Meinung: Wir brauchen viel mehr DRM-Katastrophen

Meinung: Wir brauchen viel mehr DRM-Katastrophen

Grundsätzlich ärgere ich mich über Nachrichten, deren Überschriften irreführend oder gar tatsächlich falsch sind, nur um den Nutzer zum Klick zu animieren. Oft verbreiten sich dadurch Halb- oder Unwahrheiten, weil ja sehr viele Leute nur noch die Überschrift lesen und sich den Rest denken.

Die Überschriften wie „Microsoft schaltet Server ab – eBooks funktionieren nicht mehr“ hätten mich daher auch ärgern müssen. Inhaltlich ist das vollkommen korrekt, wenn man aber weiß, dass dies keinen einzigen deutschen Kunden betrifft, weil Microsoft hierzulande gar keine eBooks über den Store verkauft hat, dann ist es zumindest schon mal halb so interessant. Und wenn man außerdem weiß, dass Microsoft allen Kunden, welche die nun nicht mehr funktionierenden eBooks erworben haben, den vollen Kaufpreis erstattet, dann bleibt von der vermeintlichen Breaking News beinahe nichts mehr übrig, was erwähnenswert wäre.

Mich haben diese irreführenden Überschriften aber gefreut. Sie haben nämlich, so konnte ich das in diversen Kommentarspalten sowie in Diskussionen auf Facebook und Twitter mitlesen, die Diskussion über den Kauf digitaler Güter befeuert, und das ist eine gute Sache. Da besteht nämlich Nachholbedarf.

Ich bin kein grundsätzlicher Gegner des Digital Rights Management, kurz DRM. Es ist für bestimmte Angebote ein wichtiges Werkzeug. Wenn ein Anbieter digitale Inhalte zeitlich befristet anbietet, dann muss ja irgendwie sichergestellt werden, dass nach Ablauf des bezahlten Zeitraums keine Nutzung mehr möglich ist.

Ich lehne DRM aber grundsätzlich überall ab, wo etwas „verkauft“ wird, zum Beispiel bei Büchern oder Filmen. Ich setze „verkauft“ bewusst in Anführungszeichen, weil es gar keinen Verkauf gibt. Es ist immer eine Miete, ein befristetes Nutzungsrecht mit unbekanntem Verfallsdatum. Irgendwann, früher oder später, werde ich das Buch oder den Film nicht mehr nutzen können.

Ich habe den Eindruck, das ist vielen Menschen nicht so wirklich bewusst oder sie nehmen es nicht ernst genug. Und darum brauchen wir mehr und echte Katastrophen, die Geschichte mit den eBooks aus dem Microsoft Store ist ja keine, denn es kam effektiv niemand zu Schaden.

Bücher oder Filme sind für mich schon immer „Anschaffungen fürs Leben“ gewesen, so ist das nach wie vor. Ich habe einige Filme digital gekauft, bis mir bewusst wurde, welches Risiko ich damit eingehe, und dann habe ich ganz schnell wieder damit aufgehört.

Dem Disney-Manager Peter Lee wird das Zitat nachgesagt: „Wenn die Kunden wissen, dass DRM existiert, oder wenn sie gar verstehen, wie es funktioniert, dann haben wir versagt.“ Das Misstrauen gegen die Industrie ist also durchaus gerechtfertigt. Da jede Firma gerne zufriedene Kunden hat, ist deren „böser Wille“ aber nicht die eigentliche Gefahr. Was aber, wenn ein Unternehmen pleite geht oder ein Rechteinhaber seine Lizenzen zurück zieht? Dann steht man schnell mit einer wertlosen Datei da.

Wenn man außerdem sieht, was aktuell in der Welt los ist und wie radikale Strömungen zunehmen, kommt noch eine andere Gefahr ins Spiel. Stellt euch nur mal vor, es hätte 1933 schon DRM gegeben. Niemand hätte irgendwelche Bücher verbrennen müssen – ein Klick auf dem Server, und niemand liest mehr, was nicht gelesen werden soll.

Konsequenterweise müsste dieser Beitrag mit einem Boykottaufruf enden, aber ich bin Realist genug, um zu wissen, dass mein Gedanke gar nicht zu Ende gedacht werden kann. Man dürfte dann auch keine Spiele digital kaufen, und selbst ein Bluray-Film kann so verdongelt werden, dass man ihn nur nach den Regeln des Verkäufers abspielen kann. Ich muss euch daher leider so hilflos zurücklassen, wie ich mich selbst bei dem Thema fühle. Natürlich gibt es Mittel und Wege, den DRM-Schutz zu entfernen und das als digitale Notwehr zu deklarieren, aber das kann doch auch nicht die Lösung sein. Ich verzichte daher weiterhin auf den „Kauf“ von DRM-geschützten Medien, wo ich nur kann.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Ich habe den Eindruck, das ist vielen Menschen nicht so wirklich bewusst oder sie nehmen es nicht ernst genug. Und darum brauchen wir mehr und echte Katastrophen
    Warum? Wer sich nicht bewußt ist, was er da kauft, dem sollte eher die Geschäftsfähigkeit abgesprochen werden als daß er auch noch vom Verbraucherschutz gepampert wird. Bisher kann man bei jedem der Anbieter nachlesen, zu welchen Bedingungen die Abgabe der digitalen Güter erfolgt. Es braucht also keine Katastrophe, sondern endlich mündige Verbraucher, die nicht bei jedem Problem angejammert kommen. Wenn ich ein Kilo Hackfleisch heute morgen beim Metzger kaufe, kann ich mich schließlich auch nicht beschweren, wenn das nach ein paar Tagen roh im Kühlschrank ungenießbar ist oder sogar wieder lebendig wird, weil nicht auf der Tüte stand, daß das innerhalb von 24h durchgegart werden sollte.
    Es scheinen sich heute derart viele Menschen vom Leben entfernt zu haben, daß man sich wundern muß, wie die Welt überhaupt noch funktioniert oder wie diese Menschen in der Lage sind morgens einen Fuß nach dem anderen aus dem Bett zu heben.
    Wir haben inzwischen in Deutschland und der EU eines der verbraucherfreundlichsten Rechtssysteme. Noch mehr Schutz wird gar nicht benötigt. Das System ist sogar so freundlich, daß man schon seit Jahren AGBs nicht mehr unbedingt lesen muß, weil nachteilige Klauseln gegenüber dem Kunden einfach unwirksam werden. Das System kann natürlich einzelne unerfreuliche Episoden einzelner Kunden nicht verhindern, aber das löst man nicht durch noch mehr Verbraucherschutz. Kriminelle, Gauner usw. gibt es auf beiden Seiten.
    Daß die Anbieter jetzt nicht mit den Nachteilen von Erwerb digitaler Güter hausieren gehen, kann kaum kritisiert werden. Auf jedem anderen Geschäftsfeld läuft es genauso und keinen stört es.
    Disclaimer: Ich leihe und kaufe tatsächlich bei Amazon Filme und Serien, weil es praktischer und/oder billiger als Videothek, DVD und Co. ist und ich bzgl. derlei Güter keiner Sammelleidenschaft unterliege. E-Books habe ich dagegen noch nie gekauft, aber nicht wegen DRM, sondern weil ich gedruckte Bücher für wichtig halte und ich mich nicht mit der Handhabung von E-Books anfreunden kann.
    Meine Meinungen dazu:
    1.) Eine digitale Welt mit digitalen Gütern ist nicht mehr an Ländergrenzen gebunden, d.h. die Aussage "es betrifft keine Deutschen Kunden" ist/kann insofern irreführend sein als man durchaus auch als Deutscher Sachen in einem anderen Store kaufen kann, oder hat noch nie ein Deutscher z.B. bei Amazon.uk oder .us bestellt (z.B. digitale Inhalte für Kindles, die bei uns gar nicht angeboten werden)?
    2.) Digitale Bücher leben davon, dass man auch Notizen dazu machen kann. Das Ersetzen eines Kaufpreises allein kompensiert den Zusatzaufwand nicht, wenn solche Zusatzinformationen unbrauchbar gemacht werden.
    3.) Man kauft eigentlich eine Lizenz zum Lesen/Hören etc. und das meist noch zeitlich unbegrenzt. Es gibt keinen Grund wieso der Gesetzgeber nicht vorschreiben sollte, dass diese Lizenz zwingend an andere Stores übertragbar sein muss (eventuell gegen ein kleine Bearbeitungsgebühr). Das wäre nämlich das faire DRM Modell. Ich kann meine Telefonnummer ja inzwischen auch von Provider A zu B mitnehmen, ähnliches sollte für digitale Lizenzen gelten.
    Man kauft eigentlich eine Lizenz zum Lesen/Hören etc. und das meist noch zeitlich unbegrenzt.
    Man kauft die zu den Bedingungen, denen man beim Kauf zugestimmt hat. Da steht nicht unbedingt überall unbegrenzt und bei zeitlich unbegrenzten Angeboten gibt es diverse Ausnahmen und Kündigungsrechte für beide Seiten. Ob der diversen klagefreudigen Verbraucherschützer, scheinen diese Bedingungen nicht so leicht anfechtbar zu sein, denn es hat bisher noch niemand versucht.
    Digitale Bücher leben davon, dass man auch Notizen dazu machen kann. Das Ersetzen eines Kaufpreises allein kompensiert den Zusatzaufwand nicht, wenn solche Zusatzinformationen unbrauchbar gemacht werden.
    Das muß man sich überlegen, bevor man wichtige Notizen in digital geschützte Bücher einfügt. Die Erstattung des vollen Kaufpreises ggf. mit Anpassungen an aktuelle Marktpreise für diese E-Books dürfte auch vor Gericht standhalten.
    Es gibt keinen Grund wieso der Gesetzgeber nicht vorschreiben sollte, dass diese Lizenz zwingend an andere Stores übertragbar sein muss (eventuell gegen ein kleine Bearbeitungsgebühr).
    Es gibt sogar mehrerer Gründe dagegen. Erstens ist der Gesetzgeber nicht dafür da, die Vorstellungen, die jemand an die Ausgestaltung eines Geschäfts hat, umzusetzen. Es herrscht immer noch Vertragsfreiheit, also können zwei Geschäftspartner auch zeitlich befristete Lizenzen vereinbaren und auch die Bindung einer solchen Lizenz an ein Kundenkonto muß erlaubt bleiben. Zweitens ist das anders als bei Telefonnummern gar nicht möglich, weil die Anbieter der Inhalte i.d.R. selbst nur Nutzer sind. Man wird kaum einen Anbieter zwingen können jetzt Disney-Filme o.ä. zu lizenzieren, nur weil man sich diesen als neuen Streaming-Anbieter ausgesucht hat und man bei seinem alten Anbieter Zugriff auf diese Filme hatte. Ebenso kann kaum Disney oder jeder andere Inhaltsproduzent gezwungen werden mit allen Streaming-Anbietern Verträge einzugehen.
    Wenn ich ein Medium egal ob als pdf, mp3 oder in irgendeinem Video Format nicht auch DRM Frei bekomme um es irgendwo Privat zu sichern kaufe ich es einfach nicht, den Mist gebe ich mir nicht mehr das egal welche Anbieter Server deaktivieren und ich auf meine Inhalte keinen zugriff mehr habe.
    Und genau da sehe ich die Grundprobleme in der jetzigen Praxis:
    Der Kauf der Lizenz also des Nutzungsrechtes muss entbündelt werden von dem technischen gelieferten Gut, der am
    Server vorgehalten wird. Die Lizenz sollte übertragbar sein, das DRM geschütze File hat seinen eigenen Preis und geht
    an den Provider des Streamingdienstes (das wäre dann verloren). Bzw. könnte ich das so wie früher ja selber hosten.
    Ging doch mit Lizenzkeys bei Software auch oder? Da hatte man auch einen Key und die Software selber war auf
    jedem beliebigen Datenträger.
    Moderner bezahlt man halt einen kleinen Obulus für die Streaminginfrastruktur und einen Teil an Lizenkosten,
    der erste Teil geht verloren, der zweite Teil ist mit Dir verknüpft und muss übertragen werden können.
    Bei jedem Kaufabschluss müssen alle Lizenzbedingungen, die für den Kauf relevant sind dargestellt werden.
    Findet man das in der Praxis so: Nein.
    build10240
    Warum? Wer sich nicht bewußt ist, was er da kauft, dem sollte eher die Geschäftsfähigkeit abgesprochen werden als daß er auch noch vom Verbraucherschutz gepampert wird.

    Amen. :)
    Es muss endlich mal aufhören, dass man überall bemuttert wird. Der Konsument ist mündig, und nicht hörig. Wenn ich bei Steam kaufe, dann kaufe ich, weil ich dort kaufen möchte, nicht, weil ich dazu gezwungen werde.
    Und, mal abgesehen davon, wird diese Diskussion auch immer viel zu einseitig geführt. Was ist mit der Industrie, die große Einbußen durch das Verhalten mancher Konsumenten hat? Dass DRM-frei eine legal illegal scheissegal Haltung fördert, will nie jemand einsehen. Am Ende ist DRM für den Konsumenten sogar förderlich, wenn die Industrie nicht erhöhte Preise an den Kuden weiter reichen will, um für die Einbußen durch Softwarepiraterie zu kompensieren. Natürlich muss das irgendjemand bezahlen, und, dieser jemand ist natürlich der Kunde. Also, wenn man auf DRM schimpfen möchte, oder auf hohe Preise, dann bitte den Blick auf die Softwarepiraten lenken, ,nicht auf die bösen Unternehmen.
    Wegen des DRM-Problems kaufe ich mir auch nur Filme auf Blu-Ray. Die sind zwar auch verschlüsselt, lassen sich aber immerhin auf jedem handelsüblichen Blu-Ray-Player abspielen und das Medium steht bei mir im Regal. eBooks kaufe ich nur ohne DRM oder mit weichem DRM, also mit Wasserzeichen. Die sind nicht verschlüsselt. Deshalb kaufe ich eBooks auf im ePub-Format und nicht im Amazon-Format, da Amazon auch dann gerne DRM-verschlüsselt obwohl das Gleiche ePub DRM-frei ist.
    Ich sehe das anders. Wenn ich dem folge hätte ich jetzt noch meine VHS Kassetten. Und auch meine CDs, DVD mit 4:3 Format schaue ich mir kaum noch an. Also eigentlich auch alles in den Sand gesetztes Geld. Bücher halten auch nicht ewig... Wenn also in 10 Jahren der eine oder andere digitale Inhalt nicht mehr verfügbar ist, so be it. Zum Thema löschen: wenn es vor 100 Jahren das Internet gegeben hätte, wären bei der Verbrennung nicht wirklich die Bücher real für immer verschwunden. Es sei denn man löscht das Internet; und heißt Chuck Norris.
    Jaja, ich bin ein Unsympath vor dem Herrn, aber ich freu mir immer ein Loch ins Knie wenn es die ach so modernen Digital-only-Deppen erwischt.
    Klar, Radio hören wird beschimpft. CD hören wird beschimpft, Geld für Software zu bezahlen ist ja sowas von out, das hat man nach relativ langer Zeit von der Linux-Gemeinde gelernt. Und da meine ich, dass man Software oder Musik oder ... in den Händen halten kann. Nur was für den Opi, die Omi hält man ja eh für zu doof ein Zeitschrift richtig aufzuschlagen.
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    Ja, ich schadenfreue mich so richtig, und wenn es in sehr abgeschwächter Form aus dem Zeigefinger von Martin kommt freut mich das um so mehr. Trotz aller werbebereitschaft scheint sich die Meinung darüber ein klein wenig zu ändern.
    Wenn also in 10 Jahren der eine oder andere digitale Inhalt nicht mehr verfügbar ist, so be it.

    Solche Geschichten werden immer übertrieben. Ich was bislang bei zwei Clouddiensten angemeldet, die geschlossen haben: Yahoo Geocities (dort hatte ich sagenhafte 15 MB Webspace! ;)), und Ubuntu One. Bei beiden Diensten wurde ich lange im voraus benachrichtigt, dass die Dienste schließen, und ich meine Daten sichern soll (bei Yahoo Geocities soweit ich mich erinnern kann ein Jahr im voraus, bei Ubuntu One ein halbes Jahr). Wenn nun also Dienste dicht machen, die DRM-geschützte Medien anbieten, dann werden die sicher nach einer Lösung suchen, damit die Produkte auch langfristig nutzbar sein werden. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch sehr unwahrscheinlich ist, dass die Großen morgen dicht machen. Und, bei Büchern, Filmen etc. ist es dann ja sogar so, dass die ohnehin weiter nutzbar sein werden.
    @Paulchen73: Vergiss nicht, dass CD's auch oft kopiergeschützt sind. ;) Und, kaputt gehen können die als physischer Datenträger natürlich auch. Und, dann stehst du im Gegensatz zu digitalen Gütern mit überhaupt nichts da.
    Ich stimme der Meinung des Autoren nicht zu. Gerade bei klassischen Datenträgern haben wir erlebt, wie vergänglich materielle Werte sein können. Mit dem Aufkommen der DVD waren die VHS-Kassetten reif für den Müll, das wiederholte sich für die DVD als die Blu-ray erschien. Und jetzt ist 4K angesagt. Gerade bei der Entwicklung der Videoformate und -auflösungen begeht man womöglich einen großen Fehler wenn man sich ein umfangreiches Archiv mit Datenträgern anlegt. Am Ende bleibt man auf viel verlorenem Geld sitzen.
    Da erwerbe ich mittlerweile doch lieber digitale Inhalte über Amazon Video & Co, die auch nicht verschleißen oder altern und dann unbrauchbar werden, und wo ein Upgrade auf das neueste Format nicht automatisch eine Neuanschaffung notwendig macht.
    In Zeiten wo mit On-Demand-Angeboten (fast) alle Titel jederzeit zur Verfügung stehen ist es allerdings ohnehin fraglich, wieso man sich noch eine käuflich erworbene Sammlung anlegen sollte. Seit ich Spotify benutze habe ich viel Platz auf der Festplatte, der vorher von mp3s belegt wurde, und auch meine CD-Sammlung aus früheren Zeiten hat schon Staub angesetzt.
    Also ich habe meine gekauften Videokassetten noch, genauso meine CDs, Bücher und Schallplatten, solange ich auch noch die dazu passenden Abspielgeräte habe, kann (Betonung liegt auf "kann") ich mir den Film ansehen oder die Musik hören. Es ist genauso mein gutes Recht, die Kassetten im Keller zu lassen oder den alten Videorekorder zu entsorgen, aber da werde ich nicht bevormundet. Anders sieht das aus, wenn ich eine gekaufte digitale Leistung nicht mehr verwenden kann, weil der Server abgeschaltet wird.
    Entweder rede ich gleich nur von einer Miete/Leihe auf Zeit, dann darf ich mich nach Ablauf dieser Frist auch nicht beschweren, oder aber die Leistung gehört mir, dann darf mir aber die Möglichkeit der Nutzung nicht einfach entzogen werden.
    Selbstredend unterliegen Videos, CDs und Schallplatten auch einem natürlichen Verschleiß, aber bei einem digitalen Medium ist das eher nicht der Fall, bzw. sollte die "Lebenserwartung" zumindest in etwa so hoch sein wie bei den vorgenannten Dingen. Deshalb kaufe ich auch immer noch Bücher oder Bild- und Tonträger, klar Netflix haben wir auch, aber das vergleiche ich mit Kino oder einem Zeitschriftenabo, da guckt man sich den Film oder die Serie an, oder liest den Artikel oder blättert weiter und zahlt dafür, nimmt Netflix jetzt die Serie aus dem Programm, oder gefallen mir einige Artikel in der Zeitschrift nicht, dann gucke/lese ich eben etwas anders oder kann mir einen anderen Anbieter oder eine andere Zeitschrift abonnieren.
    Ich gehöre aber ohnehin nicht zur bevorzugten Zielgruppe, weil ich keine Ebooks lese, kein Sky oder sonstiges Pay TV habe, kein Online Games spiele etc., Netflix läuft oft nur auf dem Laptop, selten auf dem TV. Auch Alexa und Co brauche ich nicht, Musik kommt meist von CD, Internet-Radio läuft nicht oft, ich habe mich nur einmal richtig über das Thema DRM aufgeregt, das ist allerdings schon "etwas länger" her, nämlich als die Industrie anfing ihre CDs so zu schützen, dass sie nicht mehr im Autoradio abspielbar waren, aber da ich inzwischen nur noch wenig Kilometer pro Jahr fahre, ist mir das auch egal, meistens bleibt das Radio auf den kurzen Strecken aus, ansonsten dudelt da ein Radioprogramm mit Verkehrsfunk
    alles so eine Sache. Grundsätzlich gebe ich Martin ja recht aber auf der anderen Seite...
    Gekaufte Medien sind auch nicht ewig haltbar. Das sollte man dabei halt nicht vergessen.
    Ich hab Unmengen an Video Kassetten (VHS) (alle Original nicht selbst aufgenommen) und MC´s und gut die Hälfte davon funktioniert nicht mehr. Musik leiert oder ist komplett unverständlich(hohes Pfeifen usw. Filme flimmern, haben Aussetzer oder sonstige Fehler. Dabei habe ich sie immer gut behandelt, gut verpackt und gut gelagert. Dennoch sind genug ausfälle dabei. Da hat mir der Kauf und das Physische besitzen auch nix gebracht. Selbst CD´s habe ich einige die kein CD Laufwerk mehr erkennt obwohl nicht ein Kratzer darauf zu finden ist. Genauso hab ich viele alte Spiele die einfach auf der aktuellen Hardware nicht mehr zu laufen zu bekommen sind egal mit welchem Tool. Disketten das selbe. Ich habe sogar noch ein Diskettenlaufwerk im Rechner aber wirklich brauchbar ist es nicht mehr da dreiviertel der Disketten nicht mehr funktionieren.
    Kollege von mir ist absoluter Filmfreak und hat sich gleich zu beginn Filme auf CD gekauft und was ist? auch dort sind mittlerweile welche dabei die nicht mehr Funktionieren.
    Bücher sind da allerdings eine Ausnahme. Pfleglich behandelt halten die doch sehr lange aber ich für mein Teil lese ein Buch einmal, vielleicht 2 mal und wenn es echt absolut geil ist 3 mal aber öfter hab ich noch nichts gelesen. Vielleicht ist mein Gedächtnis da zu gut aber sobald ich anfange zu lesen fällt mir nach und nach das ganze Buch wieder ein und die Spannung ist einfach weg und der Reitz des Lesens recht gering. Habe zwar viele Bücher aber im Grunde verstauben sie nur im Regal.
    Selbiges gilt bei mir auch für Filme. Daher leihe ich mir schon seit Jahren nur noch Filme aus und gut ist. Selbst Bücher lese ich oft lediglich aus der Bibliothek. Leider ist diese hier nur mager bestückt weshalb ich um den Kauf lange nicht herum gekommen bin. Mittlerweile gibt es ja Online Bibliotheken. Reicht mir. Klar das geht nicht bei Büchern wo ich mir Notizen/Bemerkungen mache fällt für mich aber eher aus mal von Fachbüchern abgesehen. Diese Kaufe ich natürlich immer noch.
    Mein Fazit ist das besitzen zwar ganz nett ist aber oft deutlich überschätzt wird und häufig auch nicht für die Ewigkeit ist.
    Übrigens... nichts für ungut, aber... ich denke, ich habe genügend darauf hingewiesen, dass ich diese Seite und den Martin mag. Aber, solche Artikel, und so eine Einstellung gegenüber anderen, nämlich diese Motivation des "Wachrüttelns", und Befeuerung bzw. Anstachelung zu Diskussionen durch, ich zitiere "mehr Katastrophen, die wir brauchen" ist mein Ding nicht. Um ganz ehrlich zu sein ist das eins der Übel der heutigen Zeit. Diese fast schon an Terrorismus erinnernden Katastrophen- und Skandal-Aufrufe der Medien, damit man einen "Hammer" hat, mit dem man die Leute wach"prügeln" kann. Ist meiner Auffassung nach einfach schlechter Stil. Wie gesagt, möchte damit keinem zu nah treten. Ich mag diese Seite, ich mag die Leute. Soll nur ein kleiner Hinweis sein, dass sowas einfach zum Stil der deutschen Medien heutzutage zählt, fast schon Bild-Zeitungs-Manier, und, dass ich sowas nicht gerade für erstrebenswert erachte. Diskussion, schön und gut. Auf eine Katastrophe zu hoffen, oder diese sogar herbei zu rufen, finde ich hingegen gar nicht gut. Und, es hat auch mit der Realität wenig zu tun. Das gehört eher in die Kategorie "Haudrauf", als "seriös". Und... ich denke, im Allgemeinen gehört diese Seite eher zu Letzterem, als zum Erstem.
    @chakko, da tust Du etlichen Lesern dieser Seite unrecht.
    Nicht nur DU magst das, viele anderen mögen auch die Art und Weise, WIE Martin schreibt. In meinen Augen sehr unprätentiös und vor allem nicht für eine Einzelperson.
    Und wenn ich (ich) für etwas eine Begeisterung hege dann darf ich auch meine Enttäuschug zeigen. Und das ganze DRM-Gerümpel ist nur eines - Geldschneiderei.
    Und stell Dir vor, einen Jobs hätte es nicht gegeben, dann würdest Du für minderwertige Tonqualität immer noch Mondpreise bezahlen.
    Okay, wenn das jemand will ist es doch in Ordnung. Aber jemanden zu belächeln, weil er Software auf Hardware kauft ist dann doch recht unangepasst.
    Wenn jemand Musik nict mag kann er ja gerne per Spotify am Handy hören. Wer Musik (oder Filme) mag tut das eher nicht. Und die VHS laufen auch nach 30 Jahren noch (evtl. nicht mehr so gut), aber ALLES was digital ist hat eine Speicherzeit von drei oder vier Jahren.
    That’s it.
    Ich weiß nicht, ob du dich noch an die großen Zeiten der Tauschbörsen erinnerst. Hätte es diese unglaubliche Geiz ist geil, und alles umsonst Attitüde nicht gegeben, dann bräuchtest du dich jetzt auch nicht über DRM "freuen". Mit Geldschneiderei hat das wenig zu tun. Ich denke, du würdest ganz genauso handeln, wenn dir ein großer Teil deines Geschäfts durch unverantwortliche Menschen, die lieber stehlen als dir deinen gerechten Lohn zu geben, abhanden geht.
    Das meine ich auch mit der einseitigen Sichtweise. Der Konsument sieht in der Regel nur sich selbst. Und denkt dann auch viel zu kurz. Denn, ohne DRM/Kopierschutz/whatever müssen die Firmen für die Piraterie kompensieren. Man sieht bereits, wie die Musikindustrie daran zu Grunde gegangen ist. Außer Musik-Streaming-Abos gibt es kaum noch einen Weg, überhaupt noch vom Verkaufen von Musik zu leben.
    @Paulchen73: woher nimmst du bitte Deine Aussage das alles was Digital ist eine Speicherzeit von 3 bis 4 Jahren hat? Meine Daten (egal ob Spiele, Musik, Dokumente, Filme usw ob bei mir auf der Platte, in der Cloud, auf Steam oder sonst wo) sind deutlich älter ;) (sogar eine meiner Platten ist dreimal so alt...)
    Das VHS nach 30 Jahren noch ohne Probleme laufen stimmt so auch nicht. Hier liegen jede menge gegenteilige beispiele. Ok "Laufen" tun sie noch aber teilweise erkennt man nicht mal mehr was es eigentlich für ein Film sein soll oder welche Sprache es ist die dort vertont wurde....
    @chakko: also sorry aber die Musikindustrie ist alles aber sicherlich nicht zugrunde gegangen. Sie behaupten es zwar gerne aber... klar gehen alle am Bettelstab, leben in Strohhütten, der Kühlschrank ist leer und zum anziehen haben die auch nix *hust*
    Ich möchte nicht sagen, dass es den Musikern früher generell blendend gegangen ist. ;) Aber... es konnten mit Sicherheit früher mehr Leute ihren Lebensunterhalt mit Musik bestreiten, als heutzutage. Heutzutage kannst du maximal noch als Performer, also als jemand der auf der Bühne steht, oder als DJ in den entsprechenden Musikgenres richtiges Geld verdienen. Und, das hat auf jeden Fall mit dem Wert von Musik als solchem zu tun, und, das Raubkopieren, und der Unwille Geld für Musik auszugeben haben daran einen großen Anteil.
    @Eagle02
    Falsch ausgedrückt (meinerseits),
    Du kannst Dich im Durchschnitt drei bis viel Jahre drauf verlassen, dass der DIENST, der Dir den Dienst anbietet, zuverlässig funktioniert.
    Dann kommt ein neues Geschäftsmodell dem Du zu stimmen musst. Wenn nicht, kriegst Du evtl. was zurück. Dann kommt die Pleite des Unternehmens und Du bist bare naked.
    ---
    @chakko
    Klar, die Tauschbörsen haben mich in den mid30s erwischt. Und tatsächlich: ich habe bei Napster EIN Album runtergeladen (die neue von Santana) und ich habe die halb gehört. Nicht weil sie schlechter war sondern weil ich mich tatsächlich für ziemlich blöd gehalten habe.
    Ja, und ich habe tatsächlich eine McCartney-CD, die Sony komplett verdongelt hat. Nicht hörbar am PC ohne Software von Sony.
    Und tatsächlich, die gesamte Musik-Industrie hat zugelegt, eine Madonna verkauft seit Jahrzehnten Millionen CDs (Zahlen der Industrie), jeder halbwegs Atemfähige ist bei fünf Millionen und Leute ohne Erfolg sind Kult.
    Nur reiche Leute.
    Die ganz Reichen wird es natürlich nicht treffen, und, Madonna wird sich immer verkaufen. Geht mir vor allem um die, die nicht mit 10 Millionen Albumverkäufe gesegnet sind.
    Schau dir doch die Streaming-Dienste an. 9,99 € im Monat,und Zugriff auf sämtliche Musik. Wie viel fällt da noch für den einzelnen Künstler ab? Nicht viel, soviel ist mal sicher.
    Möchte übrigens nicht lügen. Ich bin einer derjenigen, die früher massiv Gebrauch von den Tauschbörsen gemacht hat. Aber, irgendwann wacht man da halt auf, vor allem, wenn man sich überlegt, wie ungern man selbst umsonst arbeitet. ;)
    Ich schließe übrigens auch ungern meine Haustür, oder mein Auto ab. Und dennoch muss ich es tun, weil es Halunken gibt, die mir sonst das Haus, oder das Auto leer räumen, oder klauen. Und... genauso sieht es bei Firmen und Künstlern aus, die ihr geistiges Eigentum durch Piraterie gefährdet sehen. Das hat auch nichts mit "Generalverdacht" zu tun, wie so einige immer argumentieren. Ich habe noch nie erlebt, dass sich bei mir jemand beschwert, dass er von mir als Dieb behandelt wird, wenn ich mein Auto abschließe.
    Sorry das Thema Raubkopien ist deutlich überbewertet... Ich gehöre zu Generation Walkman und bei uns hatte damals so gut wie niemand Gekaufte Musik... Da wurde Fleißig Kopiert auf Teufel komm raus. Aufnahmen aus Radio, Fernsehen, Bekannten, Videotheken usw. Raubkopien sind keine Erfindung des Internetzeitalters... Mit dem Internet wurde es einfacher und ging schneller aber es war bei weitem nicht der beginn. Auch früher haben unbekannte Musiker von ihrer Musik nicht wirklich leben können. Die großen wurden damals wie heute Stein Reich, die "Plattenfirmen"/Labels wurden stein Reich und auch das ist heute nicht anders.
    19,1 Mrd US$ Umsatz ist nun auch nicht gerade wenig. Ich will damit jetzt nicht sagen das Raubkopien kein Problem wären aber man muss die Kirche durchaus mal im Dorf lassen zumal einige der Probleme der Musikindustrie hausgemacht sind weil man völlig Falsch auf Trends (gerade illegale Kopien) reagiert hat.
    PexWeg
    Der Kauf der Lizenz also des Nutzungsrechtes muss entbündelt werden von dem technischen gelieferten Gut, der am
    Server vorgehalten wird. Die Lizenz sollte übertragbar sein, das DRM geschütze File hat seinen eigenen Preis und geht
    an den Provider des Streamingdienstes (das wäre dann verloren). Bzw. könnte ich das so wie früher ja selber hosten.
    Ging doch mit Lizenzkeys bei Software auch oder? Da hatte man auch einen Key und die Software selber war auf
    jedem beliebigen Datenträger.
    Bei Software werden die Keys aber direkt vom Hersteller in Verkehr gebracht und sind dann aber auch tatsächlich unabhängig vom Installationsdatenträger - zumindest inzwischen,früher war das ja mal anders. Bei Büchern und Filmen gibt es aber nichts, was mit den Keys vergleichbar wäre. Außerdem sind die Hersteller, Filmstudios und Verlage, nicht gewillt so eine Infrastruktur zu schaffen und mit jedem Streaming-Anbieter, Händler usw. zusammen zuarbeiten. Das magst Du ja für eine gute Idee halten, aber rechtlich ist das nicht realisierbar. Es kann keiner gezwungen werden, seine Inhalte jedem zur Verfügung zu stellen.
    @Eagle02: Okay, wenn du es so siehst, da ist sicher was dran, und du nennst da ein paar gute Punkte. Man muss sich halt vor Augen führen, die Entwicklung, oder Lizensierung von DRM's ist nicht kostenlos, sondern kostet im Falle von guten DRM's sicherlich auch eine Menge Geld, und, wenn es kein Problem wäre, dann würden die Firmen es nicht machen. Für die ist es immer eine Kosten-/Nutzen-Rechnung, und, wenn sie der Meinung wären, der Schaden durch Raubkopien wäre nicht nennenswert, dann würden sie ja sicher auf DRM verzichten.
    OK, im Falle von Musik ja schon desöfteren der Fall. Bei Software eher weniger.
    Ohne eine weit ausholende Verkündung meiner Meinung (was Andere zur Genüge getan haben), will ich anmerken: ich stimme Dir zu, @Martin.
    Es ist ein Problem, es gab und gibt Missbrauch, aber Kreativität und Innovation sind nicht erst erfunden worden durch Patente oder Urheberrechte, die präventiv durchgesetzt werden wie im DRM.
    Und nein, ich sage nicht, dass es alles umsonst geben muss; eher meine ich einen Unterschied wie zwischen Risiko- und Helikopter-Erziehung.
    Ich meide DRM Inhalte schon seit Jahren. Ich kaufe mir meine Musik und Filme auf realen Datenträger und sollte es da Einschränkungen geben wird wie Martin oben schon erwähnt zur digitale Notwehr gegriffen wo es ja auch Tools gibt (Kostenlose und Bezahlversionen). Da ich alles Digital auf einem PC speichere und ich die Musik oder Filme auch gekauft habe sehe ich jetzt für mich kein Problem was vom Gesetzt ein wenig anders sein kann ;)
    Ich lese jede Menge digitale Bücher. Allerdings nehme ich mir das Recht einer privaten Digitalkopie heraus. Dabei das Format des Buches zu ändern und die DRM zu entfernen ist möglich, für den der das will. Wer das sucht findet solche Möglichkeiten zuhauf im Netz. In dieser Frage habe ich die Bücher gekauft und nicht lizensiert gemietet. Der Preisunterschied zum Printexemplar ist sowieso nicht so groß wie die Einsparung des Aufwands zum Druck und der analoge Vertriebsweg normalerweise hergeben würden. Auch mit solchen Büchern, deren "Lizenzzeitraum" abgelaufen wäre geht das noch. Solange man diese Werke anschließend nicht offen ins Netz stellt mag das eine Grauzone sein. Schaden wird damit jedenfalls keiner verursacht.
    Für "echte Bücher" fehlt mir mittlerweile der Platz. Da hilft es ungemein wenn hunderte davon als EPUB auf einem Tolino wohnen können.
    Auch wenn das ein anderes Thema ist: Derselbe Mist , mit nicht mehr funktionierendem Kopierschutz, hat alle Besitzer offiziell gekaufter Spiele mit Securom- Sicherung in den Hintern gekniffen, als Win 10 diese Schnittstelle nicht mehr unterstützt hat. "Ist einfach so! Kauf neu!" war die Alternative für die ehrlichen Käufer. Support von den Herstellern - Pustekuchen. Also Selbsthilfe!
    Sowas weckt schlafende Hunde, die normalerweise weiterschlafen sollten. Dieselben Hersteller zetern anschließend herum über die immer ausufernde Verbreitung von nichtlizensierter Spiele - Software. Sollten die mir leid tun - eher nicht.
    Ich bin im Besitz aller Originaldatenträger und wie ich diese und deren Software zu Hause verwende laß ich mir bei diesen älteren Schätzchen nicht vorschreiben. Von Niemandem!
    Dem nachgesagten Zitat des Disney-Managers Peter Lee kann ich nur zustimmen. Mit DRM ist der ehrliche Kunde der Dumme. Das "Entcodieren" kostet immer zusätzliche Rechenleistung, die nicht überspringbaren, mehrsprachigen Hinweise bezüglich Aufführungen auf Bohrinseln, Raubkopien oder Distributor-Jingles bekommt nur dieser zu Gesicht. Das vererben dieser Medien kann er komplett streichen, es sei denn, die Enkel sind Hacker und stöbern dann durch die AV-Sammlung der Großeltern. Gleiches gilt für Software, wenn die Lizensierungsserver abgeschaltet wurden. Oder eine toll zusammengestellte Playlist für den Geburtstag, deren Songs dann teilweise leider nicht am Rechner des DJs abgespielt werden können.
    All diese Genüsse entgehen den Inhabern einer Kopie, die sie in einen beliebigen Abspieler legen und mit "Play" direkt zum Filmvorspann oder ersten Song kommen.
    @chakko: Du darfst den Artikel Scheiße finden, kein Problem, dein gutes Recht. Mich mit geistigen Brandstiftern und Gehirnmanipulatoren wie der BILD in einem Satz zu nennen, empfinde ich allerdings als eine massive Beleidigung. Muss ich dann auch mal sagen, auch wenn ich davon ausgehe, dass es gar nicht so böse gemeint war :).
    Und nur, weil man grundsätzlich seriös unterwegs ist, heißt das ja nicht, dass man immer eine Tasse Weichspüler über die Beiträge kippen muss. Manchmal muss man halt ein bisschen kitzeln, um eine Diskussion anzuregen. Mir geht es aber niemals darum, meine Meinung in die Leser reinzuprügeln, ganz im Gegenteil. Ich setze voraus, dass meine Leser mündig und gefestigt genug sind, dass sie das nicht erschüttert :).
    Also ich hab zwar online schon Musik gekauft und ja, auch ein paar Spiele (PS4).
    Was mich irgendwie gewundert und auch echt geärgert hat, hatte mir im Microsoft Store zwei Folgen The Walking Dead gekauft. So weit alles so gut.
    Aber... Warum kann ich sie nach dem Kauf downloaden wenn ich sie dann mit keinem einzigen Player abspielen und ansehen kann? Nicht mal mit VLC ging es. Muss dann immer zum ansehen in den Store. Keine Ahnung ob das ein Fehler ist, oder normal. :(
    Aber muss zugeben, dass ich auch eher ein Fan davon bin, Filme, Spiele und Musik im Regal stehen zu haben. Wenn das Notebook die Filme nicht abspielen möchte, die PS4 macht es. :)
    Nun, Martin, so funktioniert aber perfekter Raubkopierschutz heutzutage nunmal. Gäbe es keine Straftäter (Raubkopierer), wäre die Welt schön. Aber ich bevorzuge schon immer z. B. digitale Nutzungslizenzen für Xbox-Spiele, die überall laufen, als dass ich Disk-Jockey spielen müsste. Das mag jedem selbst überlassen werden. Es gibt eben Leute, die leben nahezu vollständig bereits in der Cloud, wo immer und auf welchen Endgeräten auch immer, und solche, die die gute alte Welt bevorzugen. In der Tat, wenn Microsoft pleite gehen sollte, klappt auch mein Forza nicht mehr. Und?
    Das ewige Märchen von den Raubkopierern. DRM verhindert keine einzige illegale Kopie. Keine einzige. Die einzigen Leidtragenden sind ehrliche Kunden, die bösen Buben lächeln nur mitleidig.
    Und das glaubst du wirklich, dass die Zahl z. B. der Xbox Lizenzkäufe nicht sinken würde, würde man das Kopieren nicht verhindern?
    Gleiches gilt ganz gewiss auch für Bücher, die Fachautoren z. B. ohne Verleger direkt und nur über Amazon publizieren und die somit mit der Kindle App darstellbar sind. Es wird ja niemand gezwungen, sie zu kaufen. Ich finde DRM eine äußerst sinnvolle Technologie für viele Bereiche.
    Ich glaube, dass illegale Kopien - wenn überhaupt - eher ein Erfolgsfaktor sind.
    Wo viel geklaut wird, wird auch viel gekauft.
    Martin
    Das ewige Märchen von den Raubkopierern. DRM verhindert keine einzige illegale Kopie. Keine einzige. Die einzigen Leidtragenden sind ehrliche Kunden, die bösen Buben lächeln nur mitleidig.

    Erzähl das mal den "doofen" Firmen, die geben nämlich jede Menge Geld für DRM und Kopierschutzmaßnahmen aus. Völlig für die Katz, oder wie?
    Du kannst dich ja mal aus erster Hand bei Microsoft erkundigen. Auch darüber, ob die das alles aus Jux und Dollerei tun, und, weil sie sonst nichts besseres zu tun haben.
    Ich hatte ja auch oben bereits mal vom Zeitalter der Tauschbörsen geschrieben. Da zieht auch das Argument nicht, dass man überhaupt nicht weiß, ob von denen jemals jemand die Musik/Software/was auch immer gekauft hätte. Wenn Geschäfte geplündert werden, dann fragt auch niemand, ob diese Leute die Ware überhaupt gekauft hätten.
    Der Kopierschutz wurde doch erst nötig, als es möglich wurde, Kopien in gleicher Qualität wie das Original anzufertigen und das auch noch nur durch simples Kopieren von einer Folge Nullen und Einsen. Als es nur Musikkassetten, Videobänder und Papier gab, war das Kopieren oder Mitschneiden immer mit einem Qualitätsverlust und teils erheblichem zeitlichen Aufwand verbunden. Die Verkäufe litten kaum darunter. Aber auch damals wurde das Kopieren eher als Kavaliersdelikt gesehen, gerade weil es nirgendwo einen Kopierschutz gab. Der kam ja erst mit den Videokassetten auf.
    Es ist zwar richtig, daß Kopierschutzmaßnahmen echte Kriminelle und auch bestimmte Nutzer, denen das Überwinden eines Kopierschutzes nichts ausmacht, nicht abhält, aber die anderen, die nur Medien ohne Kopierschutz kopieren würden und auch nicht bei den Kriminellen einkaufen würden, die fehlen bei den Käufern, wenn es keinen Kopierschutz geben würde.
    Dieser Aspekt stört mich auch immer bei der rechtlichen Bewertung und Gerichtsurteilen zum Thema. Egal ob es um Software, Musik, Bücher oder Filme geht, es wird eine Rechtsprechung aus dem vergangenen Jahrhundert angewandt. Dabei muß es den Urhebern gestattet sein auf diese Entwicklung - das einfach mögliche Kopieren in gleicher Qualität wie das Original - angemessen zu reagieren.
    Wer hier dann von der Behinderung des unbegrenzten Nutzungsrechtes durch DRM anfängt, sollte bedenken, daß er auch an der CD, Musikkassette und Schallplatte ein unbegrenztes Nutzungsrecht hat, das aber unwiederbringlich durch den Verfall der Medien bedroht ist. Es wird nicht möglich sein von EMI, BMG, PolyGram und Co. eine neue Kassette oder CD anzufordern, wenn die aus den 80er- oder 90er-Jahren nicht mehr abspielbar sind.
    Ich verstehe nicht ganz, wie Tauschbörsen mit dem Kopieren von Kassetten oder Videotapes vergleichen werden können... das ist ein ganz anderer Maßstab. Hier geht es nicht um das Kopieren von Datenträgern bei Freunden, sondern der Verteilung über das Netz an Hunderttausende bis Millionen. Und der völlig problemlosen und einfachen Beschaffung über das Netz. Das ist ein Maßstab 1:1.000.000, mindestens. Gar kein Vergleich.
    Es ist auch so, dass die Hemmschwelle viel, viel geringer ist, als wenn man z.B. eine DVD im Laden klaut. Im Netz versteckt man sich hinter einer IP, und sitzt zuhause in Sicherheit vor seinem Rechner. Ehrlich, der Vergleich zieht einfach nicht. Das ist eine ganz andere Hausnummer. Und, wie schon erwähnt, Firmen geben sehr viel Geld dafür aus, das sie sicher an anderer Stelle lieber ausgeben würden, das allein sagt schon einiges aus darüber, wie die Piraterie von denen eingeschätzt wird, die es betrifft.
    Bei manchen Antworten merkt man schon dass im Deutschen Sprachgebrauch hier vermengt wird, es geht doch gar nicht
    um das Urheberrecht sondern um das "Copyright" also den Obulus den man an eine grosse Gesselschaft fürs reine
    mechanische duplizieren bzw bereistellen abdrückt.
    Man hat ja in der Regel beim Kauf keinen Vertrag mit den Urhebern sondern mit irgendwelchen Lizenznehmern,
    und da bezahlt man nicht die Vergütung des künstlerischen Eigentums sonder ja wohl nur die
    rechtmässige Bereitstellung der Kopie.
    Und deshalb gehört das ganze System einmal überarbeitet und zwar in einen Anteil den man direkt den Urhebern
    bezahlt und dieses Lizenzrecht gehört personalisiert und sogar als digitales Erbe weitervererbbar gemacht
    (soll heissen ich hab auf Lebzeit das Recht diesen Inhalt zu konsumieren, sofern ich ihn noch wo anfinde oder
    mir selber gesichert habe). Und einen Anteil dem man einem "Kopierunternehmen" zahlt, das geht halt dann verloren, wenn er die Leistung einstellt, die Server vernichtet etc.
    Aber da ist halt der Gesetzgeber gefordert und bei Softwarelizenzen ist man da schon viele Schritte weiter,
    so dass man z.B. das Recht hat eine Softwarelizenz weiterzuverkaufen etc.
    Das selbe gehört für eMusic, eBooks, eIrgendwas einheitlich gesetzlich geregelt.
    Es ist alles schon wunderbar geregelt. Gerade DRM bietet die Möglichkeit, dass kleine Autoren auch direkt z. B. über Amazon publizieren können ohne einen riesigen Verwaltungs- und Verwertungsapparat dahinter. Es steht ja jedem frei, den Veröffentlichungsweg seiner Wahl zu nutzen. Man muss nicht alles überregulieren. Und in meinem Beispiel Software für Spielekonsolen erhält genau der das Geld, der es auch verdient zu erhalten. Bei App Store Apps gilt das gleiche, ähnlich Airbnb, um mal ein ganz anderes Beispiel zu nutzen: auch hier sehe ich die Vergütungshöhe als absolut angemessen an in Anbetracht der Tatsache, was man früher für Marketing und Vertrieb ausgeben musste (ich kenne jemanden, der das intensiv nutzt, gewerblich und erfolgreich).
    Der Weg geht ohnehin weg vom Kauf von alten Kamellen mehr hin zur nutzungsabhängigen Vergütung, was ich auch sogar als die gerechteste ansehe. Überlasst doch einfach die freie Meinung jedem Käufer. Niemand ist gezwungen, bestimmte Vertriebswege zu nutzen. Auch hier regelt ganz gewisse die Nachfrage das Angebot, wie es sich in einer Marktwirtschaft gehört.
    Und in Deutschland ist das Gejammere über alles Mögliche halt einfach zu ertragen. Und damit bin ich jetzt auch hier raus aus der ziemlich unnötigen Diskussion in meinen Augen.
    Es steht ja jedem frei, den Veröffentlichungsweg seiner Wahl zu nutzen. Man muss nicht alles überregulieren.

    So sieht's aus.
    chakko
    Hier geht es nicht um das Kopieren von Datenträgern bei Freunden, sondern der Verteilung über das Netz an Hunderttausende bis Millionen. Und der völlig problemlosen und einfachen Beschaffung über das Netz. Das ist ein Maßstab 1:1.000.000, mindestens. Gar kein Vergleich.

    Das ist der springende Punkt und das ist einfach nicht von der Hand zu weisen.
    Die millionenfache Verteilung von gecrackten Titeln ist für die Urheber ein riesen Problem, denn dadruch entgehen ihnen potentielle Einnahmen in nicht unerheblicher Höhe.
    Es geht hierbei hauptsächlich um die Unternehmen, die mit dem Verkauf von Spielen und Filmen ihre Haupteinnahmen generieren.
    Solange es Programme/Software gibt die das DRM umgehen können habe ich kein Problem. Musik und Videos die DRM einfach drm knacken und Problem gelöst. Ist zwar verboten aber wer will das überprüfen. Sobald es die Software nicht mehr gibt wird es schwierig DRM freie Version zu bekommen. War nicht mal das Problem mp3 mir DRM Schutz das Kopieren auf den mp3 Player? Wenn man ebooks von Microsoft gekauft hat und dann in PDF oder ein anderes eBook format umwandeln dann kann mir ja egal sein ob sie den Service Einstellen. Denn das PDF Format könne sie ja gar nicht löschen oder Speeren.
    PexWeg
    Und deshalb gehört das ganze System einmal überarbeitet und zwar in einen Anteil den man direkt den Urhebern
    bezahlt und dieses Lizenzrecht gehört personalisiert und sogar als digitales Erbe weitervererbbar gemacht
    (soll heissen ich hab auf Lebzeit das Recht diesen Inhalt zu konsumieren, sofern ich ihn noch wo anfinde oder
    mir selber gesichert habe). Und einen Anteil dem man einem "Kopierunternehmen" zahlt, das geht halt dann verloren, wenn er die Leistung einstellt, die Server vernichtet etc.
    Wieso? Nur weil Du und ein paar andere, das so wünschen? Es gibt überhaupt keine Pflicht seitens der Urheber oder der Lizenznehmer das so zu regeln. Es kann auch nicht Aufgabe des Gesetzgebers sein eine solche Pflicht einzuführen, nur damit es einigen Konsumenten genehm ist. Es wird niemand gezwungen, die kreativen Ergüsse von Disney, Dan Brown, Madonna und Co. zu konsumieren. Wieso sollte es rechtmäßig sein, den Urhebern oder den Lizenznehmern vorzuschreiben, wie, mit welchen Methoden und zu welchen Bedingungen sie ihre Werke in Verkehr bringen. Es herrscht Vertragsfreiheit und es gibt keinen Kontrahierungszwang.
    Man kann sicherlich darüber diskutieren in wie Fern die Nutzungsbedingungen dem Verbraucherrecht genügen, aber wenn dann nur noch zeitlich grenzte Nutzungsrechte daraus resultieren, dann ist dagegen gar nichts zu sagen.
    Aber da ist halt der Gesetzgeber gefordert und bei Softwarelizenzen ist man da schon viele Schritte weiter,
    so dass man z.B. das Recht hat eine Softwarelizenz weiterzuverkaufen etc.
    Nee, nicht weiter sondern die Juristen und Politiker haben die neuen Möglichkeiten verschlafen und das Recht wurde zu Ungunsten der Hersteller verbogen.
    @build10240
    Nein, nicht weil ich das wünsche sondern weil eigentlich alles andere sittenwidrig wäre.
    Nehmen wir mal das Beispiel eBook, der ja im Artikel thematisiert ist.
    Kaufe ich das analoge Buch so kann ich es privat beliebig kopieren, verleihen, verschenken, verbrennen oder
    so lange benutzen wie ich will und auch weitervererben. Selber Autor (Urheber), meist gleicher Preis (Buchpreisbindung), umweltbedenklich gefertigt (Transport, Papierherstellung, etc.), gleiches Produkt.
    Dasselbe Buch in elektronischer Form sollte nun lizenzmässig eingeschränkt sein. Wieso?
    Die Art des immateriellen Vertriebes sollte der Staat wohl fördern wollen, damit mehr
    Kunden auf elektronisches Format umstellen (z.B. im Interesse der Umweltfreundlichkeit).
    Es kommt aber noch schlimmer:
    Der Kunde hat KEINEN Vertrag mit dem Urheber (ausser man kauft beim Buchautor selber), nur einen
    Vertrag mit dem Zwischenhändler in einer Händlerkette. Entzieht der Urheber
    dem Händler die Lizenz, dann muss der wohl die Bücher für den Kunden wohl einschränken. Das
    würde aber nun den damals abgeschlossenen gültigen Kaufvertrag zwischen Kunde und Händler
    brechen. D.h. der Kunde hat auf einmal
    einen gewaltigen Nachteil und ein erhöhtes Risiko. Das analoge Buch würde der Händler wohl
    eher nicht zurückholen.
    Genauso wenn der Händler einseitig technisch den Zugang umstellt und der alte Bookreader die
    Inhalte wegen des inkompatiblen DRMs nicht mehr lesen kann. Das sind Fälle, die bei eBooks
    alle schon passiert sind (Löschung von eBooks aus den Konten, neues Adobe DRM).
    Und genau um solche Verzerrungen zu verhindern gibt es bei analogen Waren recht gut brauchbare
    strenge Konsumentenschutzgesetze (also eben keine beliebige Vertragsfreiheit, gängeln kann man nur
    Firmenkunden, da ist fast jede Art des Vertrags erlaubt, mit Privatpersonen aber gott sei Dank eben nicht).
    Und diese scharfen Konsumentenschutzgesetze fehlen halt noch bei digitalen Waren.
    Und zum Satz "Es muss ja keiner sowas kaufen" sag ich nur den Satz "Es muss nicht jeder Urheber oder Händler alles
    mit willkürlich gewählten Bedingungen vertreiben können dürfen".
    Auch die "Sachlage" dass man nur eine Lizenz erwirbt ist unter Juristen umstritten:
    Die Rechtslage ist kompliziert: Kauft ein Kunde eine CD oder ein Buch, wird er automatisch Eigentümer bedruckter Seiten oder gepresster Scheiben, sogenannter „körperlicher Werke“. Kauft er aber ein E-Book, lädt er lediglich eine Datei für seinen E-Reader herunter. Rechtlich umstritten ist, ob es sich dabei um ein „unkörperliches Werkexemplar“ handelt.
    Dann nämlich käme zwischen Händler und Kunde ein normaler Kaufvertrag mit allen Weiterverwendungsrechten zustande...
    https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article114090565/Warum-gehoeren-meine-gekauften-E-Books-nicht-mir.html...
    Nehmen wir mal das Beispiel eBook, der ja im Artikel thematisiert ist.
    Kaufe ich das analoge Buch so kann ich es privat beliebig kopieren, verleihen, verschenken, verbrennen oder
    so lange benutzen wie ich will und auch weitervererben. Selber Autor (Urheber), meist gleicher Preis (Buchpreisbindung), umweltbedenklich gefertigt (Transport, Papierherstellung, etc.), gleiches Produkt.
    Dasselbe Buch in elektronischer Form sollte nun lizenzmässig eingeschränkt sein. Wieso?

    Z.B. weil digitale Güter total unterschiedlich zu physischen Gütern sind? Stell dir mal vor, du erfindest ein E-Book-Format, und möchtest es dir schützen, damit andere es lizensieren können, und du Geld mit deiner Arbeit verdienst. Würdest du dann wollen, dass jeder x-beliebige Honk das backward engineeren kann, und mit deiner Arbeit und Idee Geld verdienen könnte, auch wenn du das gar nicht möchtest?
    Übrigens darfst du auch dein eigenes physisches Buch nicht einfach so kopieren, und weiter geben. Das ist genauso verboten wie die Vervielfältigung von E-Books.
    Privatkopie ist völlig legal, ich hab nichts von Weiterverkauf oder öffentlicher Veröffentlichung geschrieben.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Privatkopie
    Für Schutz von technischen Erfindungen gibt es ein Patentamt, das hat jetzt nun mal gar nichts mit
    dem Urheberrecht zu tun. Also wohl dort schützen lassen, falls man sowas erfindet.
    Und mit weichem DRM (personalisiertem Wasserzeichen z.B.) kann man ein elektronisches Gut auch fein
    personalisieren ohne den Käufer viel in der Benutzung gängeln zu müssen.
    Ich kaufe recht viele eBooks, aber auf meinen Kaufverträgen/Rechnungen waren nie die passenden
    Lizenzbedingungen der einzelnen Werke aufgeführt (nur so als Bemerkung zum Verhalten von Händlern
    und einem daraus entstandenen Kaufvertrag).
    Für Schutz von technischen Erfindungen gibt es ein Patentamt, das hat jetzt nun mal gar nichts mit
    dem Urheberrecht zu tun.

    Du verstehst den Punkt nicht. Digitale Güter sind von physischen Gütern völlig unterschiedlich. Vor allem Software. Insofern muss es auch rechtlich anders behandelt werden.
    Doch, ich verstehe das schon:
    Ich bin Deiner Meinung, verschiedene Dinge müssen gesetzlich verschieden behandelt werden, und das tut
    es auch schon. So ist die Gesetzeslage für Software eine ganz andere wie für technische Erfindungen und die
    von Kunstwerken (Musik, Literatur, Film).
    Aber es ist eben nicht so, dass man das in physikalisch oder digital trennen kann/soll sondern eher nach
    Werksart trennen muss.
    Und da sollen eben die Nutzungsbedingungen (egal auf welchem Datenträger sich das Werk im Ende befindet)
    ähnlich sein. D.h. die Nutzungsbedingungen für ein elektronisches Buch sollten ähnlich sein wie das gleiche
    in analoger Form. Soll heissen wenn es per Gesetz erlaubt ist, das physikalische Buch privat zu verleihen, dann
    sollte auch das digitale Buch privat verleihbar sein. Und das funktioniert auch technisch,
    jede größere Bibliothek hat so ein DRM System wo Exemplare von digitalen Büchern mengenbeschränkt wandern
    könne (z.B. onleihe). Da muss dann der Freund das Buch virtuell wieder zurückgeben, bevor ein weiterer oder man
    selbst es dann wieder benutzen kann.
    Siehe dazu auch: https://www.cr-online.de/blog/2016/06/20/ebooks-in-der-bibliothek-der-generalanwalt-hat-sich-geaeussert/
    Das illegale Kopieren ist und bleibt ja trotzdem strafbar, egal wie leicht oder schwer das zu bewerkstelligen ist
    (siehe z.B. die Einschränkungen beim Kopieren von Musiknoten). DRM wird die Kriminellen aber nicht abhalten
    das weiter zu machen, denn entweder haben gerade die das Equipment oder sie machen einfach eine möglichst genaue analoge Kopie, digitalisieren das und vertreiben es dann digital.
    Der einzige, der benachteiligt wird ist der Kunde, weil er eben z.B. ein erworbenes Gut nicht mehr in der gleich
    freien Art verwenden kann, wie das equivalente digitale Gut.
    Eine weitere, weit verbreitete Fehleinschätzung: Kopierschütze und DRM sind nicht dazu da, um Raubkopien komplett zu eliminieren. Das geht auch gar nicht. Die sind dazu da, damit es nicht vollkommen leicht ist, seine E-Books, Musik, whatever an andere weiter zu geben, oder auf Filesharingseiten hochzuladen. Ein Schloss an einer Haustür wird Kriminelle auch nicht davon abhalten, in ein Haus einzubrechen, wenn sie wissen, wie sie diese Sperre überwinden können. Aber, es wird niemand seine Haustür nachts sperrangelweit offen stehen lassen. Genauso sieht es bei Kopierschützen aus.
    Und, Entschuldige, aber, deine Motivation deine Dateien mit anderen zu teilen ist da relativ irrelevant. Du würdest es ganz genauso machen, wie die Rechteinhaber, oder die Distributoren von digitalen Gütern. Denn du arbeitest auch nicht gerne umsonst. Habe ich recht? Und, natürlich würdest du dein Recht auf faire Entlohnung deiner Arbeit auch schützen. Und, am Ende ist es, wie gesagt, auch so, dass wir als Kunden alle davon profitieren, dass die Firmen ihren Riss machen, sonst bezahlen wir Mondpreise für unsere Ware, egal wie auch immer die aussieht.
    Ach lest doch einfach den vorhin geposteten Artikel mal ganz durch ( https://www.cr-online.de/blog/2016/06/20/ebooks-in-der-bibliothek-der-generalanwalt-hat-sich-geaeussert/) and dann werdet Ihr sehen, dass man bei Amazon US eBooks
    schon seinen Freunden verleihen kann und dass das bei uns auch angestrebt werden soll, so die Meinung dieses
    Experten :-).
    Ganz unten unter Ausblick.
    Und nicht nur die Interessen der Verwerten müssen vertreten werden, nur so ganz nebenbei.
    Die Kunden kaufen schon genug, da braucht man keine Angst haben, dass jemand eingeht, nur die die schlechten
    Service bieten sterben, alle anderen machen soweit ich weis Milliarden an Umsätzen....
    Wie gesagt... es geht auch nicht um das Verleihen an einige wenige Freunde. Es geht um das systematische Verbreiten auf Filesharing- und Torrent-Seiten. Ist ja schön, dass Amazon das so anbietet, aber, das ist für mich ein anderes Thema.
    chakko
    Du verstehst den Punkt nicht. Digitale Güter sind von physischen Gütern völlig unterschiedlich. Vor allem Software. Insofern muss es auch rechtlich anders behandelt werden.
    Eben. Es waren die Juristen, die mit Digitalem nicht umgehen konnten, und dann zur ihrer Einfachheit halber völlig neue Gesetze für alles Digitale gefordert haben.
    Wieso sollte es außerdem sittenwidrig sein, wenn ich einen Vertrag schließe in dem mir ein digitales Gut mit DRM verkauft wird. Ich weiß doch als Kunde, was DRM ist und wie die Beschränkungen dazu sind. Daß es für digitale Güter, die der Kunde im Zweifel einfach qualitätsverlustfrei vervielfältigen kann, anderer Maßstäbe geben muß als für Bücher usw. sollte verständlich sein, denn die Rechte der Urheber und Lizenzhändler müssen auch entsprechend berücksichtigt werden.
    Außerdem muß es möglich sein neue Geschäftsformen zu etablieren. Auch das kann nicht einfach mit "Ist sittenwidrig, weil es analog schon immer anders war." abgetan werden.
    Ob DRM die sinnvollste aller Lösungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Unzweifelhaft ist für mich, dass die Entscheidung über die Weitergabe geistigen Eigentums dem Erfinder (Entwickler, Künstler, etc.), seinem möglicherweise berechtigtem Arbeitgeber und deren Vermarktungspartnern zusteht. Niemand wird gezwungen, wie auch immer definierte Rechte daran zu erwerben. Wer hier eine Übervorteilung von Konsumenten unterstellt, übersieht die Freiheit des Konsumenten zum Verzicht.
    Witzig finde ich die m.E. große Schnittmenge zwischen denen, die von armen, schutzbedürftigen, übervorteilten, überforderten Konsumenten fabulieren und denen, die das Wahlalter absenken möchten (böse: ich hielte eine Gewichtung der Stimme mit der abgeführten Einkommensteuer für richtig;)).
    Sittenwidrig ist z.B. schon wenn Du bei Kaufabschluss eine zeitlich unbeschränkte Nutzungsmöglichkeit erhalten hast vom
    Händler (war ja auch zwischen Urheber oder Verwertungsgesellschaft und Händler wahrscheinlich so ausgemacht) und später
    durch eine Aktion zwischen Händler und Urheber (passiert z.B. oft wenn die Urheberschaft an Erben übergeht) dann diese Lizenz
    entzogen oder eingeschränkt wird und für dich als Kunde
    dann ein Nachteil entsteht. Das müsste im Kaufvertrag dann explizit ausgewiesen sein, dass sich bei Produkt jederzeit
    alle möglichen Nutzungsbedingungen ändern können. Ich glaub nicht, dass das für Endkundenverträge erlaubt wäre.
    Hier gehört viel mehr reguliert damit Rechtssicherheit herrscht (weil diese Probleme entstanden erst durch digitale Güter).
    Auch der Wiederverkauf von Software wurde ja deshalb erlaubt, weil manche Firmen zu blöd waren geeignete
    Lizenzverträge aufzusetzen und den Kunden fast uneingeschränkte Rechte gewährt hatten. Also selber Schuld.
    Bei Dr.Windows ein juristisches Seminar abzuhalten führt zu weit, über unbestimmte Fallbeispiele zu diskutieren allemal. Es mag sein, dass sich ein Konsument auch mal zurecht betrogen vorkommt, dann kann er dies auf dem Rechtsweg klären lassen, zumal wir alle diese tollen Verbraucherschützer mitfinanzieren müssen.
    Aber, dass diese Modelle Grenzen haben, sollte einem insofern bewusst sein, dass ein Anbieter auch schlicht durch Insolvenz vom Markt verschwinden kann.
    PexWeg
    Das müsste im Kaufvertrag dann explizit ausgewiesen sein, dass sich bei Produkt jederzeit
    alle möglichen Nutzungsbedingungen ändern können. Ich glaub nicht, dass das für Endkundenverträge erlaubt wäre.
    Keine Ahnung, ob das bei E-Books in den AGBs steht, bei Streaming mit dauerhaften Nutzungsrechten steht es üblicherweise so drin. Und weil die Verbraucherschützer im allgemeinen klagefreudig sind und auf so eine Regelung sofort anspringen würden, wenn sich diese gerichtlich verbieten lassen würde, dürfte die Regelung wohl nicht mit den derzeit gültigen Gesetzen in Konflikt stehen.
    Ich beziehe seit Jahren Musik (Musicload, Amazon, GoogleMusik, iTunes) und eBooks (tolino) aus dem Internet. Mir ist bis heute kein DRM untergekommen! Was soll die Aufregung?:angel
    Gleiches gilt ganz gewiss auch für Bücher, die Fachautoren z. B. ohne Verleger direkt und nur über Amazon publizieren

    Wer hierzulande nur auf diesem Weg publiziert legt kein Wert auf große Reichweite. Selfpublisher schubsen sich teilweise ihre Pfennigromane selber zu, weil sonnst kaum einer eine Rezension verfasst. Das ist eine kleine eigenständige Blase in der sich gegenseitig gehätschelt wird. Nur wenig Exemplare gelangen so in die freie Wildbahn.
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