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[gelöst] Windows Explorer: Dateien werden nicht angezeigt

ignus

kennt sich schon aus
Hallo Community,

das Problem, siehe Anhang:

Wie man unschwer sieht werden alle Dateien im Dateimanager nicht angezeigt.

Ich bin als Admin eingeloggt.
Ich habe "alle Dateien anzeigen" aktiviert.
Bekannte "Dateien ausblenden" ist deaktiviert.

Ich kapiers nicht und mich treibt das Vistavieh mal wieder in den Wahnsinn..:cry:
Und warum zum Geier darf ich als Admin keine Datei im Ordner Programme (86) erstellen??


Ich hoffe jemand kanns mir erklären.
Bitte helft!

MfG Ignus
 

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Also im Ordner Programme (x86) fliegen normal keine "losen" Dateien rum.
Deine Playlists sind aber sehr wohl zu sehen.

Was ich sonst noch sehen kann ist, dass du Filezilla und den VLC-Player mal updaten solltest. Die sind nämlich schon etwas angestaubt ;)
 
Hallo Ignus, du hast ein 64-Bit-System. Solltest du deinen anderen installierten Programme suchen, dann schau mal in den Ordner Programme.
 
Höö?
Sieht denn keiner was ich sehe oder was?
Im normalen Dateimanager werden mir die anderen 3 playlists nicht angezeigt, welche ich ansonsten ausschließlich nur noch über sekundäre Datei-Fenster, wie z.b. beim speichern und laden innerhalb anderer Programme, sehe.

Das ist doch ein Unding mensch!
Woch mir meine Playlists speichere sollte dem System doch wohl egal sein - solange es nicht im Windows Ordner ist.

Woran liegt das nun? Am 64bit System? Kannst du mir das näher erklären?

MfG Ignus
 
Das ist ein "Problem" der Datei- und Registrierungsvirtualisierung in Vista.
Sie sorgt dafür, daß Benutzer (und programme) mit eingeschränkten Berechtigungen in Verzeichnisse schreiben kann,
die eigentlich von Windows verwaltet werden.

Die Anzeige in Dialog-Fenster "Speichern unter..." wird von VLC angezeigt, daß ist im Grunde genommen kein Explorer-Fenster oder
eine 2. Instanz des Explorers (Stichwort "R-Klick auf die Datei -> In neuem Fenster öffnen").

Es "sieht" also nur VLC die von dem Programm erstellten Dateien, in deinem Fall die Playlisten.

Damit du die virtualisierten Dateien auch im Explorer angezeigt bekommst, mußt du die Schaltfläche "Kompatibilitätsdateien"
in der Explorerleiste nutzen. Die Schaltfläche wird nur angezeigt, wenn virtualisierte Dateien vorhanden sind (s. deinen Anhang).

Das eigentliche Verzeichnis der (nicht angezeigten/virtualisierten) Dateien befindet sich unter

C:\Users\Benutzername\AppData\Local\VirtualStore

Warum virtualisierte Dateien?
Wenn ein Programm installiert wird oder Speicherorte von Programmen
in Verzeichnisse gelegt werden, die von Windows verwaltet werden, sind Administratorberechtigungen Voraussetzung dafür.
Wird ein Programm in ein solches Verzeichnis installiert, gibt es für Windows nur 2 Möglichkeiten:

Das Programm wird entweder von Windows blockiert (AppCrash bei Programmaufruf) oder virtualisiert angelegt,
damit das Programm mit eingeschränkten Privilegien/Berechtigungen funktioniert.

Das gleiche gilt für Dateien, die dort abgelegt werden.

Außerdem:
Macht es Sinn, Playlisten ausgerechnet im Programmverzeichnis abzulegen, wo es doch u.a. einen Musikordner
im Benutzerverzeichnis gibt?
 

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Wenn er mal im ersten Post erwähnt hätte, um welche Dateien es sich genau handelt. Naja... :rolleyes:
 
Vielen Dank Franz für deine sehr gute Erklärung! :)
Habs jetzt verstanden.
Roberto, mir war nicht bewußt dass das so Normal ist, ich dachte es wäre ein offensichtliches Problem...

Diese Einschränkung scheint mir bei Vista dennoch etwas sinnfrei.
Berechtigung hin Berechtigung her, im Ordner Programme kommen immer third party Installationen rein, warum man dann denoch keine sonstigen Dateien darin spreichern darf erschließt sich mir nicht, weils im Endeffect nichts anderes wäre.

Btw. habe ich, wie man im Screen auch noch erkennt ;) einen Ordner namens "spiele" angelegt. Wieso wird der Ordner "spiele" von den Berechtigungen her nicht genauso behandelt wie der Ordner "Programme"?
Im Grunde erfüllen beide die gleiche Funktion und sind auf gleicher Ordnerebene.
------------------

Macht es Sinn, Playlisten ausgerechnet im Programmverzeichnis abzulegen, wo es doch u.a. einen Musikordner
im Benutzerverzeichnis gibt?
Antwort: Die wahnwitzigen Ordnerverschachtelungen in "Benutzer" konnte ich bisher noch nie leiden und nutze diesen eigendlich auch nie - ausser um mal die dämlichen Flashcookies zu löschen.
Man hat einfach zu wenig Kontrolle über den Bereich. Die ganzen neumodischen Programme tun da ihren Müll hinterlegen mit dem der Nutzer eigendlich garnichts anfangen kann&will weil sie meinen der User braucht da was.

Nenn es einen Faible oder eine Macke von mir.
Ich habe es generell am liebsten wenn Programme ihr Zeug standartmässig vorrangig im eigenen Installationsverzeichnis ablegen. Dann ist alles schön Zentral zum Programm und nicht im Ordnerdschungel von Nirvana.
Sei es config-files, save-files, temp-files oder sonstiges.

XP war dahingehend noch richtig umgänglich...
So im Nachhinein scheint mir, hat man wohl Versucht ein ähnliches Sicherheitssystem bei den Berechtigungen wie in Linux zu etablieren. Nur ist das nicht wirklich gelungen.

Handhabt es Windows 7 eigendlich genauso wie Vista? Oder gibt es da schon wieder Verwaltungsunterschiede?

MfG Ignus
 
Prinzipiell ist es ja Windows egal, wo du Programm- und Produktivdaten
ablegen möchtest.
Allerdings wird von den Programmen vorgegeben, das Benutzerverzeichnis
als Standard-Ablage zu nutzen.

Gründe dafür sind hauptsächlich:

- Standardisierung von Prozessabläufen in Windows
- einheitliche Konventionen hinsichtlich temporärer und Programmdateien
- Sicherheit für Zugriffsberechtigungen
- Schutz des Systems vor evtl. falscher Treiber
- Stabilität für Programmabläufe
und
- unnötiger Ressourcenverbrauch (z.B. aufgeblähte und defragmentierte Registry)
- sicherer Datenaustausch im Netzwerk

Das klingt jetzt alles höchst theoretisch und oberflächlich, aber,
stell dir vor, wenn alle laufenden Prozesse gleichzeitig auf bestimmte Dateien (Treiber-, System-, Bibliotheksdateien) zugreifen müssen,
würde es enorme Performanceeinbußen geben, da alle verfügbaren Dateien auf unterschiedliche Pfaden in unterschiedlichen Verzeichnissen
abgerufen werden müssen.
Der (Arbeits-) Speicherbedarf würde sich hier mindestens verdoppeln.

Wenn alle Programmdateien in einem nicht geschützten Bereich abgelegt
werden, ist zudem die Verseuchungsgefahr höher.

Und hier kommt die Geschichte ins Rollen, warum man nicht unbedingt
im Programmverzeichnis Produktiv-Daten ablegen sollte.
Aus dem Benutzerverzeichnis heraus kannst du jederzeit sichere Kopien
erstellen, temporäre Inhalte gelöscht werden und Benutzerkonfigurationen individuell abgerufen werden.
Ist das Programmverzeichnis aber verseucht, in dem auch Produktivdaten abgelegt sind,
wird es um einges schwieriger, hier Rettungsmaßnahmen durchzuführen und Programm-Einstellungen können
nicht mehr auf ein neues System übertragen werden.

Die Ablage von Programmdateien im Benutzerverzeichnis vereinfacht auc
h den Herstellern die Programmierung der Anwendungen, weil sie standadisiert werden kann.
Das senkt Herstellungskosten. Zudem müssen verschiedene Treiber mitunter kommunizieren und
zusammenarbeiten, auch hier wäre ein willkürliche Ablage von Programmdaten ressourcenfressend.

Zu guter Letzt sehe ich aber den Vorteil im Benutzerkonto die Transparenz (Local, Local Low und Roaming),
die Mobilität (Umzug eines Kontos auf einen anderen PC) und die Konfiguration der Gruppenrichtlinien im Netzwerk.
Vermutlich ist das für Einzelanwender irrelevant oder sekundär, aber Windows ist nun mal eine Kommunikations-Platform für das
Netzwerk und Internet und deshalb so aufgebaut.

Noch etwas kurzes zu den Berechtigungen:
Unter Unix werden gibt es Datei-Berechtigungen, unter Windows sind es die NTFS-Berechtigungen.

Das sind letztlich 2 paar Stiefel und unterschiedliche Formen von Richtlinien, führen aber beide zum gleichen Resultat.
Die NTFS-Berechtigungen werden in Windows seit Einführung von NT
gleichermaßen abgehandelt, Änderungen fanden nur geringfügig statt.

Größere Änderungen im Vista/Server 2008/Windows 7-Bereich kenne ich
nur von den Domänen und der Active Directory und sind für Einzelbenutzer eher uninteressant.

Insgesamt hat sich der Windows-Kernel, und damit der Zugriff auf
Systemtreiber, seit der Einführung des SP2 in Windows XP, erheblich geändert.
 
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