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Bericht liefert alte und neue Informationen zur Zukunft von Windows 10 Mobile

Bericht liefert alte und neue Informationen zur Zukunft von Windows 10 Mobile

Die Windows Mobile Community lechzt seit über einem Jahr nach einem belastbaren Statement von Microsoft zur Zukunft von Windows 10 Mobile, obwohl das lange Schweigen bereits die wohl eindeutigste Antwort ist, die man bekommen kann. Trotzdem will natürlich jeder wissen: Geht es weiter – und wenn ja, wie?

Zac Bowden hat das Thema bei WindowsCentral einmal mehr aufgegriffen. Es handelt sich im Wesentlichen um eine Sommerloch-Story, die Bekanntes und Offensichtliches zusammenfasst, allerdings gibt es zwei Punkte, die sich von meinen letzten Informationen unterscheiden (die allerdings gut zwei Monate alt sind).

Die wichtigsten Punkte aus dem Bericht:

  • „feature_2“ wird das letzte echte Release von Windows 10 Mobile, welches noch für eine gewisse Zeit (eventuell bis Ende 2018) unterstützt und mit Updates versorgt wird.
  • Redstone 3 oder 4 wird es für Windows 10 Mobile nicht geben, weil ein separater Mobile-Zweig künftig nicht mehr nötig ist.
  • Alle existierenden Phones werden auf feature_2 stehen bleiben – was immer nach Windows 10 Mobile kommt, wird an neue Hardware gebunden sein.

Das nichts weiter als das, was uns allen längst klar schien.
Demnach wird Windows 10 in Zukunft modular und flexibel genug sein (Stichwort Cshell), dass eine separate Mobile-Version schlicht nicht mehr nötig ist. Man wäre damit wieder einen Schritt näher an der „One Windows“-Vision. Die Entwicklung soll intern unter dem Namen „Andromeda OS“ laufen (richtig, den Begriff kennen wir von Google, in diversen Microsoft-Gerüchten ist er aber auch schon mehrfach aufgetaucht).

Spannend ist, dass Microsoft neue UWP-APIs aus Redstone 3 und 4 angeblich auf das feature_2-Release von Windows 10 Mobile portieren wird, um größtmögliche App-Kompatibilität zu gewährleisten. Das wäre insofern bemerkenswert, als dass Microsoft bisher den Support für jedes auf dem Abstellgleis gelandete Gerät auf das Mindeste beschränkt hat. Ich bin mir sicher, dass wir das allein der Existenz des HP Elite x3 zu verdanken haben. Man will den letzten verbliebenen Partner nicht komplett verprellen, für seine eigenen Geräte würde man diesen Aufwand nicht betreiben.

Der Bericht widerspricht meinem Artikel vom Mai zur Zukunft von Windows 10 Mobile, in dem ich geschrieben hatte, dass feature_2 nicht das Ende, sondern die Basis für die weitere Entwicklung ist. Das mag sich in der Zwischenzeit geändert haben, denn Zac schreibt, dass es laut seinen Quellen sehr wohl interne RS3-Builds für die existierenden Geräte gegeben hat, diese aber inzwischen nicht mehr erstellt werden.

Ich hatte im Mai von Windows 10 (Mobile) Geräten mit Redstone 4 berichtet, die auf den Roadmaps stehen, welche man den Business-Kunden derzeit präsentiert. Das ist kein Widerspruch, hierbei wird es sich dann wohl um Geräte mit der „neuen“ mobilen Windows 10-Version handeln.

Ich weiß, viele Fans reimen sich derzeit fast schon gewaltsamen aus allen verfügbaren Gerüchten eine Hoffnung auf das Wunder zusammen, welches das mobile Windows wie Phönix aus der Asche empor steigen lässt. Man nehme Windows 10 on ARM, CShell, Surface Phone und was weiß ich, kippe mehrere Liter Optimismus und eine dicke Prise Naivität hinzu – fertig ist der Traum vom ultimativen Mobilgerät. Die Realität lässt indes die Ankunft eines aus Consumer- und Enthusiasten-Sicht stinklangweiligen Business-Schinkens vermuten (alleine schon deshalb, weil alle „alten“ Windows Phone Apps wie z.B. WhatsApp mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht darauf laufen werden).

Rein technisch erwarte ich den „Reboot“ mit großer Spannung, ich frage mich allerdings schon heute, wie Microsoft den Business-Kunden plausibel machen will, dass sie quasi über Nacht ein verlässlicher Partner geworden sind, der nicht in ein paar Monaten den nächsten strategischen Haken schlägt und aus nicht allzu alten Geräten Altgeräte macht.

Wie groß das Vertrauen der Partner in diesen Neustart ist, lässt sich vielleicht an folgender Info erkennen, die ich kürzlich erhielt: HP hält zwar weiterhin an seinem „3in1-Ansatz“ wie beim HP Elite x3 fest, experimentiert neben Windows aber auch ganz intensiv mit Android.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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