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Fazit zum Windows 11 Update 22H2: Die grüne Tomate färbt sich langsam rot

Fazit zum Windows 11 Update 22H2: Die grüne Tomate färbt sich langsam rot

In den zurückliegenden zwei Wochen haben wir das erste große Featureupdate für Windows 11 an dieser Stelle ausführlich besprochen. Ich bin einigermaßen sicher, dass die meisten von Euch überrascht waren, wie viele Änderungen und Neuerungen dann doch in diesem Update stecken. Sind es genug, um Windows 11 endgültig als reif für die breite Masse einzustufen?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Unstrittig ist, dass Windows 11 im letzten Jahr unfertig auf den Markt geworfen wurde. Da die Metapher von der Bananensoftware inzwischen abgedroschen ist, drücke ich es so aus: Microsoft hat eine grüne Tomate gepflückt, weil keine Zeit mehr war, ihr mehr Sonne zu gönnen. Der Transporter in Richtung Großmarkt stand schon mit laufendem Motor in der Ausfahrt, das Weihnachtsgeschäft duldete keinen Aufschub. Windows 11 musste raus, und ich habe vor Monaten schon mal gesagt: Wir können im Grunde froh sein, dass Windows 11 schon so weit entwickelt war, Microsoft hätte es auch in jedem anderen Zustand veröffentlicht.

Das Update auf Windows 11 Version 22H2 liefert an vielen Stellen Funktionen nach, die es nicht mehr in die letztjährige Version geschafft haben. Die Taskleiste kann wieder Drag&Drop, die Ordner im Startmenü sind zurück, die Optik wurde nachgebessert, Ordner im Explorer zeigen wieder eine Vorschau an…es gibt eine lange Liste von Kleinigkeiten, deren Fehlen einerseits unentschuldbar, andererseits aber auch in nur wenigen Fällen wirklich tragisch ist bzw. war und die jetzt beseitigt wurden.

Darüber hinaus bringt das Update auf Version 22H2 auch wirklich viele sinnvolle Neuerungen, die ich an dieser Stelle unmöglich nochmals alle aufzählen kann. Als Beispiele fallen mir spontan der weiterentwickelte Task Manager, die vielen Neuerungen im Explorer, die zusätzlichen Optionen von Snap Assist oder die neuen Touchgesten ein.

Kann ich Windows 11 uneingeschränkt empfehlen? Ja, durchaus, ich arbeite seit dem ersten Tag damit und die diversen Unzulänglichkeiten in der ersten Version waren für mich keine Showstopper.

Das ist die eine Seite der Medaille. Müsste ich aber Gründe aufzählen, warum man lieber heute als morgen von Windows 10 auf Windows 11 umsteigen sollte, dann wüsste ich nicht so recht, was ich sagen sollte.

Dort, wo Windows 11 noch als „unreif“ angesehen wird, beispielsweise bei der nach wie vor funktional beschnittenen Taskleiste, wurde nichts vergessen oder aus Zeitgründen weggelassen. Das ist absichtlich so, und die Frage ist, ob Microsoft an dieser Stelle noch einknicken und den sogenannten Powerusern entgegenkommen wird, oder ob man die Simplifizierung durchzieht. Diesbezüglich würde ich keine Prognose wagen.

Wer derzeit noch Windows 10 verwendet, weil ihm Funktionen in Windows 11 fehlen, kann auf Zeit spielen, drei Jahre wird Windows 10 noch unterstützt, und in dieser Zeit kann viel passieren. Vielleicht wird Microsoft, wenn das Supportende naht, sogar die Systemvoraussetzungen von Windows 11 noch lockern.

Wer Windows 11 bereits verwendet, darf sich uneingeschränkt auf die Version 22H2 freuen, denn grundsätzlich ist Windows 11 Version 22H2 ein solides Update mit vielen „Nachlieferungen“ und sinnvollen Ergänzungen geworden. Windows 11 wird durch das Update in allen Belangen besser und die grüne Tomate hat ein gesundes Rot angenommen.

Falls euch die Serie zu den Neuerungen entgangen sein sollte, hier sind nochmal alle elf Teile verlinkt.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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