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Lumia 640 XL im Test: Was kann das Display?

Seit knapp drei Wochen ist das Lumia 640 XL nun mein treuer täglicher Begleiter. Über die Kamera und die Akkuleistung habe ich bereits ausführlich gesprochen (wer es verpasst hat, die Links stehen am Ende des Artikels). Heute möchte ich mir das Display vornehmen.
Kaum eine andere Einzel-Komponente hat einen derart großen Einfluss auf den Gesamteindruck eines Smartphones. Ein richtig gutes Display weiß ein ansonsten vielleicht eher durchschnittliches Gerät aufzuwerten, ein schlechtes Display hingegen kann einem die Freude daran vollständig vermiesen.

Bei den Einsteigergeräten gab es da in der Vergangenheit ja durchaus große Unterschiede. Das Lumia 630 hat ein sehr gutes Display, das des Lumia 530 ist dagegen unter aller Würde. Beim Lumia 535 ist die Darstellung ok, aber es gab und gibt die bekannten Probleme mit der Reaktionsfreudigkeit des Touchscreen.

Bevor jetzt mein Begeisterungssturm über das Display des Lumia 640 XL losbricht, lasst uns das gleich relativieren. Wir reden hier über ein Gerät, dessen Straßenpreis teilweise schon unter 200 Euro gefallen ist. Natürlich kann das Lumia 640 XL nicht mit einem 730/735, 830 und schon gar nicht mit einem Lumia 930 mithalten, da liegt schon noch eine Liga dazwischen.

Die Basics: Kontrast, Farbtreue, Blickwinkel, Lesbarkeit
Das Lumia 640 XL weiß in wirklich jeder Basis-Disziplin zu überzeugen und leistet sich keinerlei eklatante Schwächen. Vor allem die Darstellung von Schrift gefällt mir sehr gut. Inhalte lassen sich prima lesen, hier „profitiert“ das 640 XL auch davon, dass die 720p Auflösung nicht optimal skaliert und Buchstaben manchmal größer als nötig erscheinen. So werden eventuelle Schwächen überspielt, die aber kaum vorhanden sind. Auch die kleine Schrift auf den Live-Tiles lässt sich prima lesen.

Beim Blickwinkel tritt die für günstige Displays typische Schwäche auf, dass die Farben mitunter stark verfälschen, je größer der Blickwinkel wird. Das fällt besonders bei Fotos auf, wer also beim gemeinsamen Betrachten ganz außen sitzt, hat nicht die besten Karten.

Ansonsten fällt mir gerade nichts weiter als die zusammenfassende Aussage „alles im grünen Bereich“ ein. Die Bildqualität beim Lumia 640 XL ist rundum gut.

Widerstandsfähigkeit und Oberflächengüte
Wer schon mal ein richtiges LowEnd-Gerät in den Händen hatte, der kennt vielleicht das Gefühl, mit dem Finger auf dem Display nicht so richtig voran zu kommen, die Oberfläche wirkt stumpf. Auf hochwertigen Displays dagegen herrscht regelrecht „Glatteis“.
Auf einer Skala von 0 bis 10 zwischen diesen beiden Extremen erreicht das Lumia 640 XL nach meiner Einschätzung eine gute 8. Der Finger gleitet wesentlich besser über das Display als bei allen zuletzt vorgestellten Geräten, auch das Lumia 630 verliert im direkten Vergleich. Wer es noch „flutschiger“ haben möchte, muss zu den oben erwähnten, höherwertigeren Modellen greifen, deren Oberfläche zusätzlich veredelt ist.

Die Widerstandsfähigkeit ist ebenfalls zufriedenstellend. Ich verwende prinzipiell keine Displayschutz-Folien, und nach knapp drei Wochen mit entsprechendem Rein und Raus in Hosen- und Jackentaschen sind noch keinerlei Gebrauchsspuren zu sehen. Für ein echtes Fazit ist es natürlich dennoch zu früh.

Sonnenlicht
Nachfolgend seht Ihr ein Foto, auf dem das Display des Lumia 640 XL direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Genau wie auf dem Foto sieht es auch in der Realität aus. Meiner Meinung nach geht das in Ordnung, wenngleich natürlich auch hier ein deutlicher Unterschied z.B. zu m Lumia 930 besteht.

Und wo die Sonne gerade so schön schien, habe ich noch ein weiteres Bild aufgenommen, auf dem man erkennen kann, dass bei besonders hellem Umgebungslicht die Touch-Matrix durchscheint. Auf dem Bild sehen sie wie kleine Kratzer in der linken Hälfte aus. Das ist einer der Momente, in denen man daran erinnert wird, ein Budget-Gerät in der Hand zu haben. Im Alltag erlebt man diesen Effekt allerdings recht selten.

Und der Touchscreen?
Spätestens seit dem Lumia 535 wissen wir, dass die Berührungsempfindlichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit des Touchscreen ein wichtiges Kriterium ist. Diesbezüglich gibt es am Lumia 640 XL fast nichts auszusetzen, in den allermeisten Fällen funktioniert alles so wie es soll und das Bild „klebt“ am Finger.
Hin und wieder kommt es aber sowohl in die eine als auch die andere Richtung zu Ausschlägen. Soll heißen: Manchmal tippt man ein Element an und es passiert nichts, ein anderes Mal löst man ungewollt eine Aktion aus.
Nicht so, dass es in Summe wirklich ein Ärgernis wäre oder man es sich als potenzieller Käufer deshalb anders überlegen müsste, aber immerhin so oft, dass ich es doch erwähnen muss. Bislang ist es mir noch nicht gelungen, eine Ursache für das eine oder andere Verhalten zu ermitteln.

Fazit
Auch wenn man einfach vorsorglich ein paar Punkte abzieht, die sich aus meiner „Gesamt-Begeisterung“ für das Lumia 640 XL ergeben: Das Display ist mindestens so gut, wie man es für ein Gerät dieser Größenordnung und Preisklasse erwartet, und in einigen Punkten durchaus auch deutlich besser. Ich würde es in die solide Mittelklasse einsortieren.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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