas gebaut oder getan wurde, das in Zukunft Gewinne erzeugen kann.

Es spielt allein eine Rolle, welcher Schaden entstehen könnte, wenn das Geld nicht mehr fließt. Banken werden dann gerettet, wenn der wirtschaftliche Schaden als zu groß angesehen wird, sollten sie den Forderungen gegen sie nicht mehr nachkommen können.

--

KI soll am besten einige Leute ersetzen, wie es mal versprochen wurde, aber bis jetzt sieht es nicht so aus, die Leute arbeiten mehr mit KI, hier wird das aufgegriffen: Studie: Wenn KI nicht weniger, sondern mehr Arbeit macht
 
KI soll am besten einige Leute ersetzen, wie es mal versprochen wurde,
Solange alle Anwendungsmöglichkeiten und Bereiche in den großen KI-Topf geworfen werden und umgerührt wird, kann es keine seriöse Prognose über die weitere Entwicklung geben. Jeder versteht etwas anderes darunter und die Big Techs schüren dieses Chaos noch zusätzlich mit ihren rosarot gefärbten Zukunftsversprechungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht nochmal zu Illustration, worum es unter anderem wirklich geht und was uns droht, wenn wir nicht aufpassen:

Edit
Palantir arbeitet daran, mittels KI Freund und Feind zu unterscheiden.
Die Drohnen-Firma Helsing ist inzwischen 12 Milliarden Euro wert.
Da müssen schleunigst weltweit Regeln her. Aber der US-Regierung ist das egal. Den Chinesen sowieso. Stattdessen werden Monster-Rechenzentren aus dem Boden gestampft, um ja die Nase vorn zu haben.
Und vielleicht sollten wir uns das überlegen, bevor wir für Mondpreise Speicher kaufen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Mauersegler
Dazu hat auch der YouTube-Kanal The Morpheus ein schönes Video gemacht.

@Webwatcher
Das wird indirekt in der Studie gesagt, auf die ich verwiesen habe, aber dabei kann man nicht stehen bleiben, wenn man eine seriöse Position haben will. Jeder Gewinn an Effizienz wurde historisch in Produktion umgewandelt, und jedes Mal finden sich Leute, die davon ausgehen, dass Menschen weniger arbeiten. Das kann man nachlesen, aber das sagt nichts aus, was jetzt passiert.
Allerdings kann man untersuchen, was die Leute tatsächlich tun. In der Studie fand man, dass die Leute mehr erledigen, weil sie weniger Arbeit delegieren und KI dafür nutzen, um neben ihrer Arbeit etwas anderes gleichzeitig zu bearbeiten, weil sie KI als zweiten Kopf nutzen wollen.

--

Zu meinem vorigen Post wollte ich ergänzen: Ich wollte nicht sagen, ob es gut oder schlecht ist. Ich hätte aber besser betonen sollen, dass unser Wirtschaftssystem dadurch vermutlich nicht dauerhaft Schaden nehmen wird, aber es trägt dies auf den Schultern der Kleinen aus. Wie folgt:
Die Endverbraucher werden den Konsum einschränken müssen, als ob Kriegswirtschaft herrschte, weil ein Teil der Produktion für den Krieg gebraucht würde. Jetzt ist das Szenario hier kein Krieg, aber ein Ressourcenbedarf durch KI und Teile der Wirtschaft stellen die Weichen um und produzieren vorwiegend für KI.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man schon mal die KI nach den Unterschieden zweier Roller befragt:

Man sollte KI - Ergebnisse schon immer gegenprüfen bzw. mit Vorsicht betrachten:

Medley 125: Reihensechszylinder, auch als Diesel erhältlich
Liberty 125: V8, Biturbo, nur als Benziner erhältlich

Schade, dass die KI hier fälschlich 3 & 4 Zylinder angibt.
 
Genau das sind ja auch Dinge, die von Sprachmodellen nicht geleistet werden können, weil sie weder einen Wahrnehmungsapparat für die Umwelt haben noch einen Körper, um damit zu agieren.
 
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