Microsoft BUILD vs. Google I/O: Es kam anders als erwartet

Microsoft BUILD vs. Google I/O: Es kam anders als erwartet

In der zurückliegenden Woche hielten sowohl Microsoft als auch Google ihr wichtigstes Entwickler-Event des Jahres ab. Die BUILD und die I/O überschnitten sich sogar, und obwohl das von beiden Seiten vermutlich nicht beabsichtigt war, hat das unter dem Strich dann doch weniger gestört als gedacht. Im Gegenteil, es ermöglicht sogar in einigen Punkten einen Vergleich, obwohl die jeweiligen Keynotes unterschiedlicher kaum hätten sein können.

Ich bin mit einem Vorurteil in diese Woche gestartet. Am heutigen Sonntag einen Rückblick zu schreiben, hatte ich mir fest vorgenommen, und über den Inhalt war ich mir vorab schon im Klaren: Ich würde schreiben, dass Microsoft mit der BUILD 2018 endgültig in der Langeweile angekommen ist und Google andererseits seine Zukunft als Consumer-Company Nr. 1 zementiert hat.

Die Microsoft-Keynotes, besonders jene von Satya Nadella, haben mich dann aber dennoch beeindruckt. Weniger, weil ich das alles so toll finde, sondern mehr, weil ich glaube, (endlich) verstanden zu haben, was das Unternehmen im Schilde führt.

Ich will euch und mir nichts vormachen: Wenn es um „persönliche Technologie“ geht, also all die Dinge, die man anfassen, anschauen und mit denen man direkt interagieren kann, dann ist der Microsoft-Drift in Richtung Langeweile schon lange offensichtlich. Wer sich primär damit beschäftigt, für den ist Microsoft deutlich uninteressanter geworden, und es wird von jetzt ab nur noch schlimmer werden. Natürlich bedaure ich das persönlich und es berührt mich sogar emotional, was völlig absurd ist (oder auch nicht, wenn man die Konsequenz bedenkt, dass damit dieser Seite hier mehr und mehr die Existenzgrundlage entzogen wird, zumindest in ihrer bisherigen Form).

Microsoft aus der Sicht des typischen Endnutzers als langweilig anzusehen und bei den BUILD-Keynotes nur mit viel Mühe wach geblieben zu sein ist etwas, was ich absolut nachvollziehen kann, mit einer ganz wichtigen Einschränkung: Es sollte nicht verächtlich gemeint sein, denn das wäre unfair.

Vor Wochenfrist habe ich noch fast ein wenig hilflos versucht, den Begriff des „Intelligent Edge“ zu erklären. Diese Vision der zukünftigen Welt, in der die Intelligenz, die wir heute aus PCs und Smartphones kennen, in quasi jedes mit Energie betriebene Gerät Einzug halten kann, wurde für mich während Nadellas Keynote greifbar. Zumindest in der Form, dass PCs und Smartphones in dieser Welt zwar durchaus weiterhin ihre Existenzberechtigung haben werden, aber eben nur ein Teil dieses riesigen Gesamt-Gebildes sind. Ob man auf diesen Plattformen ein starkes Standbein hat, wird wichtig, aber nicht (mehr) lebenswichtig sein.

Nein, ich werde jetzt nicht schreiben, dass Microsoft es richtig macht und alles im Grunde ganz toll ist, denn wie viele andere Microsoft-Enthusiasten (es kostet mich schon fast Mühe, kein „ehemalige“ davor zu setzen) würde ich mir wünschen, dass die Redmonder öfter nach dem Prinzip „das Eine tun, aber das Andere nicht lassen“ handeln würden. Dennoch muss ich eingestehen, dass dieser neue Plan funktionieren kann. Microsoft bereitet sich zumindest gefühlt auf diese „nächste Welle des Computing“ so intensiv vor wie kein anderes Unternehmen.

Sie tun dies vor allen Dingen mit Bedacht. Es wurde von den schier unendlichen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz geschwärmt, gleichzeitig aber auch von der „ethischen KI“ gesprochen. Nadella sagte, man müsse sich nicht nur fragen, was ein Computer tun kann, sondern auch, was er tun sollte.

Er sollte einen Tag später unfreiwillige Schützenhilfe von Google bekommen, die voller Stolz „Google Duplex“ demonstrierten, in dem sie einen Bot mit einem Menschen telefonieren ließen – ohne dass der Mensch merkte, mit eine Maschine zu sprechen. Wie jede Keynote-Demo auf diesem Planeten war das natürlich ein blitzsauberer, durchgeplanter Fake, seine gruselige Wirkung entfaltete er aber dennoch. Nadellas theoretische Frage vom Vortag hatte ihren ersten praktischen Anwendungsfall, bei dem die Meinungen, ob ein Computer das können sollte, durchaus weit auseinander gehen.

Wenn Nadella trotz all dieser Vernetzungen und neuen Datenströme sagt „Privatsphäre ist ein Menschenrecht“, dann glaube ich ihm das sogar. Nicht, weil ich Microsoft so unendlich vertraue, sondern weil ihr Geschäftsmodell darauf ausgerichtet ist, dass die Kunden für die Microsoft-Produkte Geld bezahlen – und das tun sie wiederum nur, wenn sie Vertrauen haben. Dieses Problem hat Google nicht, und was wurde in dieser Woche ebenfalls deutlich. Sie werden tun, was möglich ist, und ob ihnen die Menschen misstrauen, muss die Leute aus Mountain View nicht interessieren, denn nutzen werden sie die kostenlosen Services in jedem Fall. Das Datenschutz- und das Umweltbewusstsein der Menschen sind durchaus vergleichbar. Ja, natürlich sind Plastik-Einwegflaschen eine furchtbare Sache – aber was will man denn machen, wenn die Flasche bei Aldi nur 19 Cent kostet.

Vielleicht ist das einer der Hauptgründe dafür, warum Microsoft für sich selbst im Consumer-Bereich keine allzu große Zukunft mehr sieht: Es geht darum, Vertrauen zu Geld zu machen. Das funktioniert mit Geschäftskunden super, mit Endkunden dagegen überhaupt nicht. Datenschutz ist nur wichtig, so lange er nichts kostet.

Viele Neuerungen, die Google für Maps oder den Google Assistant vorgeführt hat, funktionieren nur, wenn der Nutzer wieder ein Stück mehr von sich preisgibt. Ich meine das nicht mal kritisch, ich stelle es einfach nur fest. Man muss nur eben im Hinterkopf behalten, dass jegliche Aktivitäten von Google am Ende des Tages nur dem einen Zweck dienen: Dem Verkauf personenbezogener Werbung, denn dies ist die Haupteinnahmequelle des Unternehmens.

Klingt jetzt vielleicht ein wenig nach „Microsoft gut, Google böse“, ist aber nicht so gemeint. Es sind einfach nur zwei verschiedene Geschäftsmodelle, die man kennen muss. Unter dem Strich fällt es mir am Ende schwer, die Keynotes von BUILD und I/O zu vergleichen, weil sie so krass unterschiedlich waren. Während sich Google vorwiegend im Hier und Jetzt aufhielt, grüßte Microsoft aus der Zukunft. Die I/O war durchaus das „handfestere“ Event, und wenn Kritiker Microsoft vorwerfen, sich in Zukunftsträume zu flüchten, dann muss man das für den Moment tatsächlich einfach so stehen lassen und abwarten, wie schnell wir einen Rückblick auf diese Zukunftsvision werfen können.

 

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Grüßt MS nicht schon seit Jahren aus der Zukunft die niemals eintritt? Ich glaube das Google mit ihren Bemühungen technisch mittlerweile so weit weg ist, dass Microsoft auch in 5 Jahren aus der Zukunft grüßen kann und immer noch angehängt ist.
    Naja, bis auf ein funktionierendes Telefon mit entsprechenden Anwendungen habe ich nur wenig Nutzen aus "Googles-Consumer-Power" ziehen können. Ständig stößt man an Grenzen des machbaren so wenn man sich nicht gänzlich Google hingeben möchte. Da realtiviert sich das Interesse oftmals deutlich. Ich würde mal fast behaupten, das deren Öko-System weit geschlossener ist, nur mit dem Zweck die Nutzer gänzlich für sich einzunehmen. Darin besteht kaum ein Wettbewerb, der Anwender zu gute kommt.
    Erst kürzlich bin ich beim probieren von Android-Auto an eine Grenze gestoßen, die das Ganze für mich uninteressant macht.
    Ich finde nur faszinierend, wie viele persönlichen Daten man immer noch von einem Absaugen kann. Bin gespannt, wohin das noch führen wird :) Wenn dann komplett der letzte Rest an menschlichen Daten von einem abgesaugt wurden, dann werden uns bestimmt künstliche persönliche Daten angedichtet, um sie dann wieder schön absaugen zu können :)
    Enne
    . Ich Frage mich immer was die Leute erwarten dass man während der Autofahrt so machen kann oder sollte :D

    Vielleicht ein anderes Navi nutzen? .....
    Am Ende kannst du ja auch die Microsoft Kfz Funktion nutzen ;)

    Der Fahrzeugmodus in WinMobile erlaubte zumindest das Hinzufügen eigener Anwendungen und Navi-APP´s
    Das eigentliche Android Auto ist im Grunde nur eine dumme Schnittstelle zu einem Display.
    Und ja, ich bin der Ansicht das ich bei MS dritte Dienste besser zusammenführen kann - Flow zeigt mir das regelmäßig. Auch dritte Dienste sprechen weniger Google als MS.
    Und den Fahrzeugmodus kannst du dann auf den KFZ Bildschirm übertragen?

    Wenn es eine entsprechende Schnittstelle gäbe, wäre es möglich - ja. Wobei es bei den Bretter kaum noch nötig erscheint....

    Was meinst du warum Anbieter für Anbieter ihr Naviapps einstellen oder brachliegen lassen?

    Navigon - ja deren Geschäftsmodel in kollabiert- Here wurde jedoch nicht grundlos von einem Auto-Konsortium übernommen. Die Anwendung erfreut sich eine stetig wachsender Beliebtheit. - Könnte mitunter an den umgangreichen Offline-Maps liegen.
    Ich muss nichts nachweisen, nur weil ich sehe das die Anzahl der Installationen heute höher ist, als ich sie damals installierte.
    Groß basteln muss Google auch nicht. Einfach die Wahl lassen würde schon reichen, aber darin besteht kein Interesse.
    Über WinMo braucht es keine Diskussion, der Drops ist gelutscht. Es ging mir nur darum, das der Fahrzeugmodus diese Wahlmöglichkeit hatte.
    Nein, uns es nicht abwegig von einer Fahzeugmodus-App zu erwarten, die Anwendungen frei definieren zu können. Vor allem nicht mit einem Assistenzsystem das nicht in der Lage ist Termine und Orte in einen vernünftigen Zusammenhang zu bringen - aber das kann keines vernünftig. Interessanterweise bekommt es Amazon sogar besser hin, E-Mailkonten effektiver einzubinden. Nur Amazon mag man auch nicht nutzen....
    Wie dem auch sei, ich kann Google-Service nicht effektiv nutzen, weil sie sich nicht gut genug anpassen lassen.
    Außland versagt Here auf ganzer Breite

    Interessant, in Tirol waren die Here-Maps ein Stück weit zuverlässiger als Google-Maps. In Endefekt ist es aber so, das keine Map wirklich perfekt ist und eine Wahlmöglichkeit immer besser ist, als eine starre Vorgabe.
    Es ist auch so, das Navigation aus einem Termin mit Here eher eine brauchbare Navigation hervorbringt, als über Google-Map. Jedoch perfekt ist das alles nicht
    Das zeige mir bitte mal anhand von Nachweisen, ich kenne die Downloadzahlen der letzten Zeit und bin gespannt.

    Im Übrigen wäre es schön, wenn man derartiges aussagt, die Zahlen einmal zu nennen.....Interessant wären sie sicherlich. Im G-Store werden ja nur die 10Mio+ Installationen aufgezeigt.
    Eigentlich könnte MS sehr gut aufgestellt sein auch im Consumer Bereich. Oft ist es doch ein verehrendes Marketing das für den ganzen Frust sorgt. Da gibt es gute Services die gar nicht Beworben werden und dann gibt es die mega Ankündigungen auf die man ewig wartet bis Sie gar nicht mehr kommen. Inzwischen kommt da sicherlich auch ganz viel Vertrauens Verlust mit dazu.
    Sorry ich kenne Maps und nutze Maps auch. Aber auch Maps hat seine Grenzen! Akzeptiere es einfach, das es unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen zu Google.Service gibt. Und nein, es kann kein Zusammenhang zu einem ORT-Kontakt hergestellt werden. Es kommt hauptsächlich die Google-Suche zum tragen.
    Aber schau doch mal bitte, ob beim Anlegen Termin-Konflikte erkannt werden, wenn die örtliche Entfernung Zeit bedingt größer ist als der Zeitabstand zwischen Terminen.
    Das bekommt irgendwie auch keiner auf die Reihe.
    @Enne auch für dich wird der Tag kommen, an dem Du merkst, dass einem unternehmen wie google egal ist was du für eine Meinung von diesem hast oder ob du es und die dienste des unternehmens die letzten Jahre gegenüber fremden menschen verteidigt hast.
    ich würde mich entspannen. es gibt neben maps auch andere sehr gute dienste. uns es gibt teile der welt (außer europa und USA) wo maps überhaupt nicht funktioniert.
    ICh persönlich benutzte maps (für location guide und co) als navigation im auto setzte ich open maps. dieses ist aktueller (bausteller, sperrungen, adressen) als google.
    Achso ja..... ich muss im Termin eine Adresse eintragen - das ist mir schon klar - sollte aber eigentlich auch mal mit einem Kontakt als Ort-Eintrag funktionieren. Here kann da eher einen Zusammenhang herstellen. Google ausschließlich die Suche bemühen. Aber einen Zusammenhang mit einem namentlichen Kontakt als Ort-Angabe - das haut nicht hin.
    Bei Maps werden leider auch nur 1 Milliarde angezeigt...

    Lol bei einer APP die mitliefert wird, sollte das nicht wunder. Mit ein wenig nachdenken, hättest du dir das sparen können......;-) Und die anderen Zahlen welche du erwähntest?
    Im Übrigen, habe es selber getestet.
    Kein Kalender, also weder MS noch Google, meckern wenn eine Stunde nach einem Termin in Würzburg der nächste in Usedom ansteht.
    So eigentlich sollten sie das mal hinbekommen.
    Dann teste es selber - Lege einen Termin an und trage als Ort den Namen eines Kontaktes ein....
    Was Google hier macht, auch ganz gut, passende Einträge aus Maps anzubieten. Mehr aber auch nicht. Es wird kein Zusammenhang mit einem im Kontakt hinterlegten Kontaktdaten hergestellt.
    Ich habe es gerade eben mal wieder getestet und es ist immer noch so. Genauso wenig wie beim Anlegen erkannt wird, das ein Termin aufgrund der Distanz zeitlich nicht eingehalten werden kann. (aber das können andere auch nicht)
    Echt nicht? Werden 1mil Androids ohne Maps ausgeliefert und müssen nachinstalliert werden. Bei mir war es immer schon drauf.
    Kannst du hierzu eine Quelle liefern?
    Jetzt machst du mir spass.
    Du hast doch getönt und verweist jetzt auf die Google Suche?
    Nenne mir doch mal einen Grund, warum über 1 Mrd. Menschen Google Talk Back installieren. Oder die Google-APP. Wenn ja Vorinstallationen nicht mitgezählt werden muss es ja irgendwo einen Grund geben.
    Enne und Setter, ich will euch von eurem kontroversen Diskurs gar nicht abhalten, aber vielleicht wäre es besser, wenn ihr das per PN zum Ende bringt. Fast der gesamte Thread besteht nur aus eurem Streitgespräch und auf der Build und der Google I/O gab es weißgott deutlich mehr Themen als nur Google Maps.
    Deswegen nur als freundliche Bitte. Dann behalten wir hier auch ggf. besser die Übersicht. Danke.
    Ich kann nicht sagen wie es ist, da die Apps bei mir vorinstalliert waren. Ich kann TalkBack sowie Maps auch nur deaktivieren und nicht deinstallieren. Der Store zeigt die Anzahl der Installationen - daraus würde ich nicht gerade (freiwillige) Downloads ableiten.
    Nähere Infos dazu habe auch nicht gefunden.
    Was anderes, sollte GMail nicht Default-APP werden und der Andoid-Client wegfallen? Bei meiner letzten Anschaffung waren immer noch beide Clients drauf.
    Kannst es auch löschen Kevin
    Hatte eigentlich auf ein paar interessante Kommentare zur Build und I/O gehoffte.
    Aber man bekommt halt nicht immer was man erwartet.
    Positiv hervorzuheben ist: ich habe in den letzten 10 Minuten eine menge über Maps und Here gelernt, und weiß jetzt auch über deren integration in anderen diensten besten bescheid.
    Setter
    Kannst es auch löschen Kevin

    Darum gehts gar nicht, es geht ja um etwas, was mehr oder weniger damit zu tun hat. Aber es wäre schöner, wenn ihr das per PNs zu Ende bringt, dann haben die anderen auch mehr Übersicht und können sich besser austauschen. Mir geht es hier ja auch nicht um ne Maßregelung, sondern nur um eine freundliche Bitte. Diskutieren dürft ihr natürlich unter vier Augen. :)
    Um so schlimmer finde ich es, dass MS mich in die fänge von Google zwingt, und ich meine beschütze Microsoft Welt verlassen muss.
    Bei meinem Vito Activity gibt es zum Glück kein Maps. Aber ich denke so etwas fährt man nicht in Chile oder Südkorea.
    "oder auch nicht, wenn man die Konsequenz bedenkt, dass damit dieser Seite hier mehr und mehr die Existenzgrundlage entzogen wird, zumindest in ihrer bisherigen Form"
    Kann ich verstehen, denn die größte Resonanz rufen regelmäßig Artikel bezüglich WM/WP hervor und der Zug fährt ja nun definitiv nicht mehr ewig.
    Microsoft redet von 700Mio Windows 10 Installationen, wovon 200Mio Installationen auf Unternehmen abfallen. D.h. 500Mio fallen auf private Leute, Xbox und Windows Phone. Wobei nach den letzten EA Indizien von 30Mio Xbox Ones die Windows Phone Basis vermutlich doch noch größer sein könnte.
    Trotzdem bleibt uns Nadella schuldig, wo er dann genau die Grenze zieht, wann die Leute Office und Windows nutzen sollen und wann nicht. Wann bin (oder darf) ich ein Microsoft Kunde und wann bin ich unerwünscht?
    Aus Verbraucher Sicht (Entwickler, Konsument, Professional) ist für mich immer weniger klar, was Microsoft will bzw. mir als Gegenleistung gibt. Ich wäre mir auch mittlerweile nicht mehr sicher, ob wir jemals eine NextGen Xbox haben werden, die zur One Kompatibel ist.
    Nadella nimmt sehr gerne das Geld von Windows und Office365, aber möchte am liebsten jeden Cent in eine Vision investieren, die nicht von den Produkten bzw. dessen Anwendern gedeckt wird, die Microsoft Geld einbringen.
    Zur Build selbst:
    Viele bunte Werbevideos ohne handfeste Produkte. Wenn Microsoft Marktführer bei IOT oder beim Hosten von Cloud Services wäre OK. Aber sind sie nicht und bei IOT sind sie sogar ein Niemand.
    Ein Belfiore verlagert den Druck auf die Entwickler und möchte, dass diese vernetzte Software für alle Geräte bauen, weil das seiner Meinung nach Microsoft 365 bedeutet. Aber wie die das bauen, ist mittlerweile egal. Hauptsache Visual Studio kann noch den 1000sten Compiler/SDK für irgend eine Plattform.
    Am nettesten fande ich die Kooperation mit DJI. Man kann also in Zukunft Drohen mit Windows steuern, was schon Jahre lang mit einer mitgelieferten Android App geht. Gut, ein SDK und Cloud Anbindung gibt's auch noch, damit die Drohnen abstürzen, wenn das Internet mal ausfällt.
    Danke Martin, das ist ein guter und sehr nachdenklicher Artikel.
    Er zeigt deutlich auf, wie der Ist-Zustand bei Microsoft ist.
    Aber ich denke tatsächlich, dass sich das wieder ändern wird.
    Kein CEO bleibt ewig. Und die Zukunft ist immer offen.
    Und noch eine Bemerkung, wenn man den Umsatz von Office 365 vom Cloud-Geschäft abzieht,
    was bleibt dann wirklich übrig?
    @Martin,
    besten Dank für deinen Beitrag. Daß deiner Seite die Existenzgrundlage entzogen wird halte ich für die nächsten xx Jahre für extrem unwahrscheinlich.
    Eher eine Umbenennung der Seite.
    Von der Build selbst habe ich mir nur Ausschnitte angeschaut und das Cortana Geplänkel mit Alexa ar nicht nur peinlich, sondern ein Offenbahrungseid.
    Daß von angeblich so intelligenten Leuten so wenig an Substanz kam und das vor internationalem Publikum ist bestimmt ganz vielen aufgefallen.
    Noch was vergessen, ich werde deiner Seite drwindows.de immer treu bleiben, keine Sorge.
    Und so denken sicher sehr viele andere auch. Weil du brauchst natürlich viele viele Klicks usw.
    Selbst wenn auch andere Inhalte hier öfter auftauchen werden, no problem.
    Eine gute seriöse Informationsarbeit muss einfach belohnt werden, denn die ist sehr selten geworden.
    Wenn ich "viele viele" Klicks wollte, dann würde die Berichterstattung hier sicher ganz anders aussehen, als sie das tut. Wenn ich auf diese Weise mehr Geld verdienen wollte, dann wüsste ich, wie das geht. Will ich halt aber nicht. Also, nicht so :p.
    Das mit der "entzogenen Existenzgrundlage" war natürlich ein wenig überspitzt, selbst wenn man sich auf Windows am Desktop beschränkt, wird man noch ein paar Jahre Arbeit haben. Aber man macht sich dennoch so seine Gedanken bzw. wir als Team machen uns die, schon seit vielen Monaten.
    Du weißt am Besten wie es deiner Seite geht, ob es mehr oder weniger User werden und ob sich alles deckt. Ich hoffe du berichtest weiter so wie du es tust, denn klicks sammeln tun schon genug Seiten mit immer dem gleichen Schrott.
    Ich habe mir beide Keynotes angeschaut und muss feststellen, dass es bei Microsoft so gut wie keinen Applaus vom Publikum gab. Bei Google ist allen Google Duplex hängengeblieben. Und damit wurde das Ziel erreicht. Google kann KI praktisch für alle aufzeigen.
Nach oben