Am Puls von Microsoft

Project Rome: Microsoft will nahtlose Arbeitsteilung zwischen Smartphone und PC über Plattformgrenzen hinweg

Mit dem Anniversary Update werden Windows 10 Mobile und Desktop enger miteinander verzahnt, in der noch frischen Insider-Build 14316 findet man bereits einige konkrete Umsetzungen. Es werden Vergleiche mit Apples „Handoff“ gezogen, diese sind aber nicht angebracht, denn der Ansatz von Microsoft geht noch sehr viel weiter. Das Ziel ist eine nahtlose Verzahnung von PC und Smartphone, und es ist schon beinahe selbstverständlich, dass das auch andere Plattformen mit einschließt.

Am tiefsten geht der Ansatz unter Windows 10, da hier eine gemeinsame Codebasis existiert. Mit dem Anniversary Update wird die Basis gelegt, damit eine App künftig quasi zwischen PC und Smartphone hin und her wechseln kann und dabei ihren aktuellen Zustand mitnimmt. Wenn man so will, bekommen die Apps eine zusätzliche Ausführungsschicht in der Cloud, die es ihnen ermöglicht, von einem Gerät zum anderen zu springen und dabei genau zu wissen, wo sie vorher waren.

Die Grenzen dieses Szenarios sind quasi nur durch die Kreativität der Entwickler begrenzt. Starte einen Film auf dem Handy und drücke einen Button, damit die Xbox startet und die Wiedergabe an der selben Stelle fortsetzt. Bearbeite ein Dokument am PC und öffne es mit einem Klick auf dem Smartphone, wenn Du los musst. Beginne eine Textnachricht auf dem Handy und entscheide Dich, doch lieber auf dem PC weiter zu schreiben, weil die Nachricht länger wird….das sind alles nur kleine Beispiele.

Denkbar wäre aber auch, dass z.b. besonders rechenintensive Vorgänge einer App auf dem PC oder in der Cloud ausgeführt werden, um die Ressourcen des Smartphones zu schonen. Neu ist außerdem der „App2App contract layer“, damit können Apps untereinander über verschiedene Windows 10 Geräte hinweg miteinander kommunizieren.

„Project Rome“ ist der Codename bei Microsoft für diese Technologie, die aber noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Es gibt auch noch das „Project OceanView“, dahinter verbirgt sich vermutlich der Ansatz, das Szenario über die Grenzen von Windows 10 hinaus zu transportieren. Mary Jo Foley schreibt, dass Microsoft die Veröffentlichung eines SDK für Android und iOS plant, der das oben Beschriebene auch mit diesen Plattformen ermöglichen soll.

Arbeite wann, wo und womit Du willst, und nimm den aktuellen Stand Deiner Arbeit (oder Deines Vergnügens) einfach mit. Eine ziemlich coole Vorstellung.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Anzeige