Digitalunterricht: Microsoft und Deutsche Telekom schnüren Bildungspaket

DrWindows

Redaktion
Digitalunterricht: Microsoft und Deutsche Telekom schnüren Bildungspaket
Digitaler Bildungspakt von Microsoft und Telekom


Homeschooling – ein Begriff, der im Jahr 2020 mindestens so populär wurde wie Homeoffice, und der mit noch größeren Herausforderungen verbunden ist. Schüler und Eltern wurden ins kalte und unruhige Wasser geworden, aber nicht nur sie waren unvorbereitet, das deutsche Schulwesen war es auch. Leider wurde die „Verschnaufpause“ in den Sommermonaten nicht genutzt, um den digitalen Unterricht konzeptionell voranzutreiben, darum begann das Drama im Herbst direkt wieder von vorne.

Dazu kommt, dass nicht nur über Konzepte, sondern auch über die einzusetzenden Produkte heiß diskutiert wird. Microsoft steht dabei immer wieder im Fokus, denn sie haben unbestritten gute Services im Angebot, gleichzeitig werden jedoch Datenschutz und Privatsphäre angeprangert wie zuletzt in Baden-Württemberg.

Nun gibt es einen neuen Vorstoß: Microsoft und die Deutsche Telekom haben sich zusammengetan und ein Bildungspaket geschnürt, das nicht nur in der heißen Phase der Pandemie und beim Homeschooling zum Einsatz kommen soll, sondern auch dazu gedacht ist, den Präsenzunterricht zu unterstützen.

Die Technologie kommt von Microsoft: Nicht nur Office 365 mit den Office-Programmen, Outlook, Teams und Co. ist Bestandteil des Pakets, Lehrkräfte und Schüler werden darüber hinaus mit Surface-Endgeräten ausgestattet. Die Telekom unterstützt mit Beratungsleistungen, dabei soll es unter anderem auch explizit um die Frage gehen, wie die Microsoft-Lösungen DSGVO-konform eingesetzt werden können.

Hagen Rickmann, Geschäftsführer für den Bereich Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland, wird in der Pressemeldung wiefolgt zitiert:

„Wir möchten besonders den schulischen Bereich digital unterstützen. Mit dem Ziel von modernem mediengestütztem Unterricht durch vernetztes, zeit- und raumunabhängiges Lernen. Zusammen mit unserem Partner Microsoft stellen wir den Schulen ein Gesamtpaket für den Unterricht in virtuellen Klassenzimmern und hybriden Unterricht bereit. So können sich Schulen und Lehrer:innen darauf konzentrieren, unsere Kinder fit für die Welt von morgen zu machen.“

Andreas Kleinknecht von Microsoft ergänzt:

„Unser aller Ziel muss es sein, Deutschland als Bildungsstandort nicht nur zu erhalten, sondern zu stärken. Schülerinnen und Schülern soll ein zukunftsorientiertes Lernen ermöglicht werden. Wir können nicht erwarten, dass die Pausenglocke von allein eine digitale Zukunft für unsere Kinder einläutet. Gemeinsam mit der Telekom bieten wir Schulen ein Lösungspaket. Das kann schnell und sicher umgesetzt und auf bestehende Anforderungen individuell abgestimmt werden. So bleiben unsere Kinder anschlussfähig in einer zunehmend vernetzten Welt und Wirtschaft.“


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niclas

gehört zum Inventar
Das hört sich immer schön und gut an. Aber wie kommen die Schulen oder Familien an diese Angebote?
 

tk69

kennt sich schon aus
Alle reden von OpenSource bzw. „freier“ Software.... Vor allen Dingen bei der hier genannten Software, die nicht mal ds-konform ist. :-/
 

Thomas.g.8235

nicht mehr wegzudenken
Ich finde es gut wenn es endlich solche Angebote in Zusammenarbeit von Software- und Infrastrukturanbieter gibt. Dies würde sicherstellen, dass, wenn es denn ordentlich gemacht wird, die Probleme mit dem Datenschutz schwinden aufgrund von deutscher Infrastruktur (hier Telekom) und dazu verlässlicher Hard- und Software (hier Microsoft). [DS Probleme sind eigentlich immer nur Konfigurationsprobleme und Unwissenheit]
Sollte es ordentlich durchdacht und nicht wieder mit deutschen Wucherpreisen hinterlegt werden wäre es etwas Alltagstaugliches.
Aber das wird man wohl erst sehen wenn es soweit ist.
Und was @niclas angesprochen hat - leider wird uns Eltern und unsere Kinder das nur betreffen und erfreuen können wenn denn unser jeweiliges Bundesland das Angebot annimmt und es dann auch noch an der jeweiligen Schule landet. Und da liegt meistens die Grucks. Denn dann kommen wieder Argumente wie OpenSource und sowas und meistens von den Helden der Politik (leider schon erlebt), dass ja Apple Produkte viel besser sind und viel besser funktionieren. Dass das alles aber einfach nur Konfigurationsfragen sind, das will keiner hören denn dann müsste man den Administrator einfach mal befragen und sicherstellen, dass er weiß was er tut.
Somit bleibt für mich : schöne Idee aber wird bestimmt mal wieder nichts.
 
  • Danke!
Reaktionen: emk

emk

treuer Stammgast
Ich kann Thomas. g. 8235 nur zustimmen.
Für Baden-Württemberg wird dieses Angebot wohl nichts sein. Hier gibt es ja "modulare Lösungen" die so gut funktionieren, wie warme Messer durch Butter flutschen. (Ironie aus)
Solche Pakete sind exakt die Antwort, die der Bildungssektor braucht. Unabhängig, wer die nun anbietet. Und ich spreche da aus der Sicht, des an der Schule Tätigen.
Eine "Rundum-Sorglos-Lösung" nebst Endgeräten mit entsprechendem Support und Personal, dass Pädagogen ins Handling einweist und die Geräte wie die Software "datenschutz(beauftragten)konform" macht.
Das ist das, womit wir etwas anfangen können. Es läuft, ist stabil und zeitnah verfügbar (so es Politik und Schulämter wollen). Zudem für weniger affine Kolleginnen/Kollegen zugänglich.

Andererseits (Ironie an)...wer braucht schon Fix-und-fertig-Lösungen von Monopolkonzernen, die sicher nicht aus Mildtätigkeit und sozialer Verantwortung heraus handeln.
Es ist doch viel wichtiger, die heiligen Daten zu schützen (grade für die whatsappenden, tik-tokenden Kids, die gerne auch mal aus dem heimischen Wohnzimmer posten oder streamen). Und was gibt es Schöneres als das beglückende Selbststudium von modularen Lösungen, während man Schulempfehlungsgespräche führt (am Telefon, Video ist nicht, weil sonst der Server zickt), Schülern Tipps am Telefon gibt, Wochenpläne durchspricht, Notbetreuung fährt oder man mit sonstigem unwichtigem Krempel betraut ist.

Was spricht denn dagegen, dass MS und der rosa Riese ein paar Extra-Kröten verdienen und sich den ein oder anderen Pädagogen als treuen Kunden ranziehen?

In Zeiten wie diesen geben wir Lieferdienstmonopolisten mit Freuden unsere Telefonnummer, unsere Privatadressen und hinterlegen unsere präferierten Zahlungsmethoden. Hauptsache, die Pizza kommt warm an.

Aber die bösen Buben aus Bonn, bzw. Redmond unterstützen...nein. Das ist des Guten dann zuviel.

Hätten Gesellschaft (ja, wir alle) und Politik die mahnenden Rufe von Medienpädagogen, Bildungswissenschaftlern und Unternehmen vor 10, 12 Jahren ernst genommen...wir hätten heute wohl eine Palette von geeigneten Produkten und Plattformen. Aber auch hier gilt...hätte, hätte, Fahrradkette.

Ich würde mir wirklich wünschen, jedes Schulamt könnte aus einem geprüften und latent begleiteten Baukastensystem die Module herausgreifen, die die jeweilige Schulform benötigt.

Rechts-und Datensicherheit für Lernende und Lehrende, statt Zurschaustellung von Kompetenz bei völliger Ahnungslosigkeit.

Es könnte so schön und nutzvoll sein. Aber seis drum. Dann doch lieber in Präsenz an die Schule, Masken & Fenster auf, Jacken an und ab und zu mal ne Kniebeuge.
 

ChristophW80

treuer Stammgast
Ich kann Thomas. g. 8235 nur zustimmen.
Für Baden-Württemberg wird dieses Angebot wohl nichts sein. Hier gibt es ja "modulare Lösungen" die so gut funktionieren, wie warme Messer durch Butter flutschen. (Ironie aus)
Solche Pakete sind exakt die Antwort, die der Bildungssektor braucht. Unabhängig, wer die nun anbietet. Und ich spreche da aus der Sicht, des an der Schule Tätigen.
Eine "Rundum-Sorglos-Lösung" nebst Endgeräten mit entsprechendem Support und Personal, dass Pädagogen ins Handling einweist und die Geräte wie die Software "datenschutz(beauftragten)konform" macht.
Das ist das, womit wir etwas anfangen können. Es läuft, ist stabil und zeitnah verfügbar (so es Politik und Schulämter wollen). Zudem für weniger affine Kolleginnen/Kollegen zugänglich.

Andererseits (Ironie an)...wer braucht schon Fix-und-fertig-Lösungen von Monopolkonzernen, die sicher nicht aus Mildtätigkeit und sozialer Verantwortung heraus handeln.
Es ist doch viel wichtiger, die heiligen Daten zu schützen (grade für die whatsappenden, tik-tokenden Kids, die gerne auch mal aus dem heimischen Wohnzimmer posten oder streamen). Und was gibt es Schöneres als das beglückende Selbststudium von modularen Lösungen, während man Schulempfehlungsgespräche führt (am Telefon, Video ist nicht, weil sonst der Server zickt), Schülern Tipps am Telefon gibt, Wochenpläne durchspricht, Notbetreuung fährt oder man mit sonstigem unwichtigem Krempel betraut ist.

Was spricht denn dagegen, dass MS und der rosa Riese ein paar Extra-Kröten verdienen und sich den ein oder anderen Pädagogen als treuen Kunden ranziehen?

In Zeiten wie diesen geben wir Lieferdienstmonopolisten mit Freuden unsere Telefonnummer, unsere Privatadressen und hinterlegen unsere präferierten Zahlungsmethoden. Hauptsache, die Pizza kommt warm an.

Aber die bösen Buben aus Bonn, bzw. Redmond unterstützen...nein. Das ist des Guten dann zuviel.

Hätten Gesellschaft (ja, wir alle) und Politik die mahnenden Rufe von Medienpädagogen, Bildungswissenschaftlern und Unternehmen vor 10, 12 Jahren ernst genommen...wir hätten heute wohl eine Palette von geeigneten Produkten und Plattformen. Aber auch hier gilt...hätte, hätte, Fahrradkette.

Ich würde mir wirklich wünschen, jedes Schulamt könnte aus einem geprüften und latent begleiteten Baukastensystem die Module herausgreifen, die die jeweilige Schulform benötigt.

Rechts-und Datensicherheit für Lernende und Lehrende, statt Zurschaustellung von Kompetenz bei völliger Ahnungslosigkeit.

Es könnte so schön und nutzvoll sein. Aber seis drum. Dann doch lieber in Präsenz an die Schule, Masken & Fenster auf, Jacken an und ab und zu mal ne Kniebeuge.
Wahre Worte! Deutschland ist eine Bananenrepublik im digitalen Zeitalter. Aber allen ernstes kann ich mir kaum vorstellen, das die Lehrkräfte mit Masse in der Lage sind einen ordentlichen online Unterricht auf die Reihe zu bekommen.

Wenn ich an die Unterlagen (Kopien) meiner Tochter denke, welche auf ein staatliches Gymnasium bis vor einem Jahr ging, rollen sich mir die Zehennägeln hoch. Das war eine absolute Frechheit. Der Lehrer war vermutlich keine 50 Jahre alt und hat Arbeitsblätter aus den 70er verteilt. Kopiert mit einem Kopierer aus den 70er. Eine saubere PPP würde ich dem niemals zutrauen. Meine Kollegin hat mit ihrem Sohn auf der Realschule die gleiche Erfahrung gemacht. Echt traurig. Aber nichts desto trotz gibt es auch hochmotivierte und technikbegeisterte Lehrer.
 
  • Danke!
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