Microsoft Chromium Edge: Microsoft fordert Unternehmen zum Testen auf

Microsoft Chromium Edge: Microsoft fordert Unternehmen zum Testen auf

Der neue, auf Chromium basierende Microsoft Edge ist bislang noch nicht einmal in der Beta-Phase angekommen, nach wie vor gibt es nur eine „Developer Preview“. Meinen eigenen Erfahrungen nach ist der Browser bereits alltagstauglich, trotzdem oder gerade deshalb muss man immer wieder an das frühe Entwicklungsstadium erinnern.

Das hindert Microsoft allerdings nicht daran, seine Unternehmenskunden dazu aufzufordern, den neue Edge zu testen. In den Presseunterlagen zur Partnerkonferenz Inspire wird der neue Edge als „Enterprise Ready“ angepriesen – zumindest in der Form, dass Unternehmen jetzt damit beginnen sollten, den neuen Browser auszuprobieren und zu pilotieren.

Wichtige Unternehmensfeatures wie Mobile Device Management, Gruppenrichtlinien oder der IE Modus stehen zum Testen bereit, auch die PDF-Unterstützung und Application Guard seien reif für den Unternehmenstest.

Microsoft will seine Kunden damit aber nicht alleine lassen, sondern bietet ab sofort über seine offiziellen Support-Kanäle entsprechende Unterstützung für den neuen Edge an. Probleme und Fehler, die beim Test auftreten, werden behandelt, als wäre das Produkt bereits real im Einsatz.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Aber hoffentlich heißt das nicht, dass die den nächste Woche für fertig erklären, weil an sich isser bisher mehr oder weniger noch ein Chrome
    Bitte noch die Quelle für die Aufforderung, ich find dazu nichts.
    Muss die IT-Infrastruktur noch überzeugen endlich mal zu testen!
    Danke
    Also ich nutze den auch produktiv seit einigen Wochen, aber es gibt doch immer noch einige Seiten die nicht funktionieren mit dem neuen Edge.
    Als Beispiel Otto.de und auch in der FritzBox Oberfläche gibt es Probleme.
    Kann jemand kurz ausführen, worin der große Vorteil liegt, dass Edge nicht mehr EdgeHTML als Renderer benutzt, sondern heutzutage auf Chromium basiert?
    Edge war von Anfang an unbeliebt, wie soll das nun besser werden? Der Name ist "belastet". Und die Nutzer interessieren sich regelmäßig nicht für den technischen Unterbau, sondern nur für ihre "user-experience".
    Hallo TheEngineer. Ich habe in den letzten Tagen intensiv die Otto Seite besucht und hatte mit dem neuen Edge keine Probleme. Ich liebe das Teil inzwischen.
    Ich nutz ihn privstauch und hab keine Probleme.
    Bräuchte dennoch eine Quelle für die Aussage.
    Mit sowas kann ich die Infrastruktur besser "überzeugung", als mit "installiert bitte mal"
    Sie fordern die Unternehmen auf der Ignite auf für sie den Betatester zu spielen? Gleichzeitig verkünden sie auf der selbigen (etwas durch die Hintertür), dass die kostenlosen Partnerlizenzen wegfallen. Selbstbewusst sind ja schon immer gewesen...
    Seit wann funktioniert der IE-Mode? hab ich da was verpasst.
    Zitat:
    Wichtige Unternehmensfeatures wie Mobile Device Management, Gruppenrichtlinien oder der IE Modus stehen zum Testen bereit
    @ Xlix,
    weil an sich isser bisher mehr oder weniger noch ein Chrome

    ... das wird er auch bleiben, nicht umsonst nennt man ihn jetzt Edge Chromium.
    "Kann jemand kurz ausführen, worin der große Vorteil liegt, dass Edge nicht mehr EdgeHTML als Renderer benutzt, sondern heutzutage auf Chromium basiert? "
    Der Vorteil ist, dass die Seiten damit angeblich genauso gerendert werden sollen wie es der Chrome macht und andere Chromium basierende Browser. Das ist aus sicht eines Webentwickler gut. Dann muss er die Seite nicht für mehrere verschieden Browser anpassen. Da aber die Kernfeatures des bisherigen Edge, wie beispielsweise die Notizenfunktion oder die Leseliste bisher nicht integriert sind sehe ich keinen Grund den Chromium-Edge zu verwenden. Ich kann gleich Chrome verwenden.
    thor1984
    Da aber die Kernfeatures des bisherigen Edge, wie beispielsweise die Notizenfunktion oder die Leseliste bisher nicht integriert sind sehe ich keinen Grund den Chromium-Edge zu verwenden. Ich kann gleich Chrome verwenden.

    Erstens hat Google Chrome die besagten Funktionen ebenfalls nicht und zweitens macht es einen großen Unterschied, ob man Chrome mit all seinen Zusätzen verwendet oder einen Browser, der auf dem normalen Chromium mit seinem eigenen Touch aufbaut. Ich hatte das in der Vergangenheit schon öfter in aller Ausführlichkeit aufgedröselt, deswegen spare ich mir das an der Stelle. Jedenfalls hat Chrome mit Chromium, genau wie Android mit dem AOSP, nur den allerinnersten Kern gemeinsam, ansonsten baut Google da sehr viel Extrakram rein, der Chrome zu einem OS im OS machen. Bei anderen wie Edge, Opera, Brave oder Vivaldi ist dem nicht so. Insofern sollte man solche Verallgemeinerungen bitte bleiben lassen.
    @KeinUntertan
    Kann jemand kurz ausführen, worin der große Vorteil liegt, dass Edge nicht mehr EdgeHTML als Renderer benutzt, sondern heutzutage auf Chromium basiert?

    Schnellere Engine, schnellere Updates, weitaus bessere Webkompatibiliät, Entwicklerwerkzeuge nahe am Branchenstandard, OpenSource-Basis, generell bessere Performance.... es gibt genug Gründe. Und ich bin mittlerweile dankbar dafür, dass Microsoft den alten Kram über Bord geworfen und nochmal zurück ans Reißbrett gegangen ist.
    @AMDK6
    Gerade wieder getestet und nun läuft otto.de.
    Bis letzte Woche war das Menü oben rechts nicht sichtbar. Dadurch war kein Login möglich z.b.
    Scheint sich was getan zu haben :-)
    Warum unbedingt Edge Chromium versucht mal den Brave Browser gefühlt genau so schnell ,wenn nicht sogar schneller.
    @tommy19581
    Du kannst Edge und Brave nicht direkt miteinander vergleichen. Edge ist ein Browser, der auf Alltagstauglichkeit zugeschnitten ist und gleichzeitig Unternehmen mit einigen Features wie dem IE-Modus stärker in den Blick nehmen will, um das Chaos zu beseitigen, was man mit dem Parallelflug von Edge UWP und dem Internet Explorer angerichtet hat.
    Brave hat eine ganz andere Zielgruppe. Der Browser ist voll auf das Web 3.0 ausgelegt und nimmt dabei die Dezentralisierung und das Thema Kryptowährungen voll ins Visier. Klar kannst du einfach den starken Adblocker nehmen und ansonsten ganz normal Addons aus dem Chrome Web Store installieren, aber in erster Linie sind seine Crypto Wallet, die Unterstützung für WebTorrent und das dezentrale Dateisystem iPFS, sein dezentraler Sync und der super-private Modus mit Tor (den Firefox wohl auch bekommen wird) seine Hauptargumente. Für die große Masse ist der Browser daher eher uninteressant, weil er speziell die Crypto-Community ins Visier nimmt.
    tommy19581
    Warum unbedingt Edge Chromium versucht mal den Brave Browser gefühlt genau so schnell ,wenn nicht sogar schneller.

    ... ich glaube du hast den News Artikel nicht verstanden :hallo
    Microsoft Chromium Edge: Microsoft fordert Unternehmen zum Testen auf
    @ Kevin Kozuszek: Danke für die Auskünfte bzgl. Chromium. Bin mir aber dessen bewusst, dass jeder, der einen Chromium-basierten Browser nutzt, Mozillas Firefox, der ohnehin zu kämpfen hat, nachhaltig schwächt. Deshalb mache ich das nicht. Aus Prinzip.
    Bin mir aber dessen bewusst, dass jeder, der einen Chromium-basierten Browser nutzt, Mozillas Firefox, der ohnehin zu kämpfen hat, nachhaltig schwächt. Deshalb mache ich das nicht. Aus Prinzip.

    Wir sprechen hier aber noch über eine Software, oder?
    Diese Art des fast religiösen Eifers werde ich wohl nie verstehen. Wenn sich eine Software nicht durch setzt, dann hat das in der Regel praktische und sachliche Gründe. Am Ende ist mir auch völlig egal, ob der Unterbau Chromium, Gecko, EdgeHTML, oder sonstwas heißt. Was nicht gut ist, fällt weg. Siehe EdgeHTML (ja, ich weiß, dass es noch in Windows integriert sein wird). Und wenn Firefox "zu kämpfen hat", dann sollen sie einfach besser arbeiten. Erwarte ich aber ehrlich gesagt nicht.
    KeinUntertan
    @ Kevin Kozuszek: Danke für die Auskünfte bzgl. Chromium. Bin mir aber dessen bewusst, dass jeder, der einen Chromium-basierten Browser nutzt, Mozillas Firefox, der ohnehin zu kämpfen hat, nachhaltig schwächt. Deshalb mache ich das nicht. Aus Prinzip.

    Man kann keinen Browser nachhaltig schwächen, der per Definition gar nicht das Ziel hat, vorrangig Marktanteilen hinterher zu jagen. Das mag im ersten Augenblick komisch klingen, aber Mozilla ist in erster Linie eine Non-Profit-Organisation, die nur in zweiter Reihe auch um Marktanteile ringen muss, weil sie keine Gewinnabsichten haben. Das ist ein großer Unterschied zu Google, Microsoft und anderen Konkurrenten, und erst recht zu Brave, der zwar ebenfalls OpenSource ist, aber dahinter steckt ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen. Abgesehen davon profitiert Firefox auch von Chromium. React und Redux ersetzen die alten Bindings von XUL, XBL und XPCOM, die WebExtensions orientieren sich an Googles Format und Mozilla selber trägt auch Code zum Chromium-Projekt bei. Das erstmal dazu.
    Zweitens: Auch wenn viele das immer wieder gerne als Ausrede nehmen, ist Chromium eigentlich nicht das Problem, weil Chromium selber nur aus dem eigentlichen Problem hervorgegangen ist, weil es sich auf breiter Front durchgesetzt hat. Das eigentliche Problem heißt Webkit, aus dem heraus Blink nachher geforkt wurde. Neben der großen Zahl an Chromium-basierten Browsern (und der Tatsache, dass es auch bei Node.js und clientseitiger Entwicklung wie etwa bei Steam und Spotify greift) gibt es mit Safari einen zweiten starken Zweig mit Webkit 2, und im OpenSource-Umfeld haben sich auch Entwicklungen ergeben, die Firefox in den Rücken gefallen sind. Das Gnome-Projekt setzt bei GTK und seinem eigenen Browser Epiphany auf Webkit2GTK (freier Abkömmling von Apples Variante) und die Qt-basierten Browser (u.a. auch KDE Falkon) wechseln von QtWebKit (ehem. Apple-Abkömmling) auf die QtWebEngine (Chromium). Und von den Gecko-basierten Browsern sind nur ganz wenige den Modernisierungsprozess von Mozilla mitgegangen, wovon Tor und Waterfox noch die bekanntesten sind. Ansonsten haste solche Späßchen wie Pale Moon mit der Goanna-Engine, wo ich erst diese Woche wieder herzhaft gelacht habe, weil in diesem ohnehin schon fragilen Trümmerhaufen zu Wochenbeginn ein riesiger Sicherheitsvorfall in deren Archivserver gefunden wurde. Nicht von den Entwicklern, die jede Schuld von sich weisen, sondern von einem Nutzer. Seit dem 27.12.17 spuckte der Server bei sämtlichen Binaries dort Malware aus. Soviel dazu.
    Um es klar zu sagen: Firefox geht es gut, eigentlich so gut wie lange nicht mehr. Was neue Webstandards angeht, führt an Gecko meistens kein Weg vorbei, weil du neben Blink eine zweite Engine brauchst. Die Runderneuerung am Desktop läuft planmäßig und sehr gut, unter Android (und Fire OS) ist Fenix auf einem sehr guten Weg, plattformmäßig ist Firefox so verbreitet wie kaum ein anderer Browser und die Firefox-Familie wird um die Services gerade erst erweitert, um sich finanziell unabhängiger von Google und Co. zu machen. Viel mehr kann man nicht erwarten. Die Dominanz von Webkit und seinen Derivaten gibt es schon deutlich länger und dass große Teile der FOSS-Community mal wieder unfähig für Reformen ist (betrifft nicht nur das hier, sondern das tritt mittlerweile vielerorts zu Tage), dafür kann Mozilla nichts.
    Noch mehr Marktanteil täte Mozillas Firefox natürlich gut. Wenn aber die Platzhirsche unter den Browsern den Markt für sich beanspruchen und auch die Entwickler das Internet immer mehr an Chromium ausrichten, gerät Mozillas Firefox ins Hintertreffen. Braucht nur in den Tech-Magazinen auftauchen, dass Firefox der schlechtere Browser sei, weil er Webseiten langsamer öffnet, Inhalte schlechter anzeigt, als Chromium-basierte Browser. Dann installieren die Nutzer verstärkt Chromium-basierte Browser. Der neue Edge von Microsoft spielt Googles Chrome "in die Hände". Die zugrunde liegende Technologie wird dadurch mehr und mehr ausufern. Sehe das sehr kritisch, weshalb ich das nicht durch Nutzung von Chromium-Edge oder gar Googles Chrome unterstützen möchte.
    Ich denke, bei Mozilla muss man zwischen der Foundation, und der Corporation unterscheiden (auch wenn beide eng verbandelt sind, und man diese Unterscheidung eigentlich kaum machen kann). Und, natürlich haben die auch Gewinnabsichten, sonst würde es gar keinen Sinn machen, für sich zu werben.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mozilla_Foundation#Mozilla_Corporation
    Die Mitarbeiter in Vollzeit dort arbeiten sicher auch nicht gern umsonst.
    Was ich halt nicht nachvollziehen kann ist dieses "nachhaltig schwächen". Das sind Wirtschaftsunternehmen, auch Mozilla, die sich im Wettbewerb befinden. Ich könnte dann ja auch argumentieren, dass Mozilla nachhaltig Google schwächt, und weg muss. Tu ich aber nicht, denn, nochmals, es ist Wettbewerb. Und da schenkt man sich nichts. Sonst könnten wir gleich das Geld abschaffen, und uns alle bei den Händen halten, auch wenn das wohl kaum der menschlichen Natur entspricht. Aber, Mozilla hätte das wohl gerne. Das ist halt auch die kindlich-naive Vorstellung generell in der Open Source Gemeinde.
    Nicht falsch verstehen, Open Source in Maßen ist eine gute Sache, nämlich da, wo es Sinn macht. Aber nicht in Massen, und dort wo es keinen Sinn macht.
    @KeinUntertan
    Entwickler müssen sich sowieso an Chromium ausrichten, weil ansonsten das Internet nicht mehr laufen würde. Das liegt aber nicht an Google, sondern an Node.js, was Teil einer unabhängigen Suborganisation innerhalb der Linux Foundation ist. In der JS Foundation ist Google selbst noch nicht mal Mitglied, da sind IBM und Samsung die beiden Schwergewichte, und in der Linux Foundation ist Google auch nur einer unter vielen. Jedenfalls ist es egal, ob du serverseitige Frameworks wie den dortigen Platzhirsch Express oder eher clientseitige Frameworks wie Angular oder Vue nimmst, ohne Node.js geht nichts und das basiert im Kern eben auch auf Chromium.
    Ihr müsst eine Sache verstehen: Es gibt in dem Punkt einen grundlegenden Unterschied zwischen Chromium und dem Android OpenSource Project. Bei Android hat es Google geschafft, sich wirklich ein Quasi-Monopol auf dieser Basis aufzubauen, was eben das AOSP angeht. Es gibt mit Fire OS von Amazon und Oxygen OS von OnePlus zwei Derivate, die noch im eigenen Modellzyklus ganz gut mithalten, der Rest wie Android x86, Postmarket OS, Replicant oder Lineage OS ist quasi irrelevant. Bei Chromium ist das anders. Natürlich ist Google da weiterhin der Hauptcontributor, was den Code angeht, aber ansonsten ist Google da die Kontrolle in weiten Teilen eher entglitten. In der Desktop-Entwicklung haben mittlerweile eher Microsoft/GitHub (durch Electron), Facebook (durch React Native) und die Qt Company (durch die Qt-Integration) das Heft in der Hand, bei der Runtime ist es eben Node.js (mit in erster Linie IBM und Samsung als Schwergewichten dahinter), beim CEF haben auch ganz andere Akteure wie Valve oder Spotify ein hohe Interesse an Chromium. Die Zeiten, wo Google schalten und walten kann, wie es lustig ist, sind bei Chromium so langsam vorbei, weil es sich extrem tief in die Industrie gefressen hat und ein Industriestandard geworden ist. Bei Kubernetes war das ähnlich, das wurde mittlerweile in eine Foundation ausgegliedert. Mal sehen, wann es bei Chromium soweit ist.
    Abgesehen davon basiert die Macht von Chrome nicht darauf, dass er auf Chromium basiert. Das Problem ist, dass Google es aufgrund seiner Marktmacht schafft, neben der minimalen Chromium-Basis vor allem seinen proprietären, selten standardisierten Kram in den Markt zu drücken, und die Entwickler orientieren sich halt an Chrome als marktstärksten Browser. Würde es einen richtigen, reinrassigen Chromium-Browser geben, der gemeinsam mit Firefox Chrome in die Zange nimmt, würde Google sogar eher Probleme kriegen, weil es seinen Einfluss und damit seinen Handlungsspielraum bedrohen und ggf. einschränken könnte. Microsoft ist genau der Entwickler, der Google hier zusetzen könnte, andere schaffen das nicht bzw. nur im Windschatten von Edge. Ob Chrome tatsächlich noch der beste Browser wäre, wenn man alleine Chromium zugrunde legt, das wäre die interessante Thematik dabei. Ich bezweifle das, zumal Chrome auch so an etlichen Stellen (z.B. CPU-Last) deutlichen Optimierungsbedarf hätte.
    Letztlich kann man zwei Sachen festhalten: Erstens sind die allermeisten Menschen technisch nicht so versiert wie die, die sich in Fachforen meistens rumtreiben. Die sind glücklich, wenn die Kiste und das Internet läuft und keine Probleme macht, insofern ist das Groß dieser Zielgruppe für diese Thematik eher irrelevant. Zweitens, und das merke ich immer deutlicher, schwindet in der technisch versierteren Gruppe der Rückhalt für Google. Chrome ist davon wie die anderen Spitzenprodukte wie Maps oder YouTube (noch) nicht betroffen, aber vor allem die Sprunghaftigkeit von Google und sein nervöser Finger, was die Einstellung von Projekten angeht (nach dem Messengerchaos kann man sie da z.B. sowieso nicht mehr ernst nehmen und mittlerweile bringen sie auch schon wieder den Nachfolger von Google+ mit Shoelace in Stellung, sie lernen es also auch nicht), nagelt das fest. Ich bin zwar nicht so bekloppt und würde sagen, dass Google auf absehbare Zeit untergeht, aber wenn das so weitergeht, werden sich weitere Stellschrauben in Bewegung setzen. Selbst in der Google-Community macht sich ja mittlerweile Frust breit und es sagen auch genug Leute, dass da Feuer am Dach ist.
    Solange SSO nicht für (hybrid) joined devices funktionoiert und Chromium Edge nicht auf managed Certificates für User und Device zugreift, ist das BS! Das Ding ist noch sehr weit weg von Testable for Enterprise. Man kann auch ken AAD-Konto für eine Nutzerprofil verwenden.
    Vielleicht kann ich noch einige Sache ergänzen, um manchen Leuten hier die Besorgnis wegen Chromium und Google mal ein bisschen zu nehmen. Spätestens dann könnt ihr das dann sicherlich richtig einordnen.
    Früher, bis vor einigen Jahren, hat Google einige Schritte unternommen, damit man sehr weitreichend seine eigenen Technologien über Chrome in den Markt drücken kann. Der Umstieg von WebKit auf Blink war einer davon, andere waren zum Beispiel PFS bei der Verschlüsselung, Brotli als Kompressionsalgorithmus, die Progressive Web Apps, die Accelerated Mobile Pages (AMP), das JavaScript-Framework Angular, die Programmiersprache Dart als JavaScript-Ersatz, der eigene Native Client zur Beschleunigung von Webcode und noch einiges mehr. Das ging auch soweit, dass Google das etablierte HTTP durch neue Protokolle ersetzen wollte. Tatsächlich ist es aber so, dass sich nur bestimmte Technologien wie PFS und Brotli komplett und unverändert durchgesetzt haben. Bei den anderen sah/sieht das so aus:
    - Googles Protokolle SPDY und Quic wurden über den Standardisierungsprozess von HTTP einkassiert. Aus SPDY wurde das aktuelle HTTP/2, Quic wird die Basis für HTTP/3. Google redet da aber nicht alleine mit.
    - Gegen den Native Client hat sich eine Entwicklung von Mozilla haushoch durchgesetzt: WebAssembly, was seinerseits auf dem Vorgänger asm.js basiert.
    - Würde es nicht Flutter für die mobile Entwicklung geben, wäre Dart schon lange tot. Normalerweise sollten Dart und Angular hier langfristig den Doppelpass spielen. Während Angular zwar ein wichtiges, neben React und Vue aber nur eines von drei führenden Frameworks ist, sieht Dart gegenüber einer gewissen Sprache aus Redmond nur noch die Rücklichter. Microsofts TypeScript hat sich bei allen großen Frameworks neben JavaScript, was zu Netscape/Mozilla gehört, zur Standardsprache gemausert, mal abgesehen davon, dass auch .NET Angular ansprechen kann.
    - Speziell Microsoft macht seinen Einfluss in jüngster Zeit auch deutlicher. Nicht nur bei den eigenen Beiträgen zu Chromium, sondern gerade auch bei den Progressive Web Apps und ansatzweise bei AMP.
    - Unterm Strich bleibt als größter Erfolg für Google, dass sich mit der Programmiersprache Go und Kubernetes als Orchestrierungswerkzeug zwei seiner Kerntechnologien in der Cloud durchgesetzt haben. Kubernetes wurde allerdings in eine unabhängige Foundation ausgegliedert und bei Go sitzen auch andere Unternehmen wie Microsoft und Dropbox mit im Boot, weil das für ihre Infrastruktur wichtige Rollen spielt. Außerdem gibt es mit Rust von Mozilla noch eine zweite Sprache, die hier zunehmend an Einfluss gewinnt.
    Mal abgesehen von dem, was ich über Node.js schon gesagt habe: Ihr solltet gerade den Einfluss, den Microsoft, Facebook und in Ansätzen auch Mozilla auf Chromium ausüben, nicht unterschätzen. Die allerjüngste Entwicklung ist die neue JavaScript-Engine Hermes, die Facebook speziell für React Native entwickelt hat und die speziell für die Anwendungsentwicklung (aber nicht für den Browser oder für Node.js als Ersatz für v8) optimiert ist. Microsoft arbeitet ja auch an React Native mit Facebook zusammen (für Windows 10 als auch für einige Anwendungen) und könnte Hermes hier dann übernehmen. Und was die Webstandards angeht, ist Mozilla momentan sogar in einer ganz guten Position. Bei DNS-over-HTTPS (DoH) ist man vorne dabei und auch beim neuen Videocodec AV1 und dem daraus abgeleiteten Bildformat AVIF hat man sich gegen Google durchgesetzt. Die haben die Arbeiten an dem Nachfolger für VP9 und WebP stattdessen hier einfließen lassen.
    Ihr seht es also: Google hat zwar einen starken Einfluss, aber das ist alles andere als ein glatter Durchmarsch. Und wenn man dann bedenkt, dass bei den Entwicklerwerkzeugen JetBrains (Android Studio basiert auf IntelliJ) und Microsoft (VSCode ist für Googles Projekte der offizielle Editor) die Zügel eigentlich fest in der Hand halten und Google hier freiwillig auf größere Alleingänge verzichtet, dann schalten und walten sie eben nicht mehr, wie sie lustig sind. Mag sein, dass sie bei den eigenen Diensten nicht ganz so saubere Tricks benutzen, um andere Browser zu schwächen, aber insgesamt sind die eigenen Versuche so stark von anderen Unternehmen aufgegriffen und beeinflusst worden, dass Google da schon lange nicht mehr die alleinige Entscheidungsgewalt hat.
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