Eine neue Testversion von Windows 10 20H1 - und eine mögliche Erklärung für den Frühstart

Eine neue Testversion von Windows 10 20H1 - und eine mögliche Erklärung für den Frühstart

Für die Windows Insider im „Skip Ahead“ Ring gibt es eine neue Vorabversion der Windows 10 Version 20H1 – also dem Feature-Update, welches erst im Frühjahr 2020 veröffentlicht wird. Unterdessen hat Microsoft-Kennerin Mary Jo Foley eine mögliche Erklärung für den Frühstart geliefert.

Handeln wir zunächst die neue Build ab: Sie trägt die Nummer 18845 und enthält ein paar neue Emojis sowie diverse Bugfixes. Damit ist schon alles gesagt, die Ankündigung findet man wie immer auf dem Windows Blog.

Es war heftig gerätselt und spekuliert worden, warum Microsoft zu so einem frühen Zeitpunkt mit dem Test eines Updates beginnt. Was immer ihr gelesen oder euch selbst zusammengereimt habt – es ist falsch. Der Grund ist laut Mary Jo Foley ein ganz simpler, nämlich die Zusammenführung von Entwicklungs-Strängen.

Seit dem großen organisatorischen Umbau im letzten Jahr, der durch den Abgang von Terry Myerson eingeleitet wurde, liegt die Verantwortung für die Windows-Entwicklung beim Azure-Team von Scott Guthrie. Für Azure hat man bisher eine modifizierte Version von Windows 10 Server benutzt, deren Kernel dem des Client immer um mindestens eine Version hinterher war. Das Ziel ist es, künftig über alle Plattformen (Windows Client, Server, Xbox und Azure) hinweg immer mit der gleichen Core-Version unterwegs zu sein – das klingt sinnvoll und stimmig.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Core-Team in diesem Jahr nur eine statt sonst zwei Versionen herausgeben. Das Herbst-Update „19H2“ für Windows 10 wird also auf dem selben Kern aufsetzen wie 19H1, dürfte also kein besonders großes Update werden. Das darauf folgende 20H1-Update wird dann das erste sein, dass auf der für alle Plattformen einheitlichen Core-Version aufsetzt.

(Ich habe die wesentlich kompliziertere Darstellung von Mary Jo Foley für ein besseres Verständnis stark komprimiert.)

Es dürfte niemanden überraschen, dass in Zukunft Azure den Entwicklungs-Takt vorgibt, für den Windows 10 Client kann das allerdings nur gut sein, denn es bedeutet weniger „Spielerei“ und einen stärkeren Fokus auf Zuverlässigkeit und Stabilität.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. denn es bedeutet weniger "Spielerei" und einen stärkeren Fokus auf Zuverlässigkeit und Stabilität.

    Könnte in dem Sinne aber auch bedeuten noch kleinere Updates mit weniger signifikanten Features und damit eigentlich noch einen Grund weniger warum es 2 Updates pro Jahr geben sollte. Ich hoffe diese "Ausnahme" wirft das Team nicht komplett um weil sie ja jetzt quasi Bugs schon kreuz und quer fixen müssen über mehrere Versionen und dann mittendrin nochmal einer.
    Laut Mary Jo Foley ist das Überspringen einer Core Version in diesem Jahr eine einmalige Aktion, an dem Plan von zwei Feature-Updates im Jahr wird weiterhin krampfhaft festgehalten.
    Oh das ist schade zu hören. Das hat sich nämlich sehr gut angehört, wenn man nur noch eine Version mit einem neuen Kernel veröffentlicht und die weitere Version alle bekannten Fehler beseitigt.
    Gibt es IRGENDWO eine begründung, warum man 2 mal im Jahr quasi das System komplett neu installieren muss??? Nichts anderes ist ja ein Feature Upgrade.
    Bei mir sind jedes mal gewisse Treiber und Einstellung resettet. Bedeutet, nvidia settings neu einstellen, eq beim realtek, am Tablett funktioniert jedes mal Touch und Sound nicht mehr, usw...
    Und das liegt einfach an dieser bescheuerten Vorgehensweise beim Upgrade.
    Wusste gar nicht das Azure einen Windows-(Core) unterbau hat. Dachte Bisher es wäre ne spezielle Linux-Variante.
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